Neunburgs Rekordhaushalt steht: Millioneninvestitionen trotz hoher Schulden geplant

Von Nils Mayer · 24. März 2025 um 15:00

Die rasant steigenden Ausgaben bei fast gleichbleibenden Einnahmen machen Neunburg seit einiger Zeit schwer zu schaffen. Auch deshalb wurden Investitionen verschoben. Und der Schuldenstand der Stadt steigt weiter von 14,7 auf rund 16 Millionen Euro an.

Trotz der schwierigen Finanzlage stimmte der Hauptverwaltungssauschuss am Donnerstag einstimmig für den Entwurf des Haushalts mit einem Gesamtvolumen von rund 35,3 Millionen Euro. Das ist ein neuer Rekord. Alleine neun Millionen Euro werden laut Kämmerer Michael Haßfurter heuer unter anderem in Schulen, Straßen und die Feuerwehr investiert. Auf die eine oder andere Maßnahme müssen die Neunburger allerdings weiter warten.

Schulen/Kita – Kinder stehen wieder im Fokus: Für das neue Kinderhaus in der Frühlingsstraße gibt es bisher keine Förderung. Auch dieses Jahr wird der Neubau noch nicht realisiert. Alternativ wurden Container als Übergangskrippe aufgestellt und diese kosten die Stadt laut Kämmerei heuer rund 340 000 Euro.

Ein weiterer Schwerpunkt ist nach den Worten Haßfurters die Modernisierung der Schulen. So sind für die Erweiterung der Grundschule in der Ledererstraße heuer 65 000 Euro eingeplant. Die Gestaltung der Außenanlagen findet dagegen im diesjährigen Haushalt keinen Platz und wurde laut Kämmerei auf die Jahre 2026, 2027 und 2028 verschoben.

Besonders teuer wird laut Planungen der Stadt wohl die Erneuerung der Dreifachturnhalle der Mittelschule werden: „Wir gehen für dieses Jahr von 1,6 Millionen Euro aus“, erklärt Haßfurter. Nicht nur die Turnhalle, auch eine Rundumerneuerung der Brandschutz Lautsprecher-Anlage ist an der Mittelschule vorgesehen. Die Kosten liegen bei 397 000 Euro. Doch damit nicht genug, die LED-Beleuchtung der Mittelschule sei laut Kämmerei ebenfalls sanierungsbedürftig.

Die zweite Bürgermeisterin Margit Reichl rechtfertigte die Millioneninvestitionen in Schulen und Kitas: „Das ist auch ein Zeichen, dass wir die Sorgen der Kinder ernst nehmen.“

Infrastruktur – Auch die Straßen und Brücken sollen von den Investitionen profitieren: Der Ausbau der Rahmstraße mit einer Stützmauer wird laut Kämmerei endlich angegangen. Nachdem das Projekt in den Vorjahren immer wieder verschoben wurde, sind nun rund 450 000 Euro angedacht. Auch 2026 und 2027 sind jeweils sechsstellige Beträge für das Vorhaben reserviert.

Die durch einen Stolleneinbruch beschädigte Straße zischen Wundsheim und Mitter-auerbach soll laut Angaben der Stadt mit rund 200 000 Euro saniert werden.

Aber wie Haßfurter erklärte, gilt auch für die Neunburger Straßen: „Wir werden nicht jedes Projekt in diesem Jahr angehen können, dafür fehlen die finanziellen Mittel.“ So wird die geplante Erneuerung des Dorfplatzes und die Arbeiten an der Ortsstraße Oberaschau auf nächstes Jahr verschoben.

