Grünes Licht für Brucker Rewe-Standort: Planungsbüro und Regierung sehen keine Alternative zu Mögendorf

Im März 2022 haben die Brucker bei einem Bürgerentscheid für die Ansiedlung eines Rewe-Markts in Mögendorf (Landkreis Schwandorf) gestimmt. Drei Jahre später scheint es bei dem viel diskutierten Projekt nun tatsächlich vorwärts zu gehen: Voraussichtlich im April wird der Investor seine Pläne den Markträten präsentieren.
Rückblick: Eine Projektentwicklungsgesellschaft aus dem Raum München hatte im Herbst 2021 Pläne zum Bau eines Lebensmittelvollsortimenters im Brucker Ortsteil Mögendorf vorgestellt. Es folgten kontroverse Diskussionen und Protest vor allem von Mögendorfer Bürgern. Einige sammelten gemeinschaftlich rund 530 Unterschriften gegen eine Rewe-Ansiedlung. Daraufhin einigten sich die Markträte darauf, die Brucker im Rahmen eines Bürgerentscheids über einen zusätzlichen Lebensmittelmarkt abstimmen zu lassen – und 65,2 Prozent der Teilnehmer votierten für den neuen Rewe.
„Zäh wie Kaugummi“
Seitdem war Geduld gefragt. Inzwischen verfolgt ein anderer Investor, diesmal aus Niederbayern, das Vorhaben. Wann ist mit Vollzug zu rechnen? Auf diese Frage hatte Bürgermeisterin Heike Faltermeier (CSU) – zu ihrem eigenen Ärger – lange Zeit keine Antwort. „Das ist insgesamt keine befriedigende Situation. Es ist zäh wie Kaugummi“, hatte sie denn auch im Gespräch mit der Mittelbayerischen im Juli 2024 gesagt.
Doch nun freut sich Faltermeier über Fortschritte: Die von der Regierung der Oberpfalz geforderte Standort-Alternativenprüfung sei abgeschlossen. Diese habe das Planungsbüro TB Markert im Auftrag des Markts auf Kosten des Investors durchgeführt.
Nicht optimal angebunden
Wie Faltermeier erläutert, habe das Planungsbüro den von Anfang an vorgesehenen Standort in Mögendorf unter die Lupe genommen – und darüber hinaus neun weitere potenzielle Grundstücke im Brucker Innenbereich, vorrangig zwischen der still gelegten Bahntrasse und der Staatsstraße 2150. Grund der Alternativensuche sei die Tatsache, dass der Standort in Mögendorf von der Regierung als „nicht optimal städtebaulich angebunden“ eingestuft worden war.
Das Ergebnis der Analyse ist laut Faltermeier eine klare Sache: Das Büro TB Markert sei zu der Einschätzung gekommen, dass das 0,9 Hektar große Grundstück in Mögendorf, das direkt an der Staatsstraße 2150 liege, „die einzige geeignete Fläche für eine Nutzung als Einzelhandelsstandort“ darstelle. Die Erschließung könne über die bereits bestehende Straße nach Schöngras erfolgen. „Durch die Lage an der Staatsstraße mit Verbindung zur Bundesstraße B 85 ist eine optimale Erreichbarkeit mit dem Auto gegeben“, heißt es in der Analyse weiter.
Außerdem befinde sich der Standort in der Nähe eines Wohngebiets und sei auch zu Fuß und mit dem Fahrrad über die vorhandene Unterführung unter der Staatsstraße sehr gut erreichbar. Laut Faltermeier hatte die Regierung selbst darüber hinaus auch noch zwei weitere potenzielle Standorte an der Staatsstraße 2150 im Blick. Doch diese seien mittlerweile ebenfalls ausgeschieden: Das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach habe eine Verschlechterung der Verkehrssicherheit durch zusätzliche Abzweigungen befürchtete.
Randlage kommt in Frage
Nun hat sich laut Faltermeier auch die Regierung zur finalen Version der Standortanalyse von TB Markert geäußert – mit einer guten Nachricht für den Investor: Es sei „hinreichend belegt“, dass es im Gemeindegebiet Bruck „keinen geeigneten alternativen städtebaulich integrierten Standort“ für das geplante Einzelhandelsprojekt gebe. Deshalb komme aus Sicht der Regierung nun auch ein Standort in städtebaulicher Randlage – eben wie jener in Mögendorf – in Frage. Verkehrssicherheitstechnische Hindernisse müssten im Planungsverlauf geklärt werden.
Derzeit ist der Investor bereits mit ersten Vermessungsarbeiten beschäftigt. Demnächst soll ein Termin mit dem Staatlichen Bauamt zur geplanten Abbiegespur stattfinden. Möglicherweise, so Faltermeier, werde bei der Aprilsitzung des Marktrats bereits der Bauantrag für den Rewe-Mark behandelt.