Hexennacht schlug wieder alle Rekorde – Weiberfaschingsfeier in Amberg zog 7000 Besucher an

Von Gerhard Spies · 28. Februar 2025 um 15:00

Die Quertreiber brachten wieder einmal die Stimmung auf dem proppevollen Marktplatz zum Kochen. Fotos: Gerd Spies

Ein Graupelschauer kurz vor dem offiziellen Beginn der Amberger Hexennacht kurz vor 18 Uhr ließ befürchten, dass so manches Hexenkostüm heute nicht trocken bleiben würde.

Doch das Wetter hielt, spätestens um 20 Uhr hatten die Quertreiber den Marktplatz zu einer singenden und tanzenden Partymeile gemacht, sodass es kein Durchkommen mehr gab.

Vor mehr als 20 Jahren hatte die Frauenunion der CSU um Barbara Lanzinger die Hexennacht ins Leben gerufen. Heute genießt die Veranstaltung am unsinnigen Donnerstag auf dem Amberger Marktplatz Kultstatus. Inzwischen organisiert die Amberger Stadtmarketing die Feier. Doch der Hexensabbat bleibt Familiensache: Tochter Elisabeth Lanzinger hat als Oberhexe mittlerweile das Zepter in die Hand genommen.

Heuer als Piratenkapitän

Den Startschuss gibt jedes Jahr um 18 Uhr auf der Bühne gemeinsam mit Thomas Eichenseher von der Stadtmarketing eine andere berühmte Person aus Film und Fernsehen, bevor dann die Quertreiber loslegen. Im vergangenen Jahr war es der verrückte Hutmacher aus „Alice aus dem Wunderland“, heuer Käpt’n Jack Sparrow aus „Fluch der Karibik“. Nur an der Stimme war zu erkennen, dass Oberbürgermeister Michael Cerny (CSU) hinter der Maske steckte.

Den Schuldigen für das aktuell schlechte Wetter hatte Cerny auch schnell ausgemacht. Der OTV-Wetterfrosch Thomas Bärthlein muss es gewesen sein, der schon den ganzen Tag in der Stadt als Wetter-Hexe sein Unwesen getrieben hatte. Doch die Regenschauer hatten ja pünktlich zum Startschuss mit den Hexen ein Einsehen.

Viele Glasscherben

Nach dem Attentat in München wurden auch in Amberg die Sicherheitsvorkehrungen noch einmal erhöht. Riesige Betonklötze sicherten die Zufahrtsstraßen zum Marktplatz ab. Für Autos gab es da kein Durchkommen mehr.

Inzwischen bilden die teilweise gruselig geschminkten weiblichen Hexen gar nicht mehr die Mehrheit bei den Kostümen. Überhaupt scheinen die Verkleidungen immer aufwendiger zu werden. Ob vom pinken Flamingo bis zur Gruppe grüner Frösche, die rund 7000 Besucher scheuten auch heuer bei ihren Kostümen keine Mühe.

Auch der Alkoholkonsum scheint gefühlt zuzunehmen, parallel dazu die Menge an Glasscherben auf dem Marktplatz. Zu vorgerückter Stunde ist kaum noch ein Schritt auf dem Marktplatz möglich, ohne dabei auf Scherben zu treten. Das schien aber die Stimmung der Feiernden nicht zu trüben. Denn die Kehrmaschinen der Stadt sorgten am Freitag in aller Früh wieder für die gewohnte Sauberkeit auf dem Amberger Marktplatz.

Auf dem Marktplatz laut – bei der Polizei ruhig

Sicherheit: Das Sicherheitskonzept der Stadt Amberg und der Polizei ist vollends aufgegangen. Dies teilte die Polizeiinspektion Amberg in ihrem Pressebericht mit. Bis zum Ende des Treibens auf dem Marktplatz und auch im Nachgang hatte die Polizei keine nennenswerten Einsätze zu verzeichnen.

Vorfall: Lediglich in das Untere Apothekergäßchen wurde die Polizei zu einer Auseinandersetzung gerufen, die aber laut Mitteilung nicht weiter ins Gewicht fiel. Die Polizei bedankt sich nochmals ausdrücklich bei den 7000 Amberger Hexen und den anderen Feiernden, die gezeigt haben, wie man gewaltfrei feiern kann.

Jack Sparrow alias OB Cerny und seine Hexen gaben den Startschuss zur Hexennacht.
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