Auch 2025 wird in der Gemeinde Wackersdorf kräftig gebaut

An den Lärm von Baumaschinen werden sich die Wackersdorfer auch im neuen Jahr gewöhnen müssen. Die Sanierung der Ortsmitte geht ebenso weiter, wie die Erneuerung zentraler Straßen. Beim Jahresgespräch mit der Redaktion gab Bürgermeister Thomas Falter einen detaillierten Ausblick.
Der Platz vor der Sporthalle wird neu gestaltet
Im April 2024 startete die Sanierung des Sporthallen-Vorplatzes. Das Areal wird modern gestaltet und multifunktional ausgestattet. Der Platz soll unter anderem barrierefrei und grüner werden.
Künftig soll der Platz Raum für Großveranstaltungen wie Bürgerfest, Kirwa oder Weihnachtsmarkt bieten. 3,4 Millionen Euro investiert die Gemeinde, wobei der Großteil im Rahmen der Städtebauförderung mit 60 Prozent durch die Regierung der Oberpfalz gefördert wird. Die Hauptstraße/Kreuzung Schulstraße entlang des Platzes wird kurz vor Weihnachten bereits für den Verkehr freigegeben. Die restlichen Arbeiten am Platz erfolgen voraussichtlich bis Mai 2025.
So geht es bei der Sanierung der Ortsmitte weiter
Neben der ausstehenden Neugestaltung des Marktplatzes und der Schulstraße werden entlang der Achse Marktplatz – Schule folgende Anwesen in die neue Ortsmitte integriert: Die ehemalige Apotheke (Marktplatz 5), das Wohnhaus unterhalb (Schulstraße 3) sowie das Mietshaus Schulstraße 2 gegenüber dem Mehrgenerationenhaus/Ärztehaus.
Die ehemalige Apotheke soll einem Neubau weichen mit Räumlichkeiten für ein Café, Büros für das Rathaus und einem neuen Sitzungssaal mit behindertengerechtem Zugang. Das Wohnhaus an der Schulstraße 3 soll ebenfalls abgerissen werden. Hier entstehen übergangsweise Ausweichparkplätze während der Baumaßnahmen in der Ortsmitte. Perspektivisch sollen hier Grünanlagen entstehen.
Anstelle des Mietshauses in der Schulstraße 2 soll ein weiteres Gebäude für die Gesundheitsvorsorge gebaut werden. In diesem Zusammenhang soll im hinteren Bereich auch eine Seniorentagespflege ihren Platz finden. Die Abrissarbeiten für die beiden Gebäude in der Schulstraße sollen zwischen Januar und April 2025 vonstatten gehen. Die alte Apotheke werde erst später dem Erdboden gleich gemacht – das liege laut Falter am Bauverlauf in der Ortsmitte.
2025 wird die Ringstraße saniert. Diese Maßnahme wurde leicht vorgezogen, „weil es im Kontext der Neugestaltung Marktplatz/Schulstraße schlichtweg Sinn macht“, so Falter.
Im kommenden Jahr beginnen ebenfalls die Planungen für das Gebäude für den Gesundheitssektor, der Seniorentagespflege und für das Haus am Marktplatz. Diese Häuser müssen erst umgesetzt werden, bevor an der Schulstraße selbst die Sanierungsarbeiten aufgenommen werden können. Baubeginn ist für Ende 2026 geplant.
Die Neugestaltung des Marktplatzes verschiebt sich deshalb nach hinten, „weil es keinen Sinn macht, Straßen ohne den Bau von Häusern aufzureißen“, sagt der Bürgermeister.
Die Industriestraße wird auf Vordermann gebracht
Seit Juni 2024 wird die Hauptverkehrsader ins Industriegebiet saniert. Die Gemeinde Wackersdorf erneuert die Straße zwischen der Anschlussstelle B85 und dem Kreisverkehr an der Kartbahn. Die Arbeiten erfolgen in insgesamt vier Abschnitten. Die derzeit im Bau befindliche Etappe zwischen dem Gewerbegebiet an der Fabrikstraße und dem Kreisverkehr an der Kreuzung mit der SAD9 steht vor dem Abschluss. Am 19. Dezember erfolgt die Freigabe.
Die Bauarbeiten pausieren dann bis in das Frühjahr und werden, je nach Witterung, im März oder April wieder aufgenommen. Dann ist der Abschnitt zwischen der SAD9 und dem Kreisverkehr dran. Bis zum Abschluss dieses Abschnitts (voraussichtlich Ende Juni 2025) erfolgt die Umleitung weiträumig über die B85/SAD 18 und die Altenschwander Straße.
Zum Abschluss wandert die Baustelle zurück an ihren Ausgangspunkt an der Anschlussstelle Industriestraße B85. „Allerdings wird diese finale Bauphase aufgrund von überörtlichen Großbaustellen auf 2026 verschoben“, erklärt Falter. Die Kosten für das Großprojekt betragen insgesamt 3,5 Millionen Euro, abzüglich 50 Prozent Förderung.
