Gewaltexzess in Regensburger Bus: Passagier schlägt auf Fahrer ein – Mitfahrer schildert bange Minuten

Von Philip Hell · 11. März 2025 um 13:48

Wie fast jeden Morgen hat sich Florian M. (Name geändert) am vergangenen Freitag vom Stadtwesten auf den Weg in Richtung Regensburger Altstadt gemacht. Was als Busfahrt wie jede andere begann, endete in einem massiven Gewaltausbruch eines Mitfahrers.

Ein Mitfahrer des Busses habe angefangen, laut zu schreien, schildert M. der MZ. Der Busfahrer habe ihn aufgefordert, damit aufzuhören. Auf Höhe der Boessnerstraße stoppte der Bus, der Fahrer ging auf den Schreihals zu und wollte ihn rauswerfen. M. beobachtete die Szene aus nächster Nähe und begann zu filmen, weil ihm die Sache komisch vorkam. Auf dem Video ist deutlich zu hören und zu sehen, wie der Fahrgast den Busfahrer anspuckt. Im Anschluss eskalierte die Situation weiter, sagt M. Der Busfahrer ging zurück zu seiner Fahrerkabine. Der Mann verfolgte ihn und begann damit, auf den Fahrer einzuschlagen. „Der kniete richtig auf ihm“, sagt M. wenige Tage nach dem Vorfall. Er redete auf den Mann ein, versuchte ihn zu beruhigen – ohne sich dabei selbst in Gefahr zu bringen. „Er hat ständig an seiner Hose rumgefummelt. Wer weiß, ob der nicht noch ein Messer dabei hat?“

Nach einigen Minuten ließ der Mann schließlich vom Busfahrer ab, stieg aus dem Bus und rannte weg.

Nach Gewaltausbruch in Regensburger Bus: Mann (47) kurzzeitig auf der Flucht

Die Polizei bestätigt den Vorfall auf Anfrage der MZ. Der Busfahrer zog sich nach aktuellem Ermittlungsstand hierbei leichte Verletzungen zu, teilt Pressesprecher Markus Reitmeier mit. Der Mann sei zunächst flüchtig gewesen, man habe ihn aber relativ zügig ausfindig machen können. Der Verdächtige blieb auch bei der Festnahme renitent, schreibt Reitmeier. Er bedrohte und beleidigte die Beamten.

Nach seiner Festnahme wurde er in eine psychiatrische Fachklinik gebracht. Gegen den 47-Jährigen läuft nun ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung. Der Tatverdächtige sei für die Beamten kein Unbekannter, betont Reitmeier.

Stadtwerke zu Attacke in Regensburger Bus: Vorfälle nehmen zu

Auch die Stadtwerke bestätigten den Vorfall. Pressesprecher Martin Gottschalk: „Unserem Fahrer geht es den Umständen entsprechend gut.“ Er sei aufgrund seiner leichten Verletzung „natürlich aktuell nicht im Dienst“. Im Bus seien keine Überwachungskameras eingebaut, folglich existieren auch keine Videoaufnahme – abgesehen von der kurzen Sequenz, die der Fahrgast gefilmt hat. Vorfälle wie dieser seien „extrem selten“, schreibt Gottschalk. „Wir stellen aber insgesamt fest, dass die Zahl der Beleidigungen oder auch Vorfälle wie Anspucken gegen unsere Fahrerinnen und Fahrer deutlich zugenommen hat in den vergangenen Jahren.“