Tania Schnagl und ihre musikalischen Puppen im Rathaussaal in Furth im Wald

Von Alexander Frimberger · 27. Februar 2025 um 15:11

Ihre Version des Karnevals der Tiere ist ein Herzensprojekt von Tania Schnagl. Gemeinsam mit ihrer Schwester, der Pianistin Angelika Plötz, lässt sie mit ihren Swinging Puppets die Puppen auf der Bühne tanzen. Im Gespräch hat sie über sich und das Projekt erzählt.

Geboren in Chile, aufgewachsen in Bad Kötzting, hat die 52-Jährige dort auch Abitur gemacht. Sie lacht und überlegt kurz: „1992 war das, glaube ich.“

Schon immer Puppen geliebt

Das Talent wurde ihr und ihrer jüngeren Schwester Angelika Plötz in die Wiege gelegt. „Wir sind beide musikalisch geprägt.“ Bei Angelika Plötz hat das im Klavierspiel durchgeschlagen, Tania hat sich ganz den Puppen verschrieben. Die haben sie ihr ganzes Leben begleitet. Schon als Kind hat sie solche gesammelt und stellt auch selbst welche her.

1996 macht sie ein Diplom in Musik- und Bewegungserziehung am Orff Institut in Salzburg und schließt 2003 die Ausbildung zur Grundschullehrerin ab. Heute arbeitet sie in Wörth an der Donau hauptberuflich in diesem Beruf.

Darüber hinaus hat sie zusammen mit ihrer Schwester eigene Projekte verfolgt. Beide sind begeistert vom Karneval der Tiere des französischen Komponisten Camille Saint-Saëns. Seine Suite, eine Abfolge von 14 Instrumentalstücken, haben die beiden Frauen zum Anlass genommen, sich eine Geschichte auszudenken und zu erzählen. Die geht so: Der kleine Löwe ist ein rechter Lümmel und bekommt wegen seines rüpelhaften Benehmens Hausarrest. Doch er büxt aus und haut mit dem wilden Esel ab.

Vom Kuckuck in Versuchung geführt, verirrt er sich im verbotenen Wald und wird schließlich vom Schwan unversehrt zurückgebracht. „Besonders gefällt mir das Stück: Königlicher Marsch des Löwen, da kann man sein Brüllen direkt heraushören.“

Der Ursprung der gemeinsamen Arbeit geht auf das Jahr 2019 zurück. „Da haben wir es gemeinsam entworfen und inszeniert“, sagt Schnagl. Die Zusammenarbeit klappt, nebenbei gesagt, ganz prächtig. „Wir verstehen uns bestens, sind musikalisch und künstlerisch voll auf einer Linie.“ Dann hat, ein Blick auf die Jahreszahl verrät es schon, Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Wir haben das Projekt auf Eis gelegt.“

Doch der Wunsch, nicht nur an der Schule, sondern auch sonst Kindern die klassische Musik näher zu bringen, bleibt – und so soll das Stück zum Beispiel am Samstag, 1. März, 16 Uhr, im Further Rathaussaal zur Aufführung kommen.

Die Figuren, die eingesetzt werden, sind natürlich komplett selbst gemacht: sogenannte Klappmaulfiguren, bei denen sich durch Öffnen und Schließen der Hand der Mund der Puppen bewegt. Rund 50 Minuten wird die Aufführung dauern und von den beiden Frauen gestaltet. Sie ist für Kinder ab dem Grundschulalter geeignet.

Mit einem großen Orchester spielen, „das wäre schon einmal was“, sagt die Pädagogin und ergänzt: „Obwohl, bei diesem Stück wäre das schwierig, da sind Spiel und Musik eng miteinander verknüpft.

Wer Karten will: schnell sein

Veranstaltet wird das Puppentheater vom Kulturamt. Dessen Leiterin Karin Stelzer sagt, dass der Vorverkauf sehr gut gelaufen ist. Kurz- und Schnellentschlossene können an der Tageskasse (Eingang Ausstellungsraum Altes Rathaus) aber noch Karten ergattern. Kinder bis 15 Jahre zahlen sechs Euro, Erwachsene acht Euro und Familien 17 Euro.

Der wilde Esel verführt den kleinen Löwen abzuhauen.