Mit Waffe im Bahnhof Schwandorf hantiert: Verdächtiger Pistolen-Mann ist amtsbekannt

Die Pistole, die auf einem Tisch in der Polizeiwache liegt, sieht täuschend echt aus. Am Samstag soll ein 68-Jähriger mit der Spielzeugwaffe im Schwandorfer Bahnhofsgebäude hantiert und sogar auf zwei Passanten gezielt haben. Der Mann ist für die Polizei kein Unbekannter und saß auch schon in Haft.
Wie berichtet, herrschte im Bahnhofsbereich am Samstag gegen 20 Uhr für kurze Zeit Aufregung. Im Bahnhofsgebäude solle sich ein Mann aufhalten, der eine Schusswaffe in seinen Händen halte, hieß es gegenüber der Polizei. Mehr noch: Der Täter solle mit der Pistole gar zwei Passanten bedroht haben, indem er sie auf sie richtete.
Eine Polizeistreife konnte den Mann in einem Bus am wenige Meter entfernten Busbahnhof stellen und kontrollieren. In seinem Rucksack befand sich tatsächlich eine Waffe. Von dieser ging aber keine größere Gefahr aus, da es sich um eine Softairpistole handelt. Die Waffe wurde dennoch samt Munition, also Plastikkügelchen, sichergestellt.
Gegen den Mann wird nun wegen Bedrohung und einer Ordnungswidrigkeit nach dem Waffengesetz ermittelt, da er eine Anscheinswaffe in der Öffentlichkeit mitgeführt hatte. Von den beiden Passanten, die laut einer Zeugin mit der Waffe bedroht worden sein sollen, fehlt dagegen noch jede Spur. Auf einen Zeugenaufruf der Polizeiinspektion Schwandorf meldete sich bis dato niemand.
Tatverdächtiger soll der Trinkerszene angehören
Schwandorfs Vize-Polizeichef Florian Meier berichtete auf Anfrage der MZ, dass es sich beim Täter um einen 68 Jahre alten Mann aus Schwandorf handelt. Dieser soll ein amtsbekanntes Mitglied der Trinkerszene sein und sich regelmäßig im Bereich des Bahnhofs aufhalten. „Er ist nicht als grundaggressiv bekannt“, so der Polizeisprecher.
Der 68-Jährige fällt laut Meier dennoch seit Jahrzehnten „immer wieder“ auf und sei entsprechend vorbestraft. Vor allem sei er wegen Diebstählen in Erscheinung getreten, aber auch wegen gefährlicher Körperverletzung habe sich der Schwandorfer bereits verantworten müssen. Zuletzt sei er 2019 wegen Hausfriedensbruchs in Haft gesessen.
Nach dem Vorfall am Samstagabend im Bahnhofsgebäude habe sich der Beschuldigte bei der Kontrolle kooperativ gezeigt. „Es gab keine Schwierigkeiten“, konstatierte Polizeihauptkommissar Meier. Der 68-Jährige sei jedoch stark alkoholisiert gewesen. Ein Schnelltest habe einen Wert von mehr als zwei Promille ergeben.
Vorfall erinnert an Szenen am Bahnhof Maxhütte-Haidhof
Mit Softairwaffen gibt es immer wieder Probleme – auch an Bahnhöfen in der Region. Im September vergangenen Jahres war beispielsweise ein Großaufgebot der Polizei in Maxhütte-Haidhof im Einsatz. Ein besorgter Anwohner hatte damals an einem Samstagvormittag Jugendliche gemeldet, die mit einer Waffe herumschießen sollen.
Vor Ort trafen die Beamten die Teenager an. Es stellte sich heraus, dass es sich bei der Waffe um eine Softairpistole handelte. Für die Bevölkerung bestand keine Gefahr. Die Jugendlichen händigten die Pistole widerstandslos der Polizei aus. Sie sagten damals, dass sie die Pistole nur zum Spaß auf dem Parkplatz ausprobieren wollten.
