Fährleute dringend gesucht: Im Fahrplan der Neustädter Donaufähre drohen Lücken

Die Neustädter Ortsteile Eining und Hienheim (Landkreis Kelheim) verbindet seit langem eine Donaufähre. Sie ist ein kleiner, aber feiner Baustein im Tourismusangebot der Kommune. Aber auch die Einheimischen benötigen hin und wieder ihre Dienste. Noch steht nicht fest, ob sie heuer wie gewohnt fahren kann.
Ein Termin steht unerschütterlich fest: „Am Karfreitag startet die Saison“, betont Bürgermeister Thomas Memmel im Gespräch mit dieser Zeitung. Allerdings ist alles andere noch ungewiss. Seit Herbst vergangenen Jahres sucht die Kommune Verstärkung für den derzeit engagierten Fährmann.
Der wolle aus Altersgründen seine Arbeitszeit von fünf auf drei Arbeitstage reduzieren. Um dann weiterhin zu gewährleisten, dass die Fähre sechs Tage in der Woche (Montag ist Pause) unterwegs sein kann, braucht es weitere Unterstützung.
Derzeit gebe es sowohl in Hienheim als auch in Neustadt a. d. Donau Mitbürger, die zeitweise den Dienst übernehmen, um den Fährmann zu entlasten. Außerdem könnte auch noch ein Mitarbeiter aus dem Bauhof einspringen.
Deshalb ist sich Memmel sicher, zumindest zu wichtigen Zeiten wie Wochenenden und Feiertagen die Fähre einsetzen zu können. Das sei auch wichtig, denn Touristik-Unternehmer aus der Kommune seien bei ihm schon vorstellig geworden, da sie befürchten, die Fähre könnte als Zugmittel ausfallen.
Keine Resonanz auf die Suche in Neustadt a. d. Donau
Bisher hätten sich noch keine geeigneten Kandidaten gefunden. Memmel spricht von einer insgesamt eher mauen Resonanz auf die Suche. Bisher habe man klassisch, in den eigenen Medien und mittels Zeitungsanzeigen, gesucht. Durchaus versuche man, gezielt Menschen anzusprechen, von denen man annehme, sie könnten den Dienst im gesuchten zeitlichen Rahmen verrichten. In den bisherigen Bürgerversammlungen machte er jedes Mal Werbung für den Dienst. Immerhin sei man immer an der frischen Luft. Allerdings hat sich auch daraus noch nichts ergeben.
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Längst sei man davon abgekommen, jemanden zu suchen, der die Aufgabe in Vollzeit übernehmen will. Denn die Resonanz war da früher schon eher negativ. Sollte nun aber ein Kandidat vorstellig werden, der das doch will, würde man sich sicherlich einig werden. Das müsse dann eben in Absprache mit dem bisherigen Fährmann geschehen.
Wer grundsätzlich Interesse hat, in welchem Zeitrahmen auch immer, dürfe sich jederzeit an die Personalabteilung wenden. Der Kontakt dazu ist auf der Internetseite der Kommune zu finden. Unter anderem ist es telefonisch möglich – unter der Nummer (0 94 45) 97 17 46.
Ein Team soll sich in Neustadt a. d. Donau finden
Vor allem hofft Memmel, dass sich weitere Mitstreiter finden, mit deren Hilfe man den Sechs-Tage-Takt bis zum 3. Oktober stemmen kann. Erstellt würde ein Dienstplan, so dass sich alle auf ihre Arbeitszeiten auch einstellen könnten. Ganz ohne Vorbereitung gehe es aber nicht. Gemacht werden müsse ein sogenannter Fährschein. Den könne man jedoch mit wenig Aufwand über den Technischen Überwachungsverein (TÜV) erwerben.
Memmel weist darauf hin, dass an den Wegen zur Fähre, etwa bei der Donaubrücke in Kelheim, Informationen zu finden sein werden, ob und wann die Fähre im Einsatz ist.
Ursprünglich war die Dienst des Fährmanns eine selbstständige Tätigkeit. Er musste zusehen, dass er mit den Geldern, die Kunden bezahlen mussten, auskam. Das sei schon immer nicht ganz so einfach gewesen, blickt Memmel zurück. Man sei ja unter anderem witterungsabhängig. Deshalb habe man sich vor rund einem Jahrzehnt entschlossen, die Fährleute anzustellen, um ihnen das wirtschaftliche Risiko zu ersparen.