Darum lockte der Ostbayerische Faschingszug am Wahlsonntag fast 40.000 Besucher

„Wie ist die Stimmung da bei euch? Sonnenschein, Musik und Fasching – besser geht’s nicht oder?“, schallt es vom Prunkwagen der Faschingsgesellschaft Lari-Fari durch die riesigen Lautsprecher-Boxen. Gefolgt von Applaus, Gesang und Geschrei der Besucher zieht der Wagen weiter und lässt es für die gut gelaunten Gäste noch einmal Süßigkeiten regnen.
Ein Video zum Faschingsumzug finden Sie hier:
Drei Jahre lang planten die Narren von Lari-Fari das „Highlight“, wie Präsidentin Eva Wilhelm sagt, ihres Jubiläumswochenendes: den Ostbayerischen Faschingszug 2025. Die Faschingsgesellschaft feiert ihr 33-jähriges Bestehen und richtete anlässlich der närrischen Zahl das Faschingstreiben in Ostbayern aus. Und die vielen Stunden Arbeit haben sich gelohnt. Nicht nur die Besucher feierten von Beginn an das Großevent.
Rekordverdächtige Kulisse
Auch höhere Mächte schienen von der fünften Jahreszeit beeindruckt. Bedeckten zunächst noch lange Wolken den Himmel über Regenstauf, blitzte pünktlich um 13 Uhr, als sich der Zug in Bewegung setzte, die Sonne am Himmel auf. Und plötzlich ließen die warmen Sonnenstrahlen den milden Tag fast wie einen Vorgeschmack auf den Frühling wirken. Besucher entledigten sich ihrer Jacken und gaben noch mehr Gas beim Anfeuern.
Neben mehr als 3500 Zugteilnehmern verwandelten fast 40 000 Zuschauer, wie Festleiter Jörg Gabes nach ersten Einschätzungen mitteilte, den Markt Regenstauf in eine Faschingshochburg. Besonders der Marktplatz und die Schwandorfer Straße glichen zeitweise Epizentren des närrischen Treibens. Aber auch auf den anderen Teilen der rund drei Kilometer langen Zugstrecke wimmelte es nur so von Clowns, Prinzessinnen, Gummibärchen, Teufeln, Superhelden und anderen bunten Gesichtern.
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Das Alter spielte dabei keine Rolle. Am Straßenrand sammelten die Kleinsten die Kamellen vom Boden auf, die älteren Semester standen dahinter und hofften darauf, mit ihren Tüten ein paar süße Sünden zu ergattern.
An musikalischer Unterhaltung hat es bei dem närrischen Treiben ebenfalls nicht gemangelt. Bands, Trommler und die großen Lautsprecher-Boxen auf den Faschingswagen sorgten für großartige Stimmung.
Sogar aus Schwaben hatten Musiker die Reise in den Landkreis Regensburg auf sich genommen. An zweiter Stelle in der Zugaufstellung verzauberten die Günzburger Blechbätsch’r Regenstaufs Faschingsvolk mit Guggenmusik. Mit Trommeln und Blasinstrumenten gab die mehr als 20 Mann starke Gruppe ihre Stücke zum Besten – verkleidet in an Wikinger erinnernden Gewändern.
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Einen Song konnte man an diesem Nachmittag nicht überhören. „Wackelkontakt“ vom bayerischen Songwriter Oimara eroberte jüngst nicht nur Platz eins in den deutschen Charts, sondern anscheinend auch die Herzen der Faschingsgruppen. Dazu reihten sich moderne Popschlager sowie Lieder der Kult-Band Roy Bianco & die Abbrunzati Boys in die Dauerschleife der Wagen-DJs ein.
Auch der Sport kam neben dem durchaus beeindruckenden Bierkonsum nicht zu kurz. Die Garden-Gruppen führten immer wieder spektakuläre Tänze mit Sprung-Einlagen auf. Einige Anwohner mussten nicht mal ihre eigenen vier Wände verlassen, um sich vom bunten Treiben in den Bann ziehen zu lassen. Egal ob im Garten, auf dem Balkon oder einfach am Fenster – überall interessierten sich Menschen für das außergewöhnliche Ereignis im Ort.
In dichten Nebel gehüllt
Auch die Wagen machten heuer Einiges her. Politik stand dabei, eigentlich untypisch für einen Wahlsonntag, allerdings nicht im Vordergrund. Während die Prinzenpaare in Autos am Zug teilnahmen, rollten die anderen Gruppen mit größeren Kalibern durch Regenstauf.
Trotz des größtenteils sonnigen Wetters zog auch dichter Nebel auf. Der Katholische Burschen- und Mädchenverein Eitlbrunn feuerte eine Menge Nebel aus seinen Faschingswagen, der im Totenkopf-Design daher kam. Dabei zeigte sich der KBMV besonders furchteinflößend. Mit weißbemalten Gesichtern feierten die Mitglieder nicht nur das närrische Treiben, sondern auch den „Dia de los Muertos“.
Als dann die letzten Wagen in der Sandstraße in Diesenbach eingetroffen waren, war der Faschingsspaß aber noch lange nicht vorbei. Weitergefeiert wurde in der Jahnhalle, in der bereits kurz vor 16 Uhr die ersten Zugteilnehmer begrüßt wurden.

