Sicherheitskonzepte im Landkreis Regensburg: Wie werden Faschingsumzüge geschützt?

Von Lilly Mantel · 25. Februar 2025 um 19:00

Nicht nur in Magdeburg und München: Die vergangenen Monate haben teils Angst geschürt vor größeren Veranstaltungen. Und nun stehen die vielen Faschingsumzüge im Landkreis Regensburg vor der Tür. Das lässt über die vergangenen reflektieren. Wie gehen die Veranstalter der Gaudiwurm-Parade in diesem Jahr mit dem Stichwort Sicherheitskonzept um?

Beim Sarchinger Faschingsumzug sollen in diesem Jahr alle Zufahrtsstrecken zur Zugstrecke und zur Faschingsparty am Kirchplatz mit Fahrzeugen abgesichert und blockiert werden, sagt Michael Gröschl, Faschingspräsident vom SV Sarching. Dies wird die Feuerwehr der Gemeinde übernehmen. „Die Probleme, die leider in den letzten Jahren an anderen Orten entstanden sind, sind zum Glück in Sarching noch nicht aufgetreten“, sagt Gröschl. Trotzdem stimme man sich mit Gemeinde, Polizei und Sicherheitsbehörden ab, ob Maßnahmen und Regelungen optimiert werden müssten. Dieses Jahr sei das Sicherheitskonzept ergänzt worden. „Dies resultiert aus globalen Ereignissen der letzen Monate“, so Gröschl. Maximale Sicherheit für die vielen Besucher mit ihren Familien sei ihm enorm wichtig. Durch die Anzahl der Teilnehmenden – etwa zwischen 8000 und 10.000 – gebe das Gesetz auch ein Waffenverbot vor. Laut Gröschl sei auch die Polizei wie jedes Jahr mit einer entsprechenden Präsenz vor Ort.

Aggressive Grundstimmung in der Vergangenheit

In Beratzhausen liefen die Faschingsfeierlichkeiten die letzten Jahre etwas aus dem Ruder: Missachtung von Absperrungen, ambulante Behandlung für alkoholisierte Jugendliche, Einlassstopp, harsche Sprache, Beamtenbeleidigung, aggressive Grundstimmung und Faustschläge.

Grundsätzlich sei Matthias Beer, Bürgermeister von Beratzhausen, mit dem Konzept der Vorjahre im Wesentlichen zufrieden. Auf Basis von Feststellungen der Vorjahre und aktueller Ereignisse entwickle sich dieses natürlich immer weiter. Die Ausweiskontrollen habe man nun erst am Zelt- statt an Festplatzeingang. „So können sich auch Besucher, die nur eine schnelle Bratwurstsemmel kaufen möchten, auf dem Platz aufhalten und es kommt zu keinen Rückstauungen auf dem Platz“, sagt der Bürgermeister. Außerdem solle zudem der komplette Straßenbereich zwischen Laberbrücke und Kreisverkehr bis spät nachts gesperrt sein, um für zusätzliche Sicherheit der Besucher zu sorgen. „Zusätzlich werden an der gesamten Zugstrecke Fahrzeugsperren eingerichtet werden“, sagt Beer.

Und auch in Hemau lief es schon mal nicht so wie geplant. Aufgrund von Verunsicherungen durch die Anschläge in den vergangenen Monaten habe auch die Stadt Hemau ihr Sicherheitskonzept in Absprache mit der Polizei erweitert, sagt Bürgermeister Herbert Tischhöfer. Während des kompletten Umzuges werde es an allen Ein- und Zufahrten mobile und feste Durchfahrtsperren geben. Auch das anschließende Faschingstreiben in der Hemauer Innenstadt werde abgesichert. „Fasching ist die Zeit der Ausgelassenheit und Freude. Das soll bei unserem Faschingszug auch im Mittelpunkt stehen“, sagt Tischhöfer. Gemeinsam mit Polizei, Feuerwehr, Rettungskräften und vielen ehrenamtlichen Helfern wolle Hemau für einen sicheren Ablauf sorgen, damit sich alle wohlfühlen und unbeschwert zusammen feiern können.

Sicherheitskonzept angepasst und aufgestockt

In Steinsberg wird der Faschingsumzug nun zum ersten Mal vom Markt Regenstauf veranstaltet. Auch hier wird deshalb in enger Absprache mit den Steinsberger Organisatoren ein Sicherheitskonzept erarbeitet – angepasst an die Sicherheitsmaßnahmen der vergangenen Jahre. „Ein ‚Mehr‘ aufgrund der jüngsten Ereignisse erachten wir nicht als erforderlich, da in Steinsberg die Zufahrtsstraßen bereits in der Vergangenheit durch Einsatzkräfte der Feuerwehr gut abgesichert waren“, sagt eine Sprecherin des Marktes Regenstauf. Wo gesperrt und umgeleitet wird, werde man rechtzeitig bekanntmachen. Der Markt gehe davon aus, dass die PI Regenstauf mit Einsatzkräften vor Ort sei. Auch ein Sanitätsdienst werde beauftragt. Bürgermeister Schindler freue sich, „dass sich die Steinsberger Ortsvereine zusammentun und dafür sorgen, dass diese Tradition erhalten bleibt“.

Bastian Kleinert ist Organisationsleiter und Präsident des Faschingskomitees Köfering. Aufgrund der aktuellen Geschehnisse habe das Faschingskomitee sich Gedanken über eine sichere Umsetzung des Köferinger Faschingszugs gemacht, so Kleinert. „Wir haben in den letzten Jahren bei der Sicherheit ordentlich aufgestockt.“ Sicherheitspersonal, Feuerwehr und Rettungsdienst seien erhöht worden, der Jugendschutz verschärft, die Zugstrecke besser abgesichert und jährlich würden mehr als 300 Bauzäune im und um das Gelände aufgestellt. Laut Kleinert würden an jeder Zufahrtsstraße zum Faschingszug Fahrzeuge vom Bauhof, der Feuerwehr und von Landwirten aus dem Dorf als Durchfahrtssperren stehen. „Für uns ist es das Wichtigste, dass jeder Besucher mit einem guten Gefühl zu unserem Faschingszug kommen kann und diesen auch in guter Erinnerung behält.“

Der Faschingsmarathon im Landkreis Regensburg

Beratzhausen: Am Faschingssamstag marschiert der Faschingszug ab 14 Uhr. Startpunkt ist der Volksplatz.Sarching: Der SV Sarching lädt am Faschingsdienstag zum 75. Faschingsumzug ein. Um 14 Uhr geht es los.

Hemau: Am Faschingssonntag zieht der Hemauer Faschingszug durch die Stadt. Wann? Um 14 Uhr. Wo? Am Festplatz in Hemau.

Köfering: Der Köferinger Faschingszug zieht am Faschingssamstag zu seinem 34-jährigen Bestehen ab 14 Uhr durch die Gemeinde. Treffpunkt ist am gräflichen Gutshof.

Steinsberg: Auch hier zieht der Steinsberger Gaudiwurm am Faschingssonntag um 14 Uhr durch die Gemeinde.