Bombe im Regensburger Kasernenviertel: Tausende Menschen müssen warten

Um 19.37 Uhr am Freitagabend hat das stundenlange Warten ein Ende. Die 227 Kilogramm schwere Fliegerbombe, die am Vormittag in der Spandauer Straße gefunden wurde, ist erfolgreich entschärft, wie die Polizei meldet. Zuvor hatten rund 1500 Menschen nicht in ihre Häuser gedurft.
Wie ein Lauffeuer hatte sich zur Mittagszeit im Regensburger Stadtosten die Nachricht verbreitet: Es wurde wieder eine Bombe gefunden. Dieses Mal stießen Kanalarbeiter in der Spandauer Straße auf das Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg. Sofort eilten Mitarbeiter der Nürnberger Firma Tauber an den Fundort. Die Kampfmittelexperten hatten in der Vergangenheit bereits einige Bomben in Regensburg entschärft und wurden auch dieses Mal wieder angefordert.
Wie weit wird gesperrt?
Die großen Fragen waren: Wann wird entschärft? Und wie groß ist der Bereich, der um die Stelle herum evakuiert werden muss? Um 14.30 Uhr tagten Vertreter aller beteiligten Behörden und berieten mit den Sprengstoffexperten das weitere Vorgehen. Kurz danach gab die Regensburger Polizei bekannt, dass bereits um 15.30 Uhr mit der Evakuierung begonnen wird.
Rund um die Spandauer Straße haben viele Menschen da bereits von der Bombe erfahren. Es ist einiges los auf den Straßen, Hektik kommt aber nicht auf. Die Polizeibeamten werden immer wieder angesprochen und geben dann Hinweise: „Holen Sie sich am besten noch etwas zu essen oder was Sie sonst noch so brauchen.“
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Die Passanten zeigen ihrerseits zumeist Verständnis für die Absperrungen: „Ja, das muss eben so gemacht werden. Auch wenn es ja eigentlich immer gut ausgeht“, meint ein Mann. Ein anderer erklärt, dass es ihm gar nicht um sich selbst geht: „Aber ich muss meine Katze unbedingt noch holen.“
Polizisten patrouillieren von Tür zu Tür
Um 15.30 Uhr geht es dann richtig los. Polizisten patrouillieren von Tür zu Tür. Die Baustelle liegt mitten in einem Wohngebiet. Auch ein Hotel und eine Firma sind direkt daneben ansässig. Die Bewohner werden teilweise mit Bussen abgeholt. Andere parken ihre Autos um, um sicherzugehen, dass sie diese später auch noch nutzen können. Die Einsatzleitung hatte zuvor angeordnet, dass ein Gebiet mit einem Radius von 400 Metern rund um den Fundort menschenleer sein müsse. Betroffen sind neben der Spandauer Straße unter anderem die Benzstraße, die Landshuter Straße und ein Teilstück der Franz-Josef-Strauß-Allee bis zur Bajuwarenstraße. In einigen Gebäuden muss auch der Strom abgestellt werden. Auch die Autobahn zwischen den Ausfahrten Regensburg-Ost und Universität muss gesperrt werden. Freitagnachmittag ist stets Hochbetrieb auf dieser Verkehrsader zwischen Passau und Regensburg. Tausende Autofahrer müssen sich nun eine neue Route suchen.
Für Anwohner, die aus bestimmten Gründen von der Evakuierung besonders getroffen werden, ist eine Telefonhotline eingerichtet worden. Etwa für Menschen, die eine pflegebedürftige Person bei sich im Haushalt haben.
Hilfe von Verwandten
Viele helfen sich derweil untereinander oder kontaktieren Verwandte. Eine ältere Frau etwa berichtet während der laufenden Evakuierung den Polizeibeamten, dass sie jetzt gleich von ihrer Schwiegertochter abgeholt wird.
Um kurz vor 20 Uhr ist dann aber alles vorbei. Die Experten aus Nürnberg haben die Bombe entschärft. Die Menschen können wieder in ihre Häuser zurückkehren. Viele hatten sich ohnehin schon am Nachmittag sehr zuversichtlich gezeigt, dass alles reibungslos abläuft. Ein Anwohner sagte es so: „Ich bin nicht besorgt. Es ist alles gut abgesichert. Die Polizei ist ja auch da.“