Stadt Abensberg senkt Kosten für Wärmeleitungen

Betreiber von Wärmenetzen in Abensberg beklagten sich vor geraumer Zeit im Gespräch mit dieser Zeitung, dass sie von der Kommune zu wenig unterstützt würden. Jetzt hat der Bauausschuss in nichtöffentlicher Sitzung reagiert.
Vor allem die Kosten für die Gestattungsverträge, die notwendig sind, wenn man Leitungen unter öffentlichem Grund verlegt, sind etwa Robert Neumaier und Robert Meier ein Dorn im Auge. Aufgrund derer waren bis jetzt wie berichtet 0,26 Cent inklusive Steuer pro durchgeleitete Kilowattstunde Wärme an Nutzungsentgelt zu bezahlen.
Bürgermeister Bernhard Resch erklärt jetzt auf Nachfrage dieser Zeitung, dass diese Summe vom Bauausschuss um 20 Prozent gesenkt worden ist. Es werden jetzt 0,2 Cent verlangt. Dies sei eine Summe, die man dem Endkunden zumuten könne, sollte der Betreiber diese Kosten auf den Preis umlegen. „Bei einem Wärmeverbrauch von 10.000 Euro seien das 20,23 Euro im Jahr an Kosten aus dem Gestattungsvertrag.“ Ein durchschnittlicher Haushalt würde viel weniger Wärme benötigen. Resch sprach hier von weniger als neun Euro Kosten im Jahr.
Resch betont, dass es kein bürokratischer Aufwand sei, die Kosten für die Gestattungsverträge herauszurechnen. Auch das hatten Neumaier und Meier beklagt, da dadurch Arbeitszeit verloren gehe. Der Bürgermeister sagt dagegen, beide müssten ohnehin bei der Jahresabrechnung für ihre Kunden die Kosten aufschlüsseln. Die Neue Regelung gelte laut Resch für alle Verträge, die ab dem 1. Januar 2024 geschlossen worden sind oder werden.
Potenzielle Kunden warten
Bereits vor Wochen hatten Neumaier und Meier, die in Abensberg und Offenstetten Wärmeleitung betreiben, gegenüber dieser Zeitung gefordert, die derzeit geltenden Verträge zu ändern. Erst dann könnten sie sich vorstellen, ihre Netze weiter auszubauen.
Dabei gäbe es Kunden, die nur darauf warten, angeschlossen zu werden. Vor wenigen Tagen brachte Neumaier schriftlich Beispiele dafür: Ein Bewohner der Bahnhofstraße saniere gerade sein Haus und würde es gerne an die Fernwärme anschließen. Da er derzeit zeitnah keinen Anschluss von ihm bekommen könne, baue er jetzt eine Gasheizung.
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Dessen Nachbar falle als Kunde weg, weil Neumaier ihn nur über das Grundstück des Nachbarn anschließen könne. Da weitere potenziellen Kunden entlang der Bahnhofstraße aus verschiedenen Gründen nicht anschließen wollen, sei eine wirtschaftliche Erschließung der Bahnhofstraße unmöglich, und die Liegenschaften Richtung Bahnhof, die zum Teil auf den Anschluss warten, würden wohl nie Fernwärme bekommen.
Projekte in Abensberg nicht blockieren
Außerdem hoffe ein Interessent in der Innenstadt seit zwei Jahren, dass sein 35 Jahre alter Gaskessel nicht explodiert und er nicht kurzfristig einen Neuen bauen muss.
Er fordere die Stadt Abensberg auf, in dieser Problematik endlich sinnvoll und ressourcenschonend zu agieren, indem vorhandene Projekte unterstützt und nicht derartig blockiert werden, wie es seit Jahren der Fall sei. „Es stellt sich ja täglich mehr die Frage, wie die Klimaziele in der Kommune Abensberg jemals erreicht werden sollen“, schreibt Neumaier.
Grundsätzlich haben Neumaier und Meier den Bürgermeister auf ihrer Seite. Bereits vor einigen Wochen stellte er gegenüber dieser Zeitung fest, dass ihm die damals geltenden Regeln der Verträge nicht gefielen. Damals schon sei ein Fachanwalt eingeschaltet gewesen, um den politischen Gremien Änderungsvorschläge zu unterbreiten. Allerdings könne er sich nicht vorstellen, gar kein Geld zu verlangen. Immerhin müsse die Kommune die genutzten öffentlichen Flächen instand halten.
Ob sich die Netzbetreiber mit der jetzigen Regelung zufriedengeben, bleibt abzuwarten. So hatte Meier im Gespräch mit dieser Zeitung ja sogar Investitionszuschüsse seitens der Stadt für die Betreiber gefordert.