„Lichtgestalten“: Im Chamer Kino laufen ab März fünf außergewöhnliche Filme mit Tiefgang

Von Mittelbayerische Zeitung · 4. März 2025 um 19:00

„Jeder ist anders anders“. Das ist das Motto der beliebten Filmreihe „Lichtgestalten“ der Katholischen Erwachsenenbildung im Landkreis Cham und des Kulturvereins Bayerischer Wald. Vom 11. März bis 20. April laufen im Chamer Kino wieder fünf außergewöhnliche Filme mit Tiefgang. Zusätzlich ist ein besonderer Filmabend mit dem Filmexperten Dr.Thomas Kroll im Maristenhaus Cham geplant.

Der rote Faden der Filmreihe: Jede der Personen in den Filmen ist anders – aufgrund von Krankheit, unterschiedlichen Lebensentwürfen, sexueller Orientierung, dem äußeren Aussehen. Dieses Anderssein ist irritierend. Es kann aber auch ein Appell zu Toleranz sein oder das eigene Anderssein zu entdecken.

Filme und Termine

• Dienstag, 11. März, 19.30 Uhr, und Sonntag , 16. März, 18 Uhr: „Rose – Eine unvergessliche Reise nach Paris“, Dänemark/Frankreich 2022, Regie: Niels Arden Oplev

Die schizophrene Inger reist mit ihrer Schwester und deren Mann auf einer geführten Tour mit dem Bus nach Paris, wo sie 30 Jahre zuvor eine unvergessliche Zeit verbrachte. Unterwegs und vor Ort mischt sie mit ihrer schonungslosen Offenheit die Mitreisenden auf. Aber es zeigt sich, dass alle ihr Päckchen zu tragen haben.

• Dienstag, 18. März, 19.30 Uhr, und Sonntag, 23. März, 18 Uhr: „Die leisen und die großen Töne“, Frankreich 2024, Regie: Emmanuel Courcol

Ein erfolgreicher Dirigent erkrankt an Leukämie und erfährt bei der Suche nach einem Knochenmarkspender, dass er adoptiert wurde und in einem nordfranzösischen Ort einen Bruder hat. Zuerst scheinen er und der vom Leben nicht beschenkte Hilfsarbeiter wenig Berührungspunkte zu haben. Doch dann finden sie eine gemeinsame Basis in der Musik, da der jüngere Bruder als Posaunist in einer Blaskapelle spielt.

• Donnerstag 27. März, 19.30 Uhr: „Gott liebt alle, Hollywood nur die anderen?“. Filmabend mit Dr. Thomas Kroll, Ort: Maristenhaus Cham

Im Kino und in der Kirche gilt "das 11. Gebot": Du sollst nicht langweilen! Daher lassen sich Filmschaffende „so Einiges" einfallen, was Geschichten, Landschaften und Menschen auf der Kinoleinwand anbelangt. Mal geht es um spektakuläre Momente, mal um ergreifende Augenblicke, mal um meditative Stimmungen, nicht selten um die Einladung, sich auf Unbekanntes, auf Ungewohntes einzulassen, mitunter mitten im Alltag. Wie zeigt das Kino den Umgang mit dem Fremden? Welche Einblicke gewährt es in andere Kulturen? Was ist zu entdecken an Vielfalt neben dem, was „man“ kennt? Antworten bieten an diesem unterhaltsamen Abend mit dem von den kulinarischen Filmabenden bekannten Filmexperten Dr. Thomas Kroll kommentierte Beispiele aus "Hollywoodstreifen" und Arthouse-Filmen, angereichert mit einer Prise Spiritualität und einem Schuss Theologie.

• Dienstag, 1. April,19.30 Uhr, und Sonntag, 6. April, 18 Uhr: „Die Unschuld“, Japan 2023, Regie: Hirokazu Kore-Eda

Aus jeweils unterschiedlichen Perspektiven entfaltet sich die Geschichte zweier zehnjähriger Klassenkameraden, deren Freundschaft von anderen beargwöhnt wird. Ein Hochhausbrand, das seltsame Verhalten eines der beiden Jungs und die nicht weniger irritierenden Abwehrreaktionen der Lehrer fügen sich in dem Drama zu immer neuen Zusammenhängen oder Mutmaßungen, die sich immer wieder als falsche Fährten erweisen.

• Dienstag 8. Apri, 19.30 Uhr, und Sonntag, 13. April, 18 Uhr: „Anima – Die Kleider meines Vaters“, Deutschland 2022, Regie: Uli Decker

Als die Filmemacherin Uli Decker am Sterbebett ihres Vaters erfährt, dass er heimlich gerne Frauenkleider trug, startet sie eine langjährige Recherche, um seine Geschichte und die seines Doppellebens zu ergründen. Der unterhaltsame, trotz aller Ernsthaftigkeit sogar humorvolle Dokumentarfilm plädiert ebenso klug wie mitreißend für Vielfalt und Toleranz. Dabei geht es nicht nur um den Vater und dessen Biografie, sondern auch um Geschlechterrollen, die katholische Prägung, das Leben in der bayerischen Provinz und die verheerende Wirkung lebenslanger Schuldgefühle.

Abschluss mit „The Whale“

• Dienstag, 15. April, 19.30 Uhr, und Sonntag, 20. April, 18 Uhr: „The Whale“, USA 2022, Regie: Darren Aronofsky

Ein extrem übergewichtiger Dozent für kreatives Schreiben, der einsam und allein in einem schäbigen Haus lebt, erfährt, dass er wegen eines Herzleidens nicht mehr lange zu leben hat. Kurz vor seinem Tod will er sich mit seiner heranwachsenden Tochter und ihrer Mutter aussöhnen, die er wegen seines schwulen Partners verlassen hat.

Gut zu wissen

Einführung: Vor den jeweiligen Filmen gibt es eine kurze Einführung. Zudem lädt ein Impulsblatt dazu ein, Brücken zwischen dem Film und dem eigenen Leben zu bauen.

Tickets: gibt es zu 8,50 Euro an der Kinokasse und unter www.kino-cham.de.

Der Film „The Whale“ schließt die Filmreihe ab. Foto: www.filmdienst.de | A24/Protozoa Pict
Dr.Thomas Kroll leitet den Filmabend am 27.März im Maristenhaus Cham. Foto: Dr.Thomas Kroll