Jüngster Jahn-Profi aller Zeiten: Ben Kieffer hat seinen Platz im Profikader gefunden

Von Lukas Götz · 12. März 2025 um 10:30

Mit seinem Profi-Debüt für den SSV Jahn Regensburg am 22. Dezember 2024 hat sich Youngster Ben Kieffer sowohl in den Jahn- als auch in den Zweitliga-Geschichtsbüchern verewigt. Mittlerweile hat der talentierte Abwehrspieler seinen festen Platz im Kader der Oberpfälzer. Und in diesem hat er auch ein großes Vorbild.

Am 22. Dezember 2024 beim 2:1-Sieg des SSV Jahn Regensburg gegen den SV Darmstadt 98 hat Ben Kieffer Regensburger Fußballgeschichte geschrieben und sich auch in den Geschichtsbüchern der 2. Bundesliga verewigt. Mit 16 Jahren und 309 Tagen ist er der jüngste Profispieler, der je beim Jahn eingesetzt wurde. Gleichzeitig ist der mittlerweile 17-Jährige der drittjüngste Spieler, der jemals in der zweiten Liga auf dem Feld stand. Und der Youngster sorgte noch für eine weitere bemerkenswerte Anekdote.

In der einen Minute, die Ben Kieffer bei seinem Debüt auf dem Platz stand, holte sich der Verteidiger direkt eine Gelbe Karte ab: „Ja, Zeitspiel“, erinnert er sich mit einem Grinsen direkt daran. Im Strafenkatalog wurde das Vergehen nicht geahndet, sagt er. Dort habe er noch Welpenschutz. Außerdem dürfte es dem Team in Anbetracht des vielumjubelten Sieges sehr recht gewesen sein, dass Kieffer wie ein alter Hase Zeit von der Uhr nahm, anstatt vor jugendlichem Tatendrang zu strotzen.

„Man blendet alles aus“

Nervös war er bei den ersten Schritten auf dem Feld ohnehin kaum mehr, so Kieffer: „Ich muss sagen, dass ich beim Aufwärmen vor dem Spiel nervöser war als dann bei der Einwechslung“, erinnert er sich. „Als ich das erste Mal auf den Platz gegangen bin, war ich dann schon ein bisschen nervös, aber man schaut auf den Ball, auf seine Mitspieler, auf die Gegner und recht viel mehr merkt man in dem Moment gar nicht. Man blendet eigentlich alles aus.“

Bei den Profis trainiert Kieffer, der am liebsten Innenverteidiger, aber auch hinten rechts spielt, erst seit Anfang Dezember mit. Zwei Wochen vor seinem Debüt stand er das erste Mal mit den Profis auf dem Trainingsplatz. Umso überraschender, dass er von seinem Coach Andreas Patz direkt ins kalte Wasser geworfen wurde. Patz begründete die Einwechslung nach dem Spiel mit den Trainingsleistungen: „Wer sich das verdient, wird belohnt, und deswegen ist die Entscheidung so gefallen.“

Echtes Jahn-Eigengewächs

Ben Kieffer ist ein echtes Jahn-Eigengewächs – und das, obwohl er eigentlich aus Straubing kommt: „Für mich gibt es eigentlich bloß den Jahn. Ich bin in der U 9 hergekommen, habe schon in der U 8 hier trainiert, als es noch keine U 9 gab“, erzählt Kieffer, der zuvor mit seinem Vater als Trainer beim RSV Ittling auch schon kickte, sich aber daran kaum erinnert.

Mittlerweile ist das Training mit den Profis Alltag für Kieffer. Doch natürlich hat ein 17-Jähriger noch andere Verpflichtungen als ein Vollprofi. „Schule, Führerschein – eine Freundin habe ich auch“, berichtet er mit einem Lachen. Wobei zumindest der Führerschein demnächst von seiner To-do-Liste runter sein müsste: Die praktische Prüfung steht vor der Tür. In der Schule dauert es hingegen noch. In zweieinhalb Jahren steht für Kieffer, der sein Abitur im G9 macht, der Abschluss an. Bis dahin heißt es für ihn weiter Doppelbelastung der für Fußball-Profis etwas anderen Art.

Warten auf das zweite Spiel

Beim Jahn hat Kieffer mittlerweile seinen festen Platz im Kader, auch am Wochenende gegen Paderborn stand er auf dem Spielberichtsbogen. Einzig: Für einen weiteren Einsatz hat es seit seinem Debüt nicht mehr gereicht. Dafür hat er jedoch, in Anbetracht der sportlichen Lage, Verständnis: „Natürlich will ich gerne spielen und bin schon ab und zu mal enttäuscht, dass ich dann nicht eingewechselt wurde“, sagt Kieffer, ergänzt aber umgehend: „In der aktuellen Phase ist es für einen Trainer sehr schwierig, einen 17-Jährigen vor allem als Verteidiger einzuwechseln. Ich würde es mir zwar zutrauen und hätte auf jeden Fall Lust, aber ich verstehe die Trainer absolut.“

Großes Vorbild im Kader

Für Kieffer heißt es daher, geduldig zu sein und sich im Training weiter zu empfehlen, wie es ihm im Dezember gelungen ist. Im Jahn-Kader hat er dafür auch ein – im wahrsten Wortsinn – großes Vorbild: „Poldi (Leopold Wurm, Anm. d. Red.) hilft mir sehr und gibt mir oft Tipps“, verrät er seine Bezugsperson im Team. Von Konkurrenzdenken aufgrund der gleichen Position sei bei den beiden Jungspunden, Wurm ist schließlich auch erst 18 Jahre alt, keine Spur, wie Kieffer abermals mit einem verschmitzten Lächeln anmerkt: „Wenn ich auf der Rechtsverteidiger-Position spiele, dann kann ich ja mit ihm zusammenspielen.“