Gut zwei Millionen Euro nötig: Fischbacher Kirche St. Jakobus braucht teure Sanierung

Der Zustand der Pfarrkirche St. Jakobus in Fischbach macht den Gläubigen schon seit Jahren Sorgen. Gut zwei Millionen Euro würde eine Generalsanierung wohl kosten – Geld, das die katholische Kirchenstiftung derzeit aber nicht hat. Dennoch versucht man, vor Ort für Verbesserungen zu sorgen.
Die Wurzeln der Pfarrei Fischbach reichen bis ins zwölfte Jahrhundert zurück: Um das Jahr 1123 herum fand die „ecclesia sancti Jakobi in Vistbach“ zum ersten Mal Erwähnung. Dieser erste Sakralbau wurde aber im Hussitenkrieg rund um das Jahr 1430 zerstört. Auch den Nachfolgebau ereilte ein ähnliches Schicksal : Er wurde im Lauf des 30-jährigen Kriegs in Schutt und Asche gelegt.
1727 schließlich war es dann aber so weit: Die heutige Kirche St. Jakobus in Fischbach wurde feierlich eingeweiht. In zwei Jahren kann das kleine Gotteshaus also seinen 300. Geburtstag feiern. Eigentlich benötigt es dringend eine Generalsanierung. Das habe man bereits im Jahr 2004 bei einer umfangreichen Untersuchung der Kirche festgestellt. Damals schon seien die Kosten für die Außen- und Dachsanierung auf 1,2 Millionen Euro geschätzt worden, sagt Pfarrer Holger Kruschina.
Schäden an der Decke
Mittlerweile müsse man nach aktueller Schätzung mit Kosten von über zwei Millionen Euro rechnen. Das Problem: Im Kirchenbau und im Dach arbeite es, sagt der Seelsorger, was bei einem so alten Bauwerk auch kein Wunder sei, so Kruschina. Wer sich in der Kirche umschaut, dem fallen diverse Stellen ins Auge, die den Sanierungsbedarf zeigen: Vielerorts sieht man Schäden im Putz. An der Decke mussten bereits zahlreiche Nieten eingebracht werden. Bei den Deckenbildern des Heiligen Jakobus ist die Problematik besonders auffällig. So sind über der Szene von der Hinrichtung des Heiligen Holzlatten zur Stabilisierung angebracht worden.
Keine Gefahr für Kirchgänger
Eine Gefahr für Gottesdienstbesucher geht von den Bauschäden nicht aus. „Man braucht keine Angst zu haben, dass einem was auf den Kopf fällt“, sagt Kruschina. Er hofft, dass es bis zum Jubiläumsjahr 2027 klappt, einen Sanierungsplan für die Kirche aufzustellen. Vorher könne man sicherlich nichts unternehmen, weil man erst noch die Maßnahmen an der Nepomuk-Kapelle abschließen müsse.
Derweil sollen sich die Gläubigen in Fischbach dennoch über ein paar Verbesserungen freuen. Bislang gibt es in der Sakristei keine Toilette – was zum Beispiel bei Beerdigungen für von auswärts angereiste Trauergäste durchaus unangenehm sein könne, sagt Kruschina. Dieses Problem werde man heuer in Angriff nehmen.
Spenden sind willkommen
Darüber hinaus hat sich die Kirchenstiftung entschieden, einige liturgische Utensilien, die sich teilweise seit der Gründung der Pfarrei in der Kirche befinden, zu restaurieren. Kürzlich habe man den Hostienkelch aus dem Jahr 1780 neu vergoldet. Auch das Tabernakelkreuz und zweisilberne Leuchter hat man in Altötting herrichten lassen.
Als Nächstes soll laut Kruschina die Kreuzpartikelmonstranz und der hochbarocke Messkelch von 1780 restauriert werden. Darüber hinaus werden die sechs Hochaltarleuchter gereinigt und aufpoliert. Auch ein Elfenbeinkreuz von 1730, ein Messing-Standkreuz aus dem Jahr 1800 sowie zehn Seitenaltarleuchter sollen neuen Glanz erhalten – Spenden für diese Vorhaben sind willkommen. Große Maßnahmen könne sich die Pfarrei leider nicht leisten. Aber auch mit „kleinen Trippelschritten“ könne man für die Gläubigen etwas Gutes bewirken, sagt Holger Kruschina.