Die Lohbauer-Kreuzung soll entschärft werden
Schon lange steht die Kreuzung beim Autohaus Lohbauer im Ortsteil Heselbach in der Kritik. Immer wieder kommt es dort zu Unfällen. 2025 findet nun die lang ersehnte Entschärfung statt. Unter Leitung des staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach wird die vierastige Kreuzung durch eine sogenannte Versatzlösung in zwei Einmündungen aufgeteilt − und soll dadurch deutlich übersichtlicher und sicherer werden. Vorbereitende Rodungsarbeiten erfolgten in den vergangenen Wochen.
Der Umbau beginnt, sobald der erste Abschnitt der Sanierung der Industriestraße fertig gestellt ist. Denn ein Großteil des Verkehrs wird während der Maßnahmen an der Lohbauer-Kreuzung dorthin umgeleitet. Voraussichtlich wird es Ende Juni 2025 so weit sein.
Glasfaserausbau – Bilanz und Ausblick
Auch die Gemeinde Wackersdorf soll flächendeckend mit schnellem Internet versorgt werden. Die Telekom hat ihr eigenwirtschaftliches Ausbaugebiet jedoch aufgrund massiv gestiegener Baukosten verkleinert.
Der Hauptort Wackersdorf wird wie geplant 2025 mit Glasfaser versorgt. Die Kosten trägt die Telekom. Ebenfalls im neuen Jahr werden die Ortsteile Rauberweiherhaus und Imstetten ausgebaut – hierzu nimmt die Gemeinde bereits Fördergelder in Anspruch.
Nach den neuen Plänen der Telekom wird das Unternehmen die Ortschaften Alberndorf, Grafenricht, Irlach, Heselbach und das Gewerbegebiet an der Fabrikstraße nicht auf eigene Kosten ausbauen. Somit wird die Versorgung mit Glasfaser im Rahmen eines Förderverfahrens erfolgen. Das kostet Zeit, der Ausbau wird 2025 nicht mehr erfolgen – mit Ausnahme der Ortschaft Irlach.
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Denn hier hat sich kurzfristig das Förderverfahren für einen sogenannten Lückenschluss angeboten. Das Verfahren ist bereits gestartet, Mitte November erhielt die Gemeinde Wackersdorf die Förderzusage. Wann der eigentliche Ausbau startet, ist aber noch unklar. Für alle Ortschaften gelte laut dem Bürgermeister jedoch, dass es Informationen gibt, sobald sich konkrete Zeitfenster abzeichnen. Falter betont: „Kein Ort wird vergessen.“
Auch beim Thema Mobilfunk wird es Änderungen geben. Neue Funkmasten bei BMW (bereits in Betrieb), am Großparkplatz am Murner See und am Rundenschlag sollen die Netzabdeckung deutlich verbessern. Auch am Murner See und Rundenschlag stehen die Masten bereits. Ersterer wird noch im Dezember 2024 oder Januar 2025 in Betrieb gehen, Letzterer im April 2025. Auch im Ortsteil Heselbach werden Verbesserungen aktuell geprüft.
Neugestaltung der Trauerhalle und des Friedhofs
Die Trauerhalle am Wackersdorfer Friedhof samt Außenanlagen erstrahlen in neuem Glanz. Für den Friedhof an sich gibt es bereits Visionen. Perspektivisch soll in den nächsten Jahren die generelle Zugänglichkeit zum Friedhof und in erster Linie zur Trauerhalle barrierefrei gestaltet werden. Hierzu gibt es laut Falter erste Ideen, den angrenzenden Park entsprechend umzugestalten.
Mehr Sicherheit am Murner See
Die Wasserwacht erhält eine feste Wachstation im Dammbereich zwischen Murner See und Brückelsee. Die Wache wird zusätzlich mit einer Service-Stelle für Fahrräder ausgestattet (E-Bike-Ladestation, Druckluft etc.). Die Fertigstellung der Wache ist zur Saison 2026 geplant.
In der kommenden Saison wird die Wasserwacht nochmals in einer mobilen Containeranlage untergebracht. Zusätzlich sollen die Besucherströme um den Murner See besser geregelt werden. Dazu wurden die Rettungswege bereits beplankt. Zukünftig ist eine bessere Beschilderung des Großparkplatzes und eine Umbenennung für klarere Kommunikation vorgesehen.
Auch ein intelligentes Parkleitsystem soll eingeführt werden, um das Verkehrsaufkommen am bezahlpflichtigen Parkplatz zu minimieren. Die Ausweisung expliziter Zweirad-Stellplätze gehört ebenso zu den Überlegungen, wie die Entzerrung des Verkehrs auf der Sonnenrieder Straße durch einen zusätzlich getrennten Geh- und Radweg.
Weitere große Baumaßnahmen
2026/27 erfolgt die Instandsetzung der Eichenstraße. Auch die Sanierung des Kinderhauses Regenbogen wird weiter laufen. In Sachen Wasserversorgung soll eine neue Pumpenanlage zur Druckerhöhung im Bereich Wasserturm installiert werden. Zwei private Baugebiete befinden sich in der Erschließung bzw. Vermarktungsphase: Meldau (19 Parzellen) und Grafenricht (zwölf Parzellen).

