Wackersdorf: Neues Rekordniveau bei der Steuerkraft, aber Unsicherheiten bei der Gewerbesteuer

Von Johann Ippisch · 20. März 2025 um 17:00

Wieder relativ früh im Jahr verabschiedete der Wackersdorfer Gemeinderat den Haushalt für 2025: kein neuer Rekordhaushalt, aber mit 46,8 Millionen Euro (0,7 Millionen Euro weniger als im Vorjahr) nach wie vor auf hohem Niveau. Für das Zahlenwerk gab es einstimmig grünes Licht.

Die Gemeinde, die bereits seit 2006 schuldenfrei ist, hat mit einer Steuerkraft pro Einwohner von 3131,36 Euro (Vorjahr 2925 Euro) ein neues Rekordniveau erreicht und steht damit auf Platz 1 im Landkreis Schwandorf und auf Platz 6 in der Oberpfalz.

Der Verwaltungshaushalt wurde mit einem Volumen von 28,1 Millionen Euro (minus 0,7 Millionen Euro im Vergleich zu 2024), der Vermögenshaushalt mit 18,8 Millionen Euro festgesetzt. Die größte Einnahmequelle der Kommune, die Gewerbesteuer, wurde für das Haushaltsjahr 2025 mit elf Millionen Euro defensiv angesetzt. Zu unsicher ist für Kämmerer Daniel Fendl, der dem Gremium die wesentlichen Zahlen aus dem 224-seitigen Werk erläuterte, die wirtschaftliche Lage. „2025 wird für die Kommunen ein schwieriges Jahr“, so Fendl.

Mahnende Worte von Kämmerer Daniel Fendl

Der Kämmerer, der die großen Gewerbesteuerbrocken von den in Wackersdorf ansässigen Global Playern wie BMW oder Sennebogen bekommt, weiß um die Anfälligkeit dieser Firmen. Die gesamtwirtschaftliche Lage und die Exportabhängigkeit lassen den Kämmerer ein besonderes Augenmerk auf die weitere Entwicklung der Firmen und des Gewerbesteueraufkommens legen. Wurden für das Haushaltsjahr 2024 noch 13 Millionen Euro an Gewerbesteuereinnahmen angesetzt, sind es nach dem jetzigen, vorläufigem Rechnungsergebnis lediglich 11,3 Millionen Euro.

Die Ausgabenseite des Verwaltungshaushalts fand mahnende Worte des Kämmerers. Der ständig ansteigende Verwaltungshaushalt werde insbesondere durch den sächlichen Verwaltungs- und Betriebsaufwand mit rund neun Millionen Euro (32,1 Prozent), die Kreisumlage mit 8,2 Millionen Euro (29,33 Prozent) und die Personalausgaben mit rund 4,7 Millionen Euro (16,65 Prozent) getrieben. Fendl betonte abschließend, dass die Gemeinde mit dem Haushalt 2025 nach wie vor gut dastehe. Wackersdorf habe keinen Investitionsstau und trotzdem 25 Millionen Euro an Rücklagen.

Bürgermeister Thomas Falter (CSU), der ebenfalls die wichtigsten Zahlen aus dem Haushalt 2025 interpretierte, war der Meinung, dass Wackersdorf sehr gut aufgestellt sei. „Wir wissen mit den Herausforderungen der Zeit umzugehen!“ Er stimmte dem Kämmerer zu, dass es die aktuell herausfordernde Wirtschaftslage zu beobachten gelte. Der Bürgermeister betonte: „Aktive Wirtschaftspolitik zahlt sich aus!“

Falter erläuterte den Zuschussbedarf für öffentliche Einrichtungen – für Kindergärten (1 181 500 Euro), für das Freibad (413 500 Euro) sowie für das Bestattungswesen (164 500 Euro). Im Haushaltsjahr 2025 stehen in Wackersdorf als größte Investitionen die Sanierung der Industriestraße (2 630 000 Euro), die Neugestaltung des Vorplatzes von Schule bzw. Sporthalle (1 700 000 Euro), die Sanierung der Ringstraße (1 655 000 Euro) und die Tiefbaumaßnahme am Gewerbegebiet an der A93 (2 080 000 Euro) an.

Im Hinblick auf den Finanzplan 2024 bis 2028 unterstrich Falter nochmals, dass man die finanzielle Entwicklung genau beobachten und Projekte und Maßnahmen ab 2026 gegebenenfalls verschieben oder anpassen werde.

Personalkosten auf den Prüfstand stellen

Dies sahen auch die Sprecherinnen und Sprecher der fünf im Gemeinderat vertretenen Fraktionen und Gruppierungen überwiegend so. „Die finanzielle Entwicklung ist genau zu beobachten und dementsprechend zu verschieben oder anzupassen“, sagte CSU-Sprecher Dominik Bauer.

Die steigenden Kosten im Verwaltungshaushalt mahnten sowohl SPD-Sprecher Peter Gaschler als auch FW-Sprecher Alfred Jäger an. „Die Personalkosten müssen auf den Prüfstand gestellt werden“, forderte Jäger. Sorgen bereitete Peter Gaschler zudem die Entwicklung der freien Finanzspanne. „Die freie Finanzspanne mit 813 000 Euro ist auf dem niedrigsten Stand seit 25 Jahren“, so Gaschler.

Regina Wirth (JU) und Sonja Probst (Bündnis 90/Die Grünen) erinnerten im Zusammenhang mit der Verabschiedung des Haushalts an diverse Anträge der Gruppierungen.

Eckdaten aus dem Wackersdorfer Haushalt 2025

Volumen: Gesamthaushalt 46,84 Millionen Euro; Verwaltungshaushalt 28,07 Millionen Euro, Vermögenshaushalt 18,77 Millionen Euro

Wesentliche Einnahmen im Verwaltungshaushalt: Gewerbesteuer 11,00 Millionen Euro, Einkommenssteueranteil 4,74 Millionen Euro

Wesentliche Ausgaben im Verwaltungshaushalt: sächlicher Verwaltungs- und Betriebsaufwand 9,00 Millionen Euro, Kreisumlage 8,23 Millionen Euro, Personalkosten 4,67 Millionen Euro

Finanzierung der Investitionen von 18,77 Millionen Euro im Vermögenshaushalt durch: Entnahme aus der Rücklage in Höhe von 12,90 Millionen Euro, Zuweisungen/Zuschüsse 3,57 Millionen Euro, Verkaufserlöse, Zuführung vom Verwaltungshaushalt

Größte Investitionen: Sanierung der Industriestraße 2,63 Millionen Euro, Umsetzung ISEK – Vorplatz Schule/ Sporthalle 1,70 Millionen Euro, Sanierung der Ringstraße 1,66 Millionen Euro, Tiefbaumaßnahme Gewerbegebiet A93 (Erschließung und Regenüberlaufbecken) 2,08 Millionen Euro, Erschließung Gewerbegebiet Ottostraße II 1,67 Millionen Euro, Beteiligung Breitbandausbau 1,36 Millionen Euro. Hochbaumaßnahmen Gebäude Marktplatz 5, Kirchenstraße 3 und Schulstraße 2 800 000 Euro, Friedhof Außenanlagen 270 000 Euro, Sanierung/Modernisierung Gruppenraum Kinderhaus Regenbogen 600 000 Euro