Schon wieder Park-Ärger an der Befreiungshalle – Bürger zu Unrecht abgemahnt

Beschwerden über den Parkplatz an der Befreiungshalle in Kelheim reißen nicht ab. Das Parken ist im Winter abends kostenlos – eigentlich. Dennoch erhielten Bürger Zahlungsaufforderungen. Die zuständige Firma spricht von einem „Systemfehler“.
Das schrankenlose, kameragestützte Parksystem am Besucherparkplatz der Befreiungshalle sorgt erneut für Ärger. Wie berichtet, betreibt die Firma Mobility Hub mit Sitz im Grünwald den Parkplatz seit Oktober 2024 im Auftrag der bayerischen Schlösserverwaltung. Früher musste man bei einem Kassierer vor Ort die Parkgebühren bezahlen. Mobility Hub führte ein schrankenloses System ein, bei dem Kameras die Kennzeichen erfassen.
Zahlreiche Schilder, auch im ehemaligen Kassiererhäuschen, weisen darauf hin. Dennoch sorgte das neue System gerade bei eingesessenen Kelheimern für Verwirrung – und teils hohe Nachzahlungen. Mancher, der wie gewohnt sein Auto auf dem Besucherparkplatz abgestellt hatte, erhielt kurz darauf eine Zahlungsaufforderung der Firma Mobility Hub über 53 Euro. Das hatte zu Verärgerung gesorgt.
Parken an der Befreiungshalle: Leser übt scharfe Kritik
Darüber hinaus erheben manche Besucher einen weiteren Vorwurf: sie haben Zahlungsaufforderungen von Mobility Hub bekommen, obwohl das Parken in der fraglichen Zeit kostenlos ist – eigentlich. Beispielsweise Andreas Wrobel-Leipold aus Saal a.d. Donau.
Seine Lebensgefährtin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, hatte am 8. Januar zwischen 20.41 und 21 Uhr an der Befreiungshalle geparkt. Dafür erhielt sie eine auf den 20. Januar datierte Zahlungsaufforderung von Mobility Hub über 53 Euro, weil sie das fällige Parkentgelt nicht entrichtet habe. Nur: Laut der Beschilderung vor Ort ist das Parken von November bis März nur von 9 bis 17 Uhr kostenpflichtig.
Auf Nachfrage bei der Schlösserverwaltung sei von einem „Systemfehler“ die Rede gewesen, sagt Wrobel-Leipold. Kurz darauf sei seiner Lebensgefährtin mitgeteilt worden, dass der Vorgang storniert wurde. Doch damit war die Angelegenheit für den Saaler nicht erledigt. Denn am 4. Februar erhielt Wrobel-Leipold eine Zahlungsaufforderung: er habe am 20. Januar von 20.43 bis 21 Uhr an der Befreiungshalle geparkt. Wrobel-Leipold glaubt nicht mehr an einen Systemfehler. Er äußert einen Verdacht: sollen hier Menschen abkassiert werden, in der Hoffnung, dass nicht alle widersprechen?
Auch Thimo Leipert aus Saal hat sich bei unserer Redaktion gemeldet, er hatte am 4. Januar gegen 22 Uhr an der Befreiungshalle geparkt und dafür eine Zahlungsaufforderung erhalten.
Kelheim: So äußert sich die Schlösserverwaltung
Ein Sprecher von Mobility Hub weist den Vorwurf von Wrobel-Leipold auf Anfrage unserer Zeitung zurück. Es habe sich um einen Irrtum gehandelt, der bei der Umstellung der Tarifstruktur entstanden sei. Daher sei die kostenfreie Parkzeit zwischen 17 und 9 Uhr nicht zur Anwendung gekommen und es seien Vertragsstrafen verschickt worden. „Diese Vertragsstrafen hat die Mobility Hub Parkservice GmbH bereits storniert und – sofern die Beträge bereits bezahlt worden sind – zurück überwiesen“, teilt der Unternehmenssprecher mit.
Um wie viele Fälle es sich handelt, will das Unternehmen nicht sagen. Die Schlösserverwaltung teilt auf Anfrage mit, dass zwölf schriftliche Beschwerden zu irrtümlichen Zahlungsaufforderungen bei ihr eingegangen sind. Die Schlösserverwaltung habe die Beschwerden unverzüglich an Moblity Hub weitergeleitet. Im Februar seien keine neuen Beschwerden mehr eingegangen. Der Schlösserverwaltung sei wichtig, dass die geltenden Regelungen von allen Seiten eingehalten werden und den Besuchern der Befreiungshalle kein Nachteil entstehe.
Immerhin: Die zu Unrecht verhängten Vertragsstrafen wurden laut Mobility Hub und Schlösserverwaltung storniert – die betroffenen Leser bestätigen das.