Im Bereich der Polizeiinspektion Furth im Wald wurden 30 Prozent mehr Drogenfahrten gestoppt

Unter Zuhilfenahme einer 19-seitigen Präsentation haben Polizeirat Philipp Rammrath und sein Stellvertreter, Erster Polizeihauptkommissar Josef Weindl, die Verkehrsunfallstatistik 2024 für den Wirkungsbereich der Polizeiinspektion (PI) Furth im Wald vorgestellt.
„Wir können froh sein, dass die Zahlen gut sind“, sagte Rammrath zu Beginn des Pressegesprächs. Oberpfalzweit sei man auf einem guten Weg das vom Bundesverkehrsministerium ausgegebene Verkehrssicherheitsprogramm 2021 bis 2030 zu erfüllen. Das verlangt, die Zahl der Toten im Straßenverkehr zu senken und den Schutz auf Landstraßen gerade für vulnerable Verkehrsteilnehmer (z. B. Radfahrer) zu erhöhen. „Wir haben in der Oberpfalz viel weniger Tote als in den Jahren zuvor und haben den historischen Tiefstand nur knapp verfehlt“, so der Polizeirat.
An die positive Grundstimmung konnte Weindl für den PI-Bereich Furth im Wald nahtlos anschließen. 532 Unfälle und damit 26 weniger als im Jahr 2023 schlugen zu Buche. 67 mal kam es zu Personenschäden (2023: 75). Dabei wurden 78 Verkehrsteilnehmer leicht verletzt (84) und 16 schwer (18). Erfreulich für Weindl, dass es keinen Verkehrstoten zu beklagen gab(1).
Junge Frauen schwer verletzt
Der für ihn eindrücklichste Unfall ereignete sich dabei im September. Zwei junge Frauen fuhren von Bad Kötzting kommend im Bereich Sengenbühl auf der Äußeren Kötztinger Straße mit überhöhter Geschwindigkeit, touchierten Bäume. Der Aufprall war schließlich so heftig, dass der Motorblock aus dem Wagen gerissen wurde und auf der Fahrbahn lag. Die Rettung der beiden Frauen erwies sich als dramatisch.
„Es war kompliziert, sie zu befreien.“ Glück im Unglück war, dass die Einsatzkräfte gerade von einer Brandschutzübung beim Zoll kamen, als der Notruf abgesetzt wurde und so entscheidend schneller am Unfallort waren. „Es sah nach Aussagen der Ärzte zunächst nicht gut aus für die beiden Frauen“, so Weindl. Aber den beiden Frauen gehe es inzwischen besser. Insgesamt aber „sind wir mit dem Ergebnis hochzufrieden“, so die beiden Polizeibeamten unisono.
Unfälle aufgrund von Alkoholkonsum gab es sechs (zehn) unter Drogeneinfluss keinen (einer). Vier Menschen wurden verletzt (sieben). Weindl erinnerte sich in diesem Zusammenhang an den krassesten Fall des Jahres in Verbindung mit Alkohol: Ein in Augsburg lebender Mann klaute einem Bekannten in der Fuggerstadt das Auto, fuhr damit nach Furth zu einem anderen Bekannten. Nach einigen Spritztouren in der Oberpfalz kam er mit dem Pkw von der Straße ab und landete im Straßengraben. Die Untersuchung ergab einen Wert von 3,87 Promille. Vernachlässigbar sind dagegen zwei harmlose Schulwegunfälle, die sich auf die Unachtsamkeit der betroffenen Kinder zurückführen lassen. Ein Anstieg ist bei den Radunfällen zu verzeichnen. Zwanzigmal krachte es (17), zwölfmal (zwölf) waren Radler die Verursacher, 18 Personen wurden verletzt (15). Der Anstieg ist damit zu erklären, dass die Anzahl der Radfahrer seit Corona gestiegen ist, glaubt der Polizeihauptkommissar. Verkehrsunfallfluchten gab es 86 (88), 54 blieben ungeklärt (51). Die Aufklärungsquote liegt bei 34,88 Prozent. Meist handelt es sich um Berührungen an stehenden Pkws, zum Beispiel auf Parkplätzen. Um die Aufklärungsquote zu erhöhen, ist die Polizei in diesen Fällen auf Zeugenaussagen angewiesen. Junge Erwachsene von 18 bis 24 Jahren waren in 36 Fällen in Unfälle verwickelt (50), zwanzigmal Verursacher (31), 13 wurden verletzt (22). Der Personenkreis ab 60, also die Senioren, war in 48 Unfälle verwickelt (56), in 33 Fällen selbstverursacht (33), zwölf Personen wurden verletzt (zwölf).
Zwei Trunkenheitsfahrten wurden verhindert (sechs), 45 mal zeigte das Blasröhrchen weniger als den verbotenen Wert an (45), 27 mal ergab sich ein Wert im Bereich der Verkehrsordnungswidrigkeit (28) und 20 Mal im Bereich einer Straftat (19). Einen signifikanten Anstieg hat die Polizei Furth im Wald im Bereich der Drogenkontrollen zu verzeichnen. Einhundert mal (66) und damit ein Drittel mehr Fälle wurden aus dem Verkehr gezogen. 55 davon alleine in Bezug auf Cannabis-Konsum. Ob das mit der Legalisierung im April des vergangenen Jahres zusammenhängt, lasse sich aufgrund des kurzen Zeitraums von einem halben Jahr wissenschaftlich nicht belegen, sagte Rammrath. „Aber der gesunde Menschenverstand legt die Überlegung nahe.“
Im Bereich der Verkehrsstraftaten schlagen Fahren ohne Fahrerlaubnis mit 102 Fällen (104) und Kennzeichenmissbrauch (48, 2023: 31) am stärksten zu Buche. Weindl betonte in diesem Zusammenhang ausdrücklich die gute grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit den tschechischen Kollegen. Besonders am Herz liegt den Further Polizeibeamten die Ermittlung von Rasern. In 134 Einsatzstunden gab es 337 Beanstandungen, vornehmlich auf der Bundesstraße 20 im Bereich Ausfahrt Arnschwang. 316 Mal war die gemessene Geschwindigkeit so hoch, dass Anzeige erstattet wurde, 21 Mal kamen die Fahrer mit einer Verwarnung davon.
Weiterhin Raser im Blick
Hoher Kontrolldruck herrschte auch im fließenden Verkehr: Wie Weindl ausführte, wurden 66 Überladungen, 72 Überholverbote, 36 Handyverstöße und 33 mangelhafte Ladungssicherungen beanstandet.
Da die Zahlen in fast allen Bereichen rückläufig sind, fällt das Jahresfazit der Further Polizei durchweg positiv aus. Der Plan für 2025 ist, die Arbeit genau so fortzuführen: „Wir wollen weiterhin Fahrten unter Drogen- und Alkoholeinfluss stoppen“, sagt Weindl. Außerdem sollen möglichst viele Raser aufgehalten werden.
