„Trainerwechsel ist keine Option“: Jahn-Sportchef Beierlorzer hält weiter an Coach Patz fest

Von Felix Kronawitter · 6. März 2025 um 12:59

Zehn Spieltage vor Saisonende steht Fußball-Zweitligist SSV Jahn Regensburg mit keinen guten Karten im Abstiegsrennen da. An vielen anderen Standorten wird in solchen Situationen noch mal ein neuer Coach installiert. In der Oberpfalz sieht das anders aus.

„Ein Trainerwechsel ist für uns keine Option“, unterstreicht Sport-Geschäftsführer Achim Beierlorzer. „Weil ich sehe, dass Andi wirklich einen guten Job macht, er eine gute Ansprache hat und wir auch in unserer Philosophie unterwegs sind“, stärkt er Coach Patz, der keinen guten Punkteschnitt (0,77) vorzuweisen hat, einmal mehr den Rücken. „Ich sehe keinen Sinn darin, den Trainer auszutauschen. Das ist ja auch erwiesen, dass diese Wechsel auf Sicht grundsätzlich keinen Vorteil bringen. Ich bin überzeugt vom Weg des SSV Jahn, eine personelle Kontinuität zu verfolgen.“

Kein Rollentausch bei Beierlorzer

Beierlorzer will weiterhin auch selbst nicht in eine andere Rolle schlüpfen. „Ich bin Geschäftsführer Sport und nicht als Trainer hierhergekommen. Ich habe das von Beginn an ausgeschlossen, dass ich eben nicht übers Hintertürchen wieder auf der Trainerbank Platz nehmen werde. Insofern wird das auch so bleiben.“ Noch viel stärker als zuvor wird sich der Sportchef, der ohnehin sehr nah dran ist, in dieser schwierigen Lage aber nicht einbringen. „Natürlich bin ich sehr präsent, aber auf der anderen Seite ist es ja auch so, dass es das richtige Verhältnis zwischen Präsenz und Überpräsenz sein muss.“

Mit Blick auf das kommende Heimspiel am Sonntag (13.30 Uhr) gegen Paderborn hatte Jahn-Trainer Patz nach dem 0:3 in Kaiserslautern zu Protokoll gegeben: „Es ist eine Chance, uns am Leben zu erhalten.“ So sieht es auch sein Vorgesetzter. „Ich habe schon einiges als Trainer erlebt. Mit Mainz hatten wir einst vier Spiele vor Schluss mit 0:1 gegen Augsburg verloren. Mit Blick auf unser Restprogramm (Dortmund, Bremen und Leverkusen) haben uns nicht mehr viele etwas zugetraut. Und dann haben wir in Dortmund und gegen Bremen gewonnen und wir waren plötzlich doch gerettet“, erinnert er sich. Fakt sei aber, dass die Anzahl der Spiele weniger werde und die Mannschaft sich nun belohnen müsse. Die Mannschaft müsse weiter an sich glauben, das sei das, was er von jedem Profi auch erwarte.

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Beierlorzer ist regelmäßig Trainingsgast. Die Mannschaft sei intakt, die Mannschaft arbeite, die Mannschaft sei fleißig. „Das sehe ich in den Trainingseinheiten. Auch die Art und Weise, wie die Mannschaft auf die Spiele vorbereitet wird, ist gut.“ Nicht gut ist die Ausbeute. „Der Ertrag und der Invest der Mannschaft stehen momentan in keiner guten Relation“, betont Beierlorzer. „Und trotz alledem sind es natürlich auch immer wieder individuelle Fehler, die eiskalt bestraft werden. Auch fehlen in gewissen Situationen teilweise die letzte Überzeugung, der letzte Biss, der letzte Punch“, moniert der Regensburger Sportchef.

Die Kontrahenten haben den Jahn aber noch nicht in den Abgrund geschubst. Noch nicht. „Unsere Konkurrenten tun uns den Gefallen. Wir befinden uns gefühlt in einem Schneckenrennen. Aber das wird sich schnell ändern, wenn wir nicht bald anfangen zu punkten.“ Auswärts hat der Jahn in zwölf Spielen nur einen Punkt eingefahren. Eine Schreckensbilanz. „Dass wir auswärts viel zu wenig holen, das brauchen wir nicht leugnen. Plausible Erklärungen dafür zu finden, das ist sehr schwierig“, erklärt Beierlorzer, der auch auf die sehr hohe Qualität in der Liga verweist. „Wenn man sich die Spiele im Detail anschaut, dann waren auch viele ordentliche Leistungen wie beispielsweise in Berlin, Karlsruhe oder auch zuletzt in Kaiserslautern dabei. Ich kann es nicht erklären, warum die Ausbeute nicht größer ist.“

Keine externe (mentale) Hilfe für den Jahn

Wie Coach Patz ist auch Beierlorzer kein Fan davon, sich externe Hilfe zu holen. „Aktionismus hilft uns auf jeden Fall nicht weiter“, sagt er auf die Frage, warum man sich keinen Mentalcoach oder sportpsychologische Hilfe dazu hole. „Wir haben jetzt keine sehr junge Mannschaft. Wir haben zwar einige junge und auch ein paar zweitligaunerfahrene Spieler in unseren Reihen, aber auch viele Erfahrene mit dabei, die die Jungen führen müssen. Es ist jetzt nicht geplant, dass wir unsere Spieler gesondert sportpsychologisch betreuen lassen wollen.“

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Der Jahn (vier Punkte auf Ulm, sieben auf Braunschweig, acht auf Münster) wird nun aber nicht die weiße Fahne hissen. „Vor dem Spiel gegen Hertha waren wir schon von sehr vielen abgeschrieben, genauso ähnlich war es vor dem Spiel gegen den HSV. Jetzt ist es wieder ähnlich. Letztendlich haben wir jetzt noch zehn Spiele, in denen wir punkten müssen. Wir können es, das haben wir schon oft bewiesen“, hat Beierlorzer die Hoffnung noch nicht begraben.