Der Weg in die Stadt- und Gemeinderäte ist kein Selbstläufer

Nachdem die AfD in der Bundestagswahl Erfolge gefeiert hat, bereitet sie sich nun auf die kommenden Kommunalwahlen vor. In Waldmünchen hat nun der erste Stammtisch der Partei statt. Im Kommentar schreibt Redakteur Martin Hladik, warum die Strategie kein Selbstläufer ist.
Die Idee, mit Stammtischen Anhänger zu gewinnen und Listen für den Kommunalwahlkampf zu füllen, ist nicht neu. Dass sie jetzt die AfD nutzt, um ihren Wahlerfolg auch in eine Verwurzelung in den Gemeindegremien umzumünzen, ist naheliegend.
Sollte dies den Blauen gelingen, dann wären sie stärker als je zuvor. Tatsächlich müssen alle anderen Parteien sehr aktiv sein, wenn sie ein weiteres Erstarken der AfD verhindern wollen. Ein Selbstläufer ist das Fuß fassen auf kommunaler Ebene aber auf keinen Fall. Das mussten schon andere Parteien nach überregionalen Höhenflügen erleben.
Beleidigungen und Provokationen
Ein Problem für die Partei könnte auch das Personalangebot selbst werden. Christl Fischer ist eine wortgewaltige und in der AfD beliebte Aktivistin. Was offenbar das Gerücht aufkommen lässt, sie könnte für den Landratsposten kandidieren, was sie dann auf Facebook geflissentlich unbeantwortet lässt, aber auch nicht verneint. Ein Problem hat Fischer allerdings: Sie provoziert gerne und hat einen „derben Sprachstil“, wie sie über sich selbst sagt. Beleidigungen wie „Pritschn“ über eine ungenannte Lehrerin und Fäkalsprache wie „dem hams ins Hirn eine gschissen“, dürften bei vielen Wählern nicht so gut ankommen wie beim AfD-Stammtisch.