Insolvenzverschleppung? Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Gesellschaften der Ziegler-Group

Von Franziska Mahler · 14. März 2025 um 14:24

Die Staatsanwaltschaft Regensburg ermittelt gegen mehrere Gesellschaften der Oberpfälzer Ziegler-Group. Der Tatvorwurf: Insolvenzverschleppung. Allerdings befinden sich die strafrechtlichen Untersuchungen noch am Anfang.

Zunächst berichteten die Oberpfalz Medien über den Fall. Die Staatsanwaltschaft Regensburg bestätigt auf Nachfrage der Mediengruppe Bayern die Ermittlungen gegen folgende Gesellschaften: Sendel + Göß Haustechnik GmbH, m3plan GmbH, Green Living Service GmbH, Mohr Holzhaus GmbH, Eisen Knorr GmbH, Zimmerei Mohr GmbH, ZG Distributionsgesellschaft mbH, naturheld GmbH und Haustechnik Ayaz GmbH & Co. KG.

Im Fokus der Ermittlungen stehen die jeweiligen Geschäftsführer, sagte Staatsanwalt Thomas Schug. Der Grund: Diese sind verpflichtet, „spätestens nach drei Wochen ab Eintritt der Zahlungsunfähigkeit beziehungsweise Überschuldung einen Eigenantrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Gesellschaft zu stellen“. Ist das nicht der Fall, spricht man von einer Insolvenzverschleppung.

Regelinsolvenzen werden standardmäßig überprüft

Die Staatsanwaltschaft werde grundsätzlich über jedes Insolvenzverfahren informiert. Standardmäßig werden dabei Regelinsolvenzen im Rahmen einer Vorermittlung auf Auffälligkeiten untersucht, erklärte Schug. Das war auch bei der Ziegler-Group der Fall, die seit Ende November 2024 für 27 der 45 Gesellschaften Insolvenz angemeldet hatte.

Doch in neun Fällen mündete diese Vorprüfung nun in einem Ermittlungsverfahren. Schug betont, dass sich die Ermittlungen „noch in einem sehr frühen Stadium befinden“. Weitere Details zum Fall könne er deshalb aktuell nicht nennen. Entscheidend für die Beurteilung sei nun, ob rechtzeitig ein Insolvenzantrag gestellt wurde. Das erfordere aber „umfangreiche Ermittlungen“. Für die jeweiligen Geschäftsführer gelte die Unschuldsvermutung.