Nach 30 Jahren legt Andreas Roder Amt als Spielmannszug-Chef Furth im Wald nieder

Einst hat Andreas Roder den Spielmannszug Grenzfähnlein Furth im Wald aus der Krise geführt und zu einer Visitenkarte der Drachenstadt gemacht. Nach 30 Jahren macht er jetzt Platz für die junge Generation. Sein bisheriger Vize Tobias Späth übernimmt.
Die Stimmung war großartig am Freitagabend im Gasthaus Stangerl. Zweimal gab es stehenden Beifall, ein Ständchen und viele warme Worte und Respektsbekundungen oben drauf. Kein Wunder, schließlich hat Andreas Roder damals im Alter von 22 Jahren den kriselnden Spielmannszug übernommen und ihn über die Jahre von Erfolg zu Erfolg geführt.
Heute ist der Spielmannszug mehr als nur ein Verein. Egal, wen man fragt, bekommt man zur Antwort: Die Grenzfähnlein sind eine Institution, die aus der Stadt nicht wegzudenken ist.
Tolles Leistungsniveau
Warum aber dann aufhören? Nach dem Motto: Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist, sagt Roder: „Ich kann getrost übergeben, weil alles passt, die Stimmung ist super, wir haben viele Mitglieder und ein tolles Leistungsniveau.“ Außerdem habe man im Verein den glücklichen Umstand, dass sich mit Tobias Späth ein junger Mann zur Verfügung gestellt habe, der bereit ist und es gerne macht. „Was kann man sich mehr wünschen?“ Nach 30 Jahren sei es aber auch einfach an der Zeit zu sagen: „Jetzt passt es.“
Roder betonte gleichzeitig, dass er dem Verein ja nicht verloren gehe. „Ich bleibe natürlich weiterhin wie gewohnt dabei und aktiv.“ So werde er weiterhin die Fanfarengruppe inklusive Businen sowie den Drachenstich-Wehrgang übernehmen, den Preisschafkopf organisieren und junge Fanfarenspieler ausbilden.
Tobias Späth war sich in seiner Dankesrede bewusst, in welch große Fußstapfen er tritt. „Aber Du hinterlässt eine gute Truppe, ich freue mich auf die Zusammenarbeit. Wir haben das Glück, dass Du einen gut funktionierenden Laden übergibst, in dem Zusammenhalt und Kameradschaft stimmen.“
Die Roder-Reise begann im Jahr 1994, als man sich in der Roberthütte zur Krisensitzung traf. „Ich wollte eigentlich nur, dass es gut weitergeht“, sagt Roder. Als am 7. Januar 1995 eine neue Vorstandschaft gewählt wurde, stand er dieser vor. „Es hat sich gelohnt, auch wenn damals nicht alle überzeugt waren. Aber es sind blühende Zeiten gekommen“, erinnert sich Ehrenvorstand Max Schächtl, der auch in der Vorstandschaft des Fördervereins sitzt. Roder erinnert sich. „Wir haben damals viel getan, um Mitglieder wieder zu reaktivieren.“ Allerdings gestaltete sich der Neustart schwierig, weil man keinen Gesamtausbilder hatte. Das änderte sich zwei Jahre später. „Im Jahr 1997 habe ich Hermann Dirscherl während des Drachenstichs in der Festhalle angesprochen. Das war Schicksal und ist ein Glücksgriff bis heute.“
1996 bis 2000 bezeichnet der scheidende Vorsitzende als Aufbaujahre, in der die Mitgliederzahl stetig anstieg. Markus Albrecht bezeichnet er in diesem Zusammenhang als den Urvater der Jugendwarte. Es folgte im Jahr 2000 ein erstes Konzert. „Das war die Initialzündung.“ Damals habe man acht Fanfaren gehabt, heute sind es 40. 1999 freute man sich bei Wettbewerben noch über zweite Plätze, 2003 erfolgte dann die Gründung des Jugendzugs und der endgültige Durchbruch: Man wurde Bayerischer und Bayerwald-Meister. Als 2007 in Furth erneut der Titel Bayerischer Meister geholt wurde und später auch die Deutsche Meisterschaft in Würzburg folgte, „dachten wir, das war jetzt der Höhepunkt der Grenzfähnlein-Geschichte, was soll jetzt noch kommen?“ Doch das war es noch längst nicht. Es folgten musikalische Reisen nach New York, Spanien oder zu einer Papstaudienz nach Rom sowie weitere Meisterschaften.