Ein Sorgenkind ist der Eiserne Steg. Seitdem ein mit einem Bagger beladener Traktor vor fünf Jahren an der Brücke hängen blieb, muss das Bauwerk erneuert werden. Die „enormen“ Kosten für die Reparatur hatten lange die nötige Investition verhindert, erklärte Haßfurter. Für 2025 sehe der Haushaltsplan sowohl einen Grunderwerb durch die Stadt als auch eine Erneuerung vor. Beides zusammen werde Neunburg heuer schätzungsweise 140 000 Euro kosten, so die Kämmerei. Auch für die drei kommenden Jahre sind jeweils 30 000 Euro für den Brückenbau vorgesehen. Neben dem Eisernen Steg soll die Brücke in Oberauerbach mit rund 530 000 Euro erneuert werden.

Im aktuellen Haushaltsentwurf ist auch der Breitbandausbau im Gewerbegebiet mit 1,2 Millionen Euro beziffert.

Freizeit – Neunburg will weiterhin seine Vereine unterstützen: Die Neunburger Vereine sollen 104 000 Euro in Form von Zuschüssen bekommen. So sieht es der Plan des Kämmerers vor. Gerade über die finanzielle Unterstützung der Vereine – eine freiwillige Aufgabe der Stadt – war in den zurückliegenden Monaten intensiv diskutiert worden.

„Ein Großprojekt dieses Jahr ist die Aufwertung unseres Stadtparks“, so Haßfurter. Von den geplanten 320 000 Euro sollen nach seinen Worten unter anderem die Minigolfanlage und das Kneippbecken aufgewertet werden. Auch der Austausch von Pflastersteinen und beschädigter Ausstattung werde das Bild der Stadt „verschönern“, so Haßfurter.

Sicherheit – Die Feuerwehren erhalten neue Ausrüstung: „Unsere Feuerwehren sollte deutlich mehr Wertschätzung für ihre Arbeit bekommen“, forderte CSU-Stadtrat Harald Klatzka, der auch Neunburgs Feuerwehrbeauftragter ist. Vertreter aller Parteien und der Stadt stimmten dem Vorschlag zu und vereinbarten zusätzliche Entschädigungssätze, die laut Kämmerei 74 500 Euro betragen sollen.

Ohnehin genieße die Unterstützung der Feuerwehr bereits große Aufmerksamkeit im Haushalt, so Kämmerer Haßfurter. „Die Feuerwehren in Seebarn und Neunburg erhalten Gelder für die Ersatzbeschaffung.“ Für Seebarn sind für Atemschutzgeräte und Überdruckmasken 17 500 Euro eingeplant, in Neunburg rund 30 000 Euro unter anderem für Wasserpumpen und eine Nebelmaschine. „Die Feuerwehren werden von uns auch weiterhin alles Nötige erhalten, damit sie ihrer wichtigen Arbeit bestmöglich nachkommen können“, so der Kämmerer.

Haßfurter resümierte, dass Neunburg eine Vielzahl an Projekte angehen müsse und dadurch auch der hohe Schuldenstand zu erklären sei. „Es gibt viel zu tun und wir müssen weiter investieren, aber auch unsere finanziellen Grenzen im Blick haben“, fasste er den Haushaltsentwurf zusammen.

Größte Kostenpunkte Schulen/Kita: Kita Neubau (30.000 Euro); Übergangskrippe (340.000 Euro); Grundschule Ledererstraße Erweiterung (65.000 Euro); Dreifachturnhalle Mittelschule (1,6 Millionen Euro); Mittelschule Erneuerung Brandschutz (397.000 Euro)

Straßen: Straße bei Wundsheim (200.000 Euro); Ausbau Rahmstraße und Stützmauer (450.000 Euro)

Infrastruktur: Eiserner Steg (140.000 Euro); Brücke Oberauerbach (530.000 Euro); Breitbandausbau Gewerbegebiet (1,2 Millionen Euro)

Freizeit: Aufwertung Stadtpark (320.000 Euro); Zuschüsse an die Vereine (104.000 Euro)

Feuerwehren: FF Seebarn (17.500 Euro); FF Neunburg (30.000 Euro)

Der Eiserne Steg dient den Neunburgern seit fünf Jahren als provisorischer Übergang. Foto: Jan Lange, Archiv