Was der Erfolg der AfD bei der Bundestagswahl für die Kommunalwahl 2026 in Neumarkt bedeutet

Von Wolfgang Endlein · 24. Februar 2025 um 17:00

Die AfD ist auch im Landkreis Neumarkt massiv im Aufwind. Die anderen Parteien sind schockiert – und 2026 stehen Kommunalwahlen an. Kann die AfD dann auch dort punkten? Das scheint nicht sehr wahrscheinlich, kommentiert Redakteur Wolfgang Endlein. Es gibt aber einen Haken dabei.

Nach der Wahl ist vor der Wahl: 2026 wählen die Neumarkter einen neuen Stadtrat. Ob die AfD wirklich in der Mitte der Bevölkerung angekommen ist, wie es Parteifunktionäre zuletzt behaupteten, wird sich dann zeigen.

„Die können aufstellen, wen sie wollen, der wird gewählt.“ So ähnlich hört man es von Vertretern anderer Parteien im Landkreis, wenn es aktuell um die AfD geht. Der Direktkandidat Peter Boehringer hat wenig zu tun mit dem Landkreis, war selten vor Ort und verdoppelte sein Ergebnis dennoch. Zugleich ist gut untersucht, dass viele Wähler die AfD nicht mehr nur aus Protest, sondern aus Überzeugung wählen.

Das macht die Kommunalwahlen 2026 so spannend. Denn womit könnte die AfD auf kommunalpolitischer Ebene überzeugen? Wogegen mit ihrem aggressiven Wahlkampfstil protestieren? Der Landkreis und seine Gemeinden haben keine großen Probleme, die sich für einen auf Konfrontation aufbauenden Wahlkampf à la AfD anbieten. Die bundespolitischen Themen, mit denen die Partei agiert, liegen meist nicht im Zuständigkeitsbereich der Kommunen.

Setzt die AfD auf bundespolitische Themen im Kommunalwahlkampf?

Zudem sind Kommunalwahlen oftmals Personalwahlen. Und da mangelt es bei der AfD. Noch ist gar nicht klar, ob und wo sie Listen aufstellen wird. Dass die Partei bekannte Persönlichkeiten aufbieten könnte, erscheint unrealistisch.

Das alles spricht dafür, dass der AfD der Hebel für erfolgreiche Kommunalwahlen fehlt. Das sehen auch die etablierten Parteien so. Doch es gibt diese Ahnung, dass man nicht mehr mit dem Naheliegenden, dem Logischen rechnen sollte. Womöglich setzt die AfD im Kommunalwahlkampf auf bundespolitische Themen, die an sich nichts mit den Gemeinden zu tun haben, und verfängt dennoch bei den Wählern.

MZ-Redakteur Wolfgang Endlein Foto: Moosburger/altrofoto