Auch die Zukunft ist gerichtet. Bald schon zieht man in die sanierten und stark vergrößerten Proberäumlichkeiten über der Drachenhöhle um. Bei den Deutschen Meisterschaften tritt man in fünf Klassen an: „In jeder haben wir die Möglichkeit, Deutscher Meister zu werden“, glaubt Roder. Stark eingebunden ist man heuer in die Landesgartenschau, auch alle anderen turnusmäßigen Auftritte sind geplant. Einigkeit bestand bei allen Anwesenden, dass die Lange Nacht, die einst hinter der Festhalle begonnen hat, zur festen Größe geworden ist und in jedem Fall weitergeführt werden soll. Auch Bürgermeister Sandro Bauer reihte sich in den Reigen der Gratulanten ein: „Danke für alles, was Du aufgebaut hast. Dazu braucht es aber auch Mitstreiter und Glück. Herrmann Dirscherl war so ein Glücksfall.“ Der stellvertretende Vorsitzende des Landesbundes für Spielmannswesen in Bayern, Christian Staudner, überreichte Roder die Ehrennadel in Gold, die von der Bundesvereinigung der deutschen Musikverbände vergeben wird.
Neue Vorstandschaft
Der inzwischen 154 Mitglieder starke Verein hat ab sofort folgende Vorstandschaft: Vorsitzender: Tobias Späth, 2. Vorsitzender: Nicolas Traurig, Kassier: Manfred Siegl, Schriftführerin: Kathrin Späth, Jugendwarte: Antonia Buschek und Moritz Schächtl. Beisitzer: Annelise Albrecht, Veith Steinhauser, Dana Fischer, Gisela Multerer, Gerhard Kastner, Magdalena Staudner, Pia Fuchsbüchler, Simon Albrecht. Kassenprüfer: Markus Albrecht, Fritz Korherr, Zeugwart: Brigitte Stöckerl, Tambour: Josef Beer.
Zahlreiche Mitglieder für Treue und Engagement geehrt
Die Jahreshauptversammlung des Spielmannszugs war auch eine Gelegenheit, viele verdiente Mitglieder zu ehren.
Für zehn Jahre Mitgliedschaft: Clara und Hannah Kanda, Valerie Klier, Sophie Mühlbauer. 15 Jahre: Simon Albrecht, Adelina Bernhardt, Antonia Buschek, Melanie Kolmer, Maximilian Lernbecher, Stefanie Schneider, Alexander Wess. 20 Jahre: Thomas Ellmann, Dana Fischer, Viola Hoppinger, Manfred und Sebastian Siegl, Christian Weber. 25 Jahre: Lisa Hoch, Tobias Späth, Christian Staudner, Julia Utz. 35 Jahre: Martin Mühlbauer. 40 Jahre: Wolfgang Schächtl.
Fleißigste Spielleute: Markus und Simon Albrecht (53), Annelise Albrecht (51), Maximilian Lernbecher (50), Tamara Ellmann (50), Andreas Roder (47), Pia Fuchsbüchler (47), Tobias Späth (46), Brigitte Stöckerl (45), Gerhard Kastner (44)
Fleißigste Spielleute Jugend (Insgesamt 22 Einsätze): Sophie Mühlbauer (21), Elena Rank (21), Maximilian Lernbecher (20), Simon Albrecht (19), Simon Rank (19), Selina Späth (19), Pia Fuchsbüchler (19).
Ausbilder: Antonia Buschek, Christine Robl, Magdalena Staudner, Lisa Hoch, Carmen Weber, Katharina Siegl, Anna Lankes, Gisela Multerer, Brigitte Stöckerl, Tobias Späth, Pia Fuchsbüchler, Markus Albrecht, Nicolas Traurig, Veith Steinhauser, Dana und Anna-Lena Fischer, Sophie Mühlbauer, Andreas Roder.
Scheidende Ausschussmitglieder: Anna Lankes, Tamara Ellmann, Jürgen Janda, Siegfried Mühlbauer.





