IHK-Ausschuss fordert von neuer Bundesregierung Reformen für die Wirtschaft

Der IHK-Ausschuss Industrie, Umwelt, Energie und Technologie fordert von der künftigen Bundesregierung eine Reformagenda, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Das machte das Gremium bei seiner Frühjahrssitzung im BMW-Werk Regensburg deutlich.
Mangelnde Planungssicherheit, überbordende Bürokratie, zu hohe Energie- und Arbeitskosten sowie eine marode wirtschaftsnahe Infrastruktur: „Die Rahmenbedingungen schränken die Unternehmen hierzulande oft massiv ein. Dadurch gerät der Produktionsstandort im internationalen Wettbewerb immer mehr ins Hintertreffen“, wird Ausschussvorsitzender Stephan K. Fischer in der Pressemitteilung der IHK zitiert.
Keine Symbolpolitik
Finanzielle Belastungen für Betriebe müssten gesenkt werden und Bürokratieabbau dürfe keine Symbolpolitik bleiben. Aber auch der Ausbau der wirtschaftsnahen Infrastruktur in den Bereichen Energie, Digitalisierung und Mobilität gehöre laut Pressemitteilung zu den Kernforderungen.
Die Ausschussmitglieder waren sich einig, dass der Automobilsektor künftig ein gewichtiger Faktor für die Wirtschafts- und Innovationskraft der Region sei. In Regensburg wurden 2024 mehr als 340 000 Fahrzeuge hergestellt. Ein Rekord, auf dem man sich aber nicht ausruhen wolle, so Armin Ebner, Leiter des BMW-Werks Regensburg. „Alle 57 Sekunden verlässt ein neues Fahrzeug das Montageband.“ Die Elektromobilität sei für BMW ein Wachstumstreiber und das Werk bereite sich schon heute auf die Einführung der Neuen Klasse vor. Dazu setze man auf eine intelligent-vernetzte Fabrik und eine ressourcenschonende Produktion.
Luft nach oben bei Infrastruktur-Ausbau
IHK-Verkehrsexperte Manuel Lorenz erklärte, dass in der Region sowohl mit Blick auf Sanierung als auch den Infrastruktur-Ausbau Luft nach oben bestehe. Eine Herausforderung für Pendler und Betriebe werde die Bahn-Generalsanierung des Hochleistungskorridors zwischen Passau und Nürnberg sowie die Sanierung des Pfaffensteiner Tunnels.
Tobias Saller, Geschäftsführer der Luxgreen Climadesign GmbH, und Rainer Kaltschmidt, Leiter Systeme und Anwendungen am Fraunhofer Institut für Elektronische Nanosysteme, zeigten neue Wege in den Bereichen Energie und Technologie auf. Der Anteil Erneuerbarer Energien wachse und neben Netzausbau spiele der Ausbau von Energiespeichern eine entscheidende Rolle.