„Explosion oder Schüsse“: Rätselhafte Knall-Geräusche beschäftigen Neutraublinger

Ein echter Neutraublinger ist der, der weiß, was da für ein dumpfes Knallen im Norden der Stadt zu vernehmen ist: In der entsprechenden Facebook-Gruppe hat ein angebliches Geräusch für Fragezeichen gesorgt. Auch im Rathaus und auf der Polizeiwache in Neutraubling (Landkreis Regensburg) ist man ratlos. Dann verschwand der Beitrag plötzlich.
Seit Tagen sei das Knallen zu hören gewesen, schilderte der Verfasser des Posts. Vor allem abends, am Sonntag aber auch tagsüber, wollte er etwas, das „wie eine entfernte Explosion oder Schüsse“ klingt, vernommen haben. „Alle paar Sekunden, dann Pause, dann wieder von neuem.“ Das Geräusch nerve ziemlich. „Was kann das sein?“, fragte der Mann in die Runde.
„Würde mich auch interessieren“, kommentierte einer, der das Knallen schon vor Tagen mitten in der Nacht gehört haben will. Der Verfasser des Beitrags konkretisierte daraufhin das Gehörte. „Bumm, bumm, bumm.“ Eine Minute Ruhe und dann wieder von vorne. Das müssten andere doch auch hören, meinte er und fragte erneut: „Was ist das denn?“
Eine erhellende Antwort bekam der Mann bei Facebook nicht. Lediglich ein weiterer Nutzer kommentierte, in Bad Abbach sei auch so ein Geräusch zu hören gewesen. „Hat geklungen wie Silvesterfeuerwerk.“ Das war’s dann auch schon mit der Diskussion.
Nachfrage im Rathaus. „Im Ordnungsamt ist nichts zu diesen vermeintlichen Knall-Geräuschen bekannt“, sagt Stadtsprecherin Christina Ott. Weder habe jemand etwas gehört noch habe es bisher eine Beschwerde gegeben.
„Im Ordnungsamt ist nichts zu diesen vermeintlichen Knall-Geräuschen bekannt“
Auch bei der Polizei hat sich niemand gemeldet, wie eine Nachfrage beim Neutraublinger Dienstgruppenleiter Jan Stefan ergibt. Ihm seien keine „verdächtigen Geräusche oder gleichgelagerte Ruhestörungen“ bekannt, schildert er – und das, obwohl sich die Polizeiinspektion im nördlichen Stadtgebiet befinde. „Die Kolleginnen und Kollegen des Wachdienstes haben keine Knall- oder Schussgeräusche im Umfeld der Dienststelle wahrgenommen“, sagt Stefan. Ermittlung würden daher gegenwärtig nicht geführt. Sollten sich betroffene Bürger melden oder den Beamten selbst „verdächtige Geräusche zur Nachtzeit“ auffallen, werde man unverzüglich Ermittlungen aufnehmen.
Es bleibt rätselhaft – zumal der Facebook-Beitrag am Dienstagmorgen aus der Gruppe verschwunden war.