Kranker Kater Balu als Fundtier deklariert – So flog die Lüge der Besitzer in Schwandorf auf

Kater Balu hat es ungewollt zur Berühmtheit geschafft: Seine Besitzer wollten ihn laut Polizei als Fundtier getarnt im Schwandorfer Tierheim loswerden. Die Lüge kam ans Licht. Während die Besitzer nun Ärger mit der Polizei haben, wird Balu aufgepäppelt. Er hat die Pflege mehr als nötig, wie eine Untersuchung beim Tierarzt zeigt.
Der zehn Monate alte Kater Balu sieht auf den ersten Blick ganz knuffig aus. Neugierig schaut er über die Schulter der Tierheim-Mitarbeiterin. Dem jungen Fellknäuel geht es aber nicht so gut – das wird beim genaueren Hinschauen deutlich. Für sein noch recht junges Alter hat der Kater einige gesundheitliche Probleme.
Das Tierheim Schwandorf hat ihn deshalb zum Tierarzt gebracht. Am Donnerstag oder Freitag werden die Ergebnisse vorliegen, wie Volker Olbrich, Schatzmeister des Tierschutzvereins, hofft.
Post auf Facebook brachte Wahrheit ans Licht
Doch die Erkrankungen sind nichts gegen das, was die Besitzer ihrem Kater angetan haben. Sie wollten ihn einfach im Tierheim abgeben – und behaupteten, dass es ein Fundtier sei. So wie bei Fundtieren üblich, hatte das Tierheim ein Bild des Katers auf der eigenen Facebook-Seite veröffentlicht – um den Halter zu finden. Immerhin folgen gut 16.000 Tierfreunde der Facebook-Seite des Tierheims. Die Chancen, den oder die Besitzer zu finden, standen also nicht schlecht.
Tatsächlich half Kommissar Zufall. Auf den Post meldete sich der frühere Besitzer des Katers, der den Mitarbeitern des Tierheims den Namen des aktuellen Halters sagen konnte. Dabei handelte es sich um die Personen, die den Vierbeiner ins Tierheim gebracht hatten. „Wenn ein Tier bei uns abgegeben wird, muss eine Anzeige ausgefüllt und unterschrieben werden und es wird auch eine Kopie des Ausweises gemacht“, erklärt Volker Olbrich.
Besitzer wollten sich wohl Gebühr sparen
So hatte das Tierheim die Daten der angeblichen Finder, die sich so als Halter herausstellten. Das sei Betrug, stellt der Schatzmeister des Tierschutzvereins klar. Schließlich müssen bei Fundtieren die Kommunen für die Kosten, die dem Tierheim anfallen, aufkommen. Werden die Vierbeiner dagegen offiziell von ihren Besitzern abgegeben, müssten die eine Gebühr von 100 Euro zahlen.
In solchen Fällen reagiere das Tierheim rigoros, betont Olbrich. Es werde Anzeige bei der Polizei erstattet. Die Polizisten konfrontierten die Halter mit dem Vorwurf, den sie auch zugegeben hätten, weiß Olbrich. „Früher haben wir da auch mal ein Auge zugedrückt, aber das geht heute nicht mehr“, stellt der Mann vom Tierheim klar. Denn einige Besitzer seien nach seinen Worten immer unverschämter.
Wegen Erkrankung: Balu benötigt Spezialfutter
Olbrich vermutet, dass sich die Halter von Balu die höheren Kosten für den kranken Kater und das Spezialfutter sparen wollten. Denn die Erkrankung sei schon vor einem Monat durch eine Tierärztin festgestellt worden. Danach sei klar gewesen, dass der Vierbeiner nicht mit herkömmlicher Nahrung gefüttert werden könne. Bei einem Haustier, das gerade zehn Monate alt ist und vielleicht noch 15 Jahre oder länger lebt, könnten sich da einige Mehrkosten summieren, meint der Vereinsschatzmeister. Den Haltern drohen nun wohl höhere Kosten, denn die Polizei leitete ein Verfahren wegen Betrugs und Verstößen gegen den Tierschutz ein.
Auch im Fall von Kater Balu hätte sich Volker Olbrich gewünscht, dass die Halter ehrlich gewesen wären. Man hätte dann sicher eine Lösung gefunden, glaubt er. So wäre beispielsweise Hilfe bei der Suche nach einem neuen Herrchen oder Frauchen möglich gewesen. Trotz seiner Erkrankung wird nun nach einem neuen Halter für Balu gesucht. Das werde nicht einfach sein, weiß Olbrich. Denn es müsse sich jemand finden, der freiwillig ein krankes Tier aufnimmt.