Kreisfeuerwehrverband Regensburg: Kreisbrandrat kritisiert Gesetzentwurf zur Kommandantenwahl

Wirklich „beeindruckend“ fand MdB Peter Aumer, selbst bei der Feuerwehr Ramspau, die Zahlen vom Kreisfeuerwehrverband Regensburg. Dass im vergangenen Jahr rund 5300 Einsätze geleistet wurden, verdiente bei der Hauptversammlung in der Jahnhalle seinen großen Respekt.
„Wir brauchen euch mehr denn je“ betonte er in Richtung der 175 Landkreis-Feuerwehren, die etwa bei Starkregenereignissen immer häufiger gefragt sind. Wie Kreisbrandrat Hans Bornschlegl eingangs betont hatte, betreffe der Klimawandel sehr wohl die Region. Er dankte allen 7061 aktiven Feuerwehr-Dienstleistenden für ihr Engagement. Ob es dafür auch immer Anerkennung gebe, stehe „auf einem anderen Blatt Papier“, so Bornschlegl.
Anhebung der Altersgrenze
Er entschuldigte sich, dass sein Jahresberichte etwas knapper ausfielen, da Bornschlegl erst am 29. September 2024 die Nachfolge von Wolfgang Scheuerer angetreten hatte. Als Kreisvorsitzender brachte er unter anderem die zentrale Beschaffung vom Feuerwehr-Fahrzeugen zur Sprache. Wenn das landesweite Pilotprojekt gut ausgehe, dann könne man auch die zentrale Beschaffung weiterer Fahrzeug-Typen in Betracht ziehen, hofft er.
Momentan werde eine „landesweite Sammelbestellung“ auf den Weg gebracht. Für Kommunen hätte so eine Bestellung den Vorteil der Planungssicherheit, betonte Bornschlegl.
Kommandant müsse „gewisse Erfahrung“ mitbringen
Zu mehreren Punkten der geplanten Novellierung des Bayerischen Feuerwehrgesetzes äußerte sich Bornschlegl kritisch. So war in einem ersten Gesetzesentwurf vorgesehen, die vierjährige Wartezeit für die Wahl zum Kommandanten zu streichen. Vom Landesfeuerwehrverband Bayern gab es dazu laut Bornschlegl ein „Nein“, denn der Kommandant müsse „eine gewisse Erfahrung“ mitbringen, die mit 18 für das Amt noch nicht ausreichend sei. Die vorgesehene Anhebung der Altersgrenze bei Feuerwehrleuten auf das gesetzliche Rentenalter halte der Verband für sinnvoll.
Jegliche darüber hinaus gehende Entscheidungen auf Antrag lehne er jedoch entschieden ab. „Die Entscheidung darüber soll nicht den Kommandanten aufgebürdet werden“, betonte Bornschlegl. Wie er ausführte, gehe die Empfehlung vom Landesverband morgen zum Ministerrat, ehe der Landtag final darüber entscheidet. Er rechne damit, dass Mitte des Jahres die „Novellierung beschlossen“ sei. Bisher liegt die Altersgrenze bei 65 Jahren.
Zuschuss zur Gründung von Kinderfeuerwehren
Weiter wies Bornschlegl auf einen kleinen Zuschuss zur Gründung von Kinderfeuerwehren hin. So unterstützte die Versicherungskammer Bayern die Gründung mit einmalig 300 Euro. Der Zuschuss könne von den Mitgliedsfeuerwehren im Landesverband beantragt werden. In seiner Funktion als Kreisbrandrat ging er auch auf die Aus- und Fortbildung der Feuerwehr-Dienstleistenden ein: Über 1200 Frauen und Männer hätten sich auf Kreisebene auf den angebotenen Lehrgängen fortgebildet. Auch die Jugendarbeit sei gut aufgestellt. Mit zuletzt 1852 Jugendlichen habe man 2024 gegenüber dem Vorjahr einen „kleinen Anstieg“ verzeichnet. Die Rahmenaktionen der Feuerwehren trügen dazu bei.
Lob für Kinderfeuerwehren
Zudem gebe es landkreisweit nun über 60 Kinderfeuerwehren mit mehr als 1400 Mitgliedern, so Bornschlegl. Zwar sei nicht garantiert, ob diese Mitglieder später aktive Feuerwehrleute werden, jedoch bekämen die Kinder in jedem Fall die Werte der Feuerwehr mit. „Davon profitieren wir alle“, so Bornschlegl. Per Akklamation wählten die stimmberechtigten Mitglieder die drei Stellvertreter des Kreisverbandsvorsitzenden. Dies sind: Thomas Diez (Kreisbrandinspektor), Armin Schneider (Vorsitzender Vereinsvorstände) und Manuel Odwody (Kommandanten).
Zum Kommandanten-Stellvertreter des KBI-Bezirks Süd wurde Johannes Erras gewählt. Die Wahl leitete Kreisbrandinspektor Wilfried Hausler.
Info: Auszeichnungen
Landrätin: Tanja Schweiger ernannte den vormaligen langjährigen Kreisbrandrat Wolfgang Scheuerer zum Ehrenkreisbrandrat. Dabei erwähnte sie auch sein unermüdliches Engagement für die Feuerwehr-Jugend. Günter Schöberl galt die zweite Auszeichnung. Der ehemalige Kreisbrandinspektor wurde zum Ehrenkreisbrandinspektor ernannt.
Dank: Als Gastgeber begrüßte Regenstaufs Bürgermeister Josef Schindler die rund 500 Feuerwehrleute. Er betonte die kommunale Unterstützung der Feuerwehren: „Wenn die Kommune mithilft, sind die Investitionen zu stemmen.“ Rückblickend dankte er den Führungskräften und Kameraden der Feuerwehr für die rund 150 Einsätze beim starken Juli-Unwetter
