Schreckmoment auf Bahnhofsbaustelle in Bodenwöhr: Mauerteile stürzten plötzlich ab

Von Cornelia Lorenz · 19. März 2025 um 05:00

Das gut 100 Jahre alte Bahnhofsgebäude in Bodenwöhr (Landkreis Schwandorf) wird seit September umgebaut. Jetzt kam es auf der Baustelle zu einem Zwischenfall: Ein Stück Außenmauer aus dem ersten Stock ist herabgestürzt. Zum Glück blieben alle Bauarbeiter unverletzt. Doch wie kam es zu dem Zwischenfall?

Seit Herbst hat sich der Anblick des Bahnhofsgebäudes im Ortsteil Blechhammer drastisch verändert: Es wurde entkernt, so dass fast nur noch die Außenwände übrig geblieben sind. Dort, wo früher der Zugang zur Gepäckhalle war, soll der neue Eingangsbereich entstehen. Hier wurde deshalb im Erdgeschoss ein größerer Teil der Außenmauer entfernt.

Ursache ist noch unklar

Um das darüber liegende Mauerwerk des ersten Stocks während der Umbauphase zu stabilisieren, sind unter den Eisenträgern Stützen eingebracht worden – von denen nun aus bisher ungeklärter Ursache zwei nachgegeben hätten, sagt Bürgermeister Georg Hoffmann (CSU). Möglicherweise, so vermutet er, habe das mit Vibrationen durch einen vorbeifahrenden Zug oder frostbedingte Bewegungen im Boden zu tun. Doch das seien lediglich Spekulationen, betont der Rathauschef. „Es ist eine klassische Sanierungsbaustelle, da können immer wieder unvorhergesehene Situationen auftreten. Wir sind heilfroh, dass niemandem etwas passiert ist“, so Hoffmann.

Verkettung mehrerer Faktoren

Diese Einschätzung der Lage teilt man auch beim für den Bahnhofsumbau zuständigen Bauunternehmen Steininger. Geschäftsführer Siegfried Dettmann verweist zudem darauf, dass ein gut hundert Jahre altes Mauerwerk nicht mehr die ursprüngliche Festigkeit habe. In Summe habe wohl eine Verkettung mehrerer Faktoren dazu geführt, dass zwei der eingebrachten Stützen nachgegeben hätten.

Damit auf der Baustelle der Betrieb so bald wie möglich wieder normal weiterlaufen kann, müssen nun erst einmal die heruntergefallenen Brocken entfernt und der Bereich neu stabilisiert werden. Bürgermeister Hoffmann ist zuversichtlich, dass danach alles wieder seinen gewohnten Gang gehen wird. Bislang liege man mit den Arbeiten gut im Zeitplan, sagt er. Neue Fundamente, das neue Treppenhaus und der Aufzugschacht seien bereits vorhanden, ebenso der Unterbau für die Bodenplatte, die bald eingebracht werden könne. Im Sommer werden die Rohbauarbeiten abgeschlossen sein.

Technik hautnah erleben

Wenn weiter alles nach Plan läuft, wird im Frühjahr 2027 neues Leben in das dann komplett sanierte Gebäude einkehren: Hier sollen ein Bürgersaal, ein kleines Lebensmittelgeschäft sowie das Technik-Erlebniszentrum des Landkreises einziehen. Dort können Schüler aus der Region praxisnahen Unterricht in MINT-Fächern besuchen. Der reine Umbau des Bahnhofsgebäudes wird rund 3,5 Millionen Euro kosten, allerdings rechnet die Gemeinde mit einem hohen Zuschuss aus der Städtebauförderung.

Blick in den Innenraum: Das Bauwerk wurde komplett entkernt.