„Kein solcher Umbruch wie 2023“: Jahn-Sportchef Beierlorzer über Krise und auslaufende Verträge

Fußball-Zweitligist SSV Jahn Regensburg taumelt dem Abstieg entgegen. Viele Fans des Schlusslichts sorgen sich, dass es im Falle eines Abstiegs eine ähnlich große Abwanderungswelle aus der Oberpfalz geben könnte wie vor zwei Jahren, als nur fünf Akteure geblieben sind. Dem widerspricht Sport-Geschäftsführer Achim Beierlorzer.
„Es wird keinen solch großen Umbruch geben, so wie wir es 2023 hatten. Trotz alledem wissen wir, dass im Falle eines Abstiegs, auch der eine oder andere Spieler, der einen gültigen Vertrag hätte, in der 2. Liga bleiben möchte.“
Mit Felix Gebhardt, Julian Pollersbeck, Leopold Wurm, Benedikt Saller, Nico Ochojski, Sebastian Ernst, Kai Pröger, Christian Kühlwetter, Dejan Galjen, Noel Eichinger, Jannik Graf und Kelvin Onuigwe werden bei Transfermarkt zwölf Spieler gelistet, die noch einen Vertrag bis 2026 haben. Auch für die 3. Liga? Das ist sehr fraglich. Bei Akteuren wie Pröger, Kühlwetter, Ernst und auch Gebhardt eher unwahrscheinlich.
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Abwarten auf beiden Seiten
„Mit den Leihspielern, die zurückkommen, haben mehr als zehn Spieler einen gültigen Vertrag für die 3. Liga. Wir arbeiten fleißig an unseren Schattenkadern“, erklärt Beielorzer.
Louis Breunig und Robin Ziegele sind bis 2027 gebunden. Während bei Breunig nicht bekannt ist, ob das auch für die 3. Liga gilt, steht fest, dass Ziegele auch im Abstiegsfall bleibt. Im Januar war die ligenunabhängige Verlängerung seines Kontraktes kommuniziert worden. Danach kam aber in dieser Hinsicht nichts Weiteres Offizielles mehr vom Jahn. Warum? „Es ist aktuell so, dass sowohl der Verein als auch die Spieler die Entwicklung abwarten. Natürlich gibt es aber auch Spieler, die wir schon kontaktiert und mit denen wir schon Gespräche geführt haben“, unterstreicht Beierlorzer.
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Es wird spannend. Laut Transfermarkt laufen rund 20 Verträge zum Saisonende aus. Darunter befinden sich unter anderem folgende Akteure: Andreas Geipl, Bryan Hein, Noah Ganaus, Rasim Bulic, Christian Viet, Eric Hottmann, Florian Ballas, Oscar Schönfelder oder auch Elias Huth. Und auch die Eigengewächse Jonas Bauer und Max Meyer. Festzuhalten gilt es aber, dass etwaige Klauseln nicht bekannt sind. Der eine oder andere Kontrakt kann sich bereits automatisch verlängert haben.
Das aktuelle Personal soll aber noch alles daran setzen, doch noch den Klassenerhalt zu schaffen. Aber auch in Regensburg wissen sie, dass das ein schwieriges Unterfangen wird. Liegen doch noch andere Optionen auf dem Tisch? Den Trainer doch noch mal tauschen? „Ich sehe diese anderen Optionen nicht“, unterstreicht der Jahn-Sportchef einmal mehr. „Ich sehe die Arbeit, die vom Trainerteam geleistet wird, und das ist für mich immer das Entscheidende.“ Natürlich fehle am Ende auch die Durchschlagskraft, das müsse man auch nicht wegdiskutieren, erklärt Beierlorzer, der keinen Sinn darin sehe, den Trainer noch einmal auszutauschen.
Bei noch acht ausstehenden Partien braucht der Jahn eine brutale Aufholjagd. Vier Punkte sind es auf Ulm, sieben auf Braunschweig, zehn auf Münster. Das katastrophale Torverhältnis (minus 40) packt noch ein imaginäres Minuspünktchen obendrauf.
„Jetzt nach 26 Spielen lügt die Tabelle nicht. Wir sind deshalb so weit hinten dran, weil wir zu viele Tore gekriegt und zu wenig geschossen haben“, bringt es Beierlorzer auf den Punkt. „Da müssen wir ehrlich und kritisch mit uns umgehen und sagen, dass das bisher einfach zu wenig gewesen ist.“
Mit Blick auf das jüngste 0:1 in Düsseldorf erklärt er: „Das ist frustrierend, dass wir uns wieder nicht belohnt haben. Es ist eine sehr schwierige Situation für das Trainerteam und die Mannschaft, die keine Erfolgserlebnisse haben, um immer wieder eine solche Leistung auf den Platz zu bringen.“
Die Hoffnung stirbt zuletzt
Und nun? Was ist der Jahn-Plan für den Endspurt? „Das muss die Herangehensweise sein, dass wir es allen zeigen wollen, die uns zu Unrecht schon abschreiben.“ Man sei in einem Wettkampf. Die zweite Liga sei einfach eine sehr spannende Liga. Der Jahn habe die Verpflichtung, alles in die Wege zu leiten, mit Mut und Leidenschaft zu kämpfen und weiter fest dran zu glauben. Auch wenn das nicht immer leicht sei, weil man Erfolgserlebnisse brauche, um diese Energie zu kriegen. Beierlorzer fordert: „Wir müssen weiter stark bleiben und alles dran setzen, um diese Möglichkeit, die es gibt, auch noch zu nutzen.“
Bevor nach der Länderspielpause Nürnberg ins Jahnstadion kommt, gibt es in Franken ein Wiedersehen mit einem bekannten Gegner. Das Testspiel am Donnerstag um 13 Uhr in Fürth findet allerdings ohne Felix Gebhardt statt. Der Keeper ist für den verletzten Jonas Urbig in der deutschen U21-Nationalmannschaft nachnominiert worden.