Hoch oben klappert es wieder: Erste Störche nach Nittenau und Bruck zurückgekehrt

In den vergangenen Monaten war es ruhig auf dem Haus des Gastes in Nittenau. Doch damit ist es jetzt vorbei. Die Storchenkamera der Stadt verrät: Meister Adebar ist zurück aus der Winterpause und klappert wieder um die Wette.
Doch welches Nest ist heuer besetzt und welcher Storch ist vielleicht nicht mehr da? Diese Fragen haben auch die Storchenexperten von Nittenau und Bruck beschäftigt.
Im Vorjahr erschütterte der Tod des dienstältesten Storchs alle Tierliebhaber in Nittenau. Der 17 Jahre alte Storchenmann wurde von einem Auto erfasst und verstarb. Er hinterließ ein Weibchen, welches samt Nachwuchs von heute auf morgen auf sich alleine gestellt war.
Im Dezember und Januar sei das Weibchen dann nicht mehr da gewesen und habe sich vermutlich in Südfrankreich aufgehalten, mutmaßt Nittenaus Storchenbeauftragter Gunther Stangl. „Jetzt ist sie zurück und hat ein neues Männchen gefunden“, erzählt er. Und beide hätten laut Stangl bereits fleißig zusammen am Nest gebaut, das sie nun seit einigen Wochen auf dem Haus des Gastes bezogen haben.
In den nächsten Monaten sei außerdem mit Nachwuchs zu rechnen – davon geht Stangl aus. „Wenn alles gut läuft, können sich die Nittenauer auf viele Jungstörche freuen“, hofft der Storchenpate.
Territoriale Kämpfe
Auch im Ortsteil Stefling gibt es tierische Neuigkeiten. Dort ließ sich laut Stangl ein weiteres Storchenpaar nieder. „Im vorherigen Jahr gab es zwischen den Störchen oft noch territoriale Kämpfe um die Nester“, erzählt er. Heuer werde sich die Situation vermutlich etwas beruhigen, weil sich die Vögel jetzt besser kennen.
Außerdem gibt es noch eine weitere Überraschung in Nittenau: „Ein drittes Storchenpaar wurde gesichtet, leider hatten die zwei etwas Pech mit dem Nestbau und sind wahrscheinlich weitergezogen.“
Ein Problem für Meister Adebar bleiben aber nach den Worten des Storchenpaten auch heuer die Straßen und Autos in Nittenau. Viel zu viele Tiere würden immer noch im Verkehr unter die Räder kommen und getötet werden. „Trotzdem hat die Stadt noch keine konkreten Maßnahmen ergriffen, um die Störche dieses Jahr besser zu schützen“, kritisiert Stangl. Nach seinen Worten wäre der Bau eines Schutzzauns an besonders gefährlichen Straßenabschnitten längst überfällig.
Im benachbarten Bruck ist Agnes Feuerer die Storchenexpertin des Marktes. Auch sie beobachtet, wie viele andere Brucker, die Rückkehr der ersten Störche voller Vorfreude: „Wir lieben unsere Störche und freuen uns alle, dass sie jetzt da sind“, sagt Feuerer.
Vor rund zwei Wochen kehrte der in Bruck bereits bekannte männliche Storch aus der Winterpause zurück. Wie im Vorjahr machte er es sich auf dem Kamin der alten Eisengießerei an der Bodenwöhrer Straße gemütlich. Der Storchenmann sei in Bruck auch deshalb fast jedem ein Begriff, „weil er überhaupt nicht scheu ist und sehr nah an die Menschen rangeht“, erzählt Feuerer.
Mit etwas Verspätung kam vorige Woche dann auch das Weibchen ins Nest zurück und sorgte für Wirbel. Der Grund?„Sie kam in Begleitung eines anderen Männchens“, weiß Feuerer. Kurzerhand habe es einen Kampf um die Gunst des Weibchens gegeben. „Durchsetzen konnte sich letztendlich der alteingesessene Brucker Storch. Also bleibt alles beim Alten“, so die Storchenexpertin.
Namenssuche läuft
Obwohl die Störche kaum mehr aus dem Markt wegzudenken seien, gebe es für die Vögel noch immer keine offiziellen Spitznamen, stellt Feuerer fest. Die Namenssuche laufe nach ihren Worten aber schon auf Hochtouren.
In den zwei Jahren zuvor habe das Storchenpaar in Bruck vier Jungstörche in ihrem Nest aufgezogen. Heuer rechne die Storchenexpertin wieder fest mit Nachwuchs: „Die beiden Störche sind noch recht jung, deshalb mache ich mir da keine Sorgen.“
Noch keine Gewissheit gebe es laut Feuerer aber über das zweite Storchenpaar. Im Vorjahr noch dagewesen, „fehlt von den zwei Störchen bisher jede Spur“. Noch sei ungewiss, ob und wann das Storchenpaar sein Nest wieder in Bruck aufschlage. Agnes Feuerer hofft aber auf ein Happy End: „Ich würde mich sehr freuen, wenn auch dieses Storchenpaar noch den Weg zu uns nach Bruck zurückfindet.“