Zum Saisonstart im Regensburger Dackelmuseum gibt’s die Weltrekord-Bestätigung

Der Urlaub war lang und turbulent, jetzt beginnt im Regensburger Dackelmuseum die neue Saison – und das gleich mit einem Knalleffekt.
Der Regiestuhl im Windfang in der Weiße-Hahnen-Gasse ist wieder besetzt. Seit wenigen Tagen thront hier wie gewohnt Seppi Küblbeck, begrüßt die Besucher des Dackelmuseums und behält alles im Auge, was sich zwischen Donau und Bischofshof tut.
„Es hat uns sehr gefreut, wie herzlich uns die Regensburger zurück empfangen haben. Die Frau Meier von der Wurstkuchl oder die Steffi Birnthaler vom Goliath-Hotel sind extra hergekommen und haben gesagt: ,Endlich seid ihr wieder da.‘ Das ist eine schöne Bestätigung für uns“, sagt Küblbeck nach dem großen Jahresurlaub.
Neun Wochen waren er, Oliver Storz und die drei Dackel Moni, Klein-Seppi und Blümchen unterwegs, im Wohnmobil ging es über die Schweiz und Südfrankreich bis nach Andalusien. „Neun Wochen hört sich sehr lang an. Doch im Grunde ist es nicht viel – denn jetzt arbeiten wir ja wieder neun Monate bis Weihnachten durch, auch an den Wochenenden“, skizziert Storz die etwas andere Jahreseinteilung der Museumsmacher.
„Alles, was Gott verboten hat“
Daher wäre es umso wichtiger, sich während dieser einen großen Auszeit richtig zu erholen. Doch dieses Vorhaben konnte erst nach heftigen Schreckmomenten umgesetzt werden – zu Beginn der Reise passierte laut Küblbeck nämlich „alles, was Gott verboten hat“.
Regelrecht dramatisch wurde es am Dreikönigswochenende, als Dackeldame Moni zu einer Not-Operation in eine Tierklinik nach Benidorm gebracht werden musste. Nach 300 Kilometern Anfahrt mit einer immer schwächer werdenden Hündin auf dem Schoß öffnete trotz Terminvereinbarung zunächst niemand die Tür.
Erst nach lauten Schreien wurde doch noch jemand auf die deutschen Touristen aufmerksam. Tierärztin Jessica Tobias eilte herbei und sorgte für die Erstversorgung von Moni. Am Tag darauf folgte die lebensrettende 90-minütige OP an der Gebärmutter, von der sich die Vierbeinerin erstaunlich schnell erholte.
„Die schlimmsten 24 Stunden ever“, resümierten Küblbeck und Storz auf ihren Social Media-Kanälen, wo sie die Fans des Dackelmuseums stets mitbangen ließen. Weitere Aufreger sollten folgen: Zwei Wochen später wurde Küblbeck beim Spaziergang mit Klein-Seppi am Campingplatz von einem weitaus größeren Hund attackiert. Der Dackel trug mehrere Bisswunden davon, sein Herrchen tat sich am Unterschenkel weh und sagt: „Seither hab ich Bammel vor großen Hunden, das hab ich vorher gar nicht gekannt.“
Storz wurde in dem ganzen Trubel ebenfalls zum Pechvogel. Erst betankte er das Wohnmobil aus Versehen mit Benzin statt mit Diesel, was eine waghalsige Abschlepp- und Abpump-Aktion notwendig machte, dann zog er sich einen Meniskusriss zu. „Trotzdem wurde es dann doch noch ein schöner Urlaub, mit vielen Inspirationen und netten Begegnungen“, meint er. Bestes Beispiel: Tierärztin Jessica ist seit dem Happy-End für Moni eine Freundin des Hauses und will bei Gelegenheit das Museum in Regensburg besuchen.
Dort ging während der Abwesenheit der Chefs trotz eingeschränkter Winteröffnungszeiten alles seinen gewohnten Gang, im sonst eher frequenzschwachen Februar kamen fast 1000 Besucher in die Weiße-Hahnen-Gasse. „Da wird einem erst wieder bewusst, was für ein tolles Team wir haben“, lobt Küblbeck die Arbeit der Statthalter.
Feier am 26. April
Ab dem Wochenende geht nun die neue Museumssaison in die Vollen. Einige Vitrinen der Ausstellung wurden völlig neu gestaltet, die ersten Highlight-Termine stehen auch schon fest.
Da ist beispielsweise die erstmals ausgetragene Deutsche Meisterschaft im Dackelrennen Ende Juni in Magdeburg, wo das Dackelmuseum und Schauspieler Tom Gerhardt alias „Hausmeister Krause“ als Stargäste dabei sind. Im September folgt der „Dackel Dog Deluxe“ als Nachfolgeveranstaltung der letztjährigen Dackelparade, bei der die Regensburger einen Weltrekord in Sachen Teilnehmerzahl aufstellten.
Dieser ist am Montag vom Guinness-Buch der Rekorde nach einem halben Jahr Wartezeit endlich offiziell bestätigt worden. „Wir haben eigentlich schon gar nicht mehr dran geglaubt“, sagt Küblbeck zu diesem zähen Verfahren. Doch wie so oft erweist sich der Ärger jetzt als glückliche Fügung: Die Rekord-Meldung kommt genau rechtzeitig zum Saisonstart und wird am 26. April, dem zweiten Jahrestag der Museumseröffnung, gefeiert.
