Baustelle der Schule in Pyrbaum: Die Turnhalle soll zum Schulstart im September fertig sein

Über den Baufortschritt der Schule informierten sich die Pyrbaumer Markträte am Dienstag aus erster Hand und direkt vor Ort. Die gute Nachricht: Die Arbeiten liegen im Zeitplan. Die schlechte: Auf die Marktgemeinde kommen erhebliche Kosten zu.
Die Arbeiten schritten voran, man liege im Zeitplan, erklärte Geschäftsführer Rico Lehmeier , der mit Projektleiter Robert Kaschke vom Architekturbüro Berschneider durch die Baustelle führte.
Pünktlich zum Schuljahresbeginn im September soll die Turnhalle, in der Nachtblau der dominante Farbton sein wird, bezugsfertig sein. Nichts Neues gab es zu den Gesamtkosten, die bei 25,9 Millionen Euro liegen – 20 Prozent höher als die Kostenberechnung aus dem Jahr 2020 mit 18,5 Millionen Euro.
16 Millionen Euro muss der Markt Pyrbaum stemmen
Letztlich werde der Markt Pyrbaum nach Abzug der Fördermittel knapp 16 Millionen Euro stemmen müssen, stellte Lehmeyer fest. Die Gründe für die Kostensteigerungen seien hinreichend bekannt. Ukrainekrieg und enorme Preissteigerungen hätten die Kosten in die Höhe getrieben.
Zudem mussten zwei Insolvenzen von Fachplanern verkraftet werden. „Allein das gab ein großes Kuddelmuddel und fast zwei Millionen Euro Mehrkosten“, sagte Lehmeier. Gerd Kärgelein hakte nach und wollte wissen, ob das Großprojekt Schule günstiger geworden wäre, wenn man jetzt starten würde. Dies wurde verneint.
Positives Fazit der Verkehrsüberwachung in Pyrbaum
Seit 2017 ist der Markt Pyrbaum Mitglied des Zweckverbands Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz. Thomas Gräml stellte nun die bisherigen Ergebnisse zur Überwachung des fließenden und ruhenden Verkehrs durch die Kommunale Verkehrsüberwachung vor. Das Fazit war laut Gräml positiv: Das kontinuierliche Messen zeige vielerorts Wirkung.
Von Februar 2018 bis Dezember 2024 wurden demnach 216 Messungen durchgeführt. Bei den 73 760 gemessenen Fahrzeugen gab es 7274 Verstöße. Die Top-Fünf des Jahres 2024 waren zwischen 26 und 31 Stundenkilometer zu schnell unterwegs.
Bremsweg verkürzt sich bei Tempo 30 drastisch
Anhand einer Grafik verdeutlichte Gräml die verheerenden Folgen bei einer Gefahrenbremsung. Passiert eine Person 15 Meter vor einem Fahrzeug die Fahrbahn, kommt der Pkw beim Bremsen bei Tempo 30 nach 13,5 Metern zum Stehen, bei 40 nach 20 Metern, bei 50 erst nach 27,5 Metern mit entsprechenden Folgen für alle Beteiligten.
Aktuell habe der Markt Pyrbaum zwölf Überwachungsstunden pro Monat gebucht. „Das alles dient der Sicherheit für jeden“, lobte Bernd Glas. Bei den Messpunkten wünschte er mehr Flexibilität. Jan Kittler hielt die in Rechnung gestellten „Blitzerstunden“ für sehr teuer“.
Zu schnelles Fahren in Pyrbaum „regelmäßig moniert“
Gerhard Meyer erinnerte daran, dass nie beabsichtigt gewesen sei, Gewinne zu erwirtschaften. Aktuell sei man sogar leicht im Plus. Dirk Lippmann verwies darauf, dass bei jeder Bürgerversammlung zu schnelles Fahren moniert werde. Daher sei es gut, auch weiterhin Verkehrsüberwachungen durchzuführen. Ob noch weitere Messpunkte mit aufgenommen werden, soll nun intern geklärt werden.
Gegen drei Stimmen wurde der Teileinziehung des öffentlichen Feld- und Waldweges am Ortsrand von Seligenporten auf einer Länge von 510,3 Metern zugestimmt. Drei Stellungnahmen waren bei der Auslegung der Pläne eingegangen.
Radweg bei Seligenporten: Gemeinwohl vor Einzelinteresse
Bürgermeister Michael Langner und Geschäftsführer Richard Forster erläuterten, dass man zu dem Schluss gekommen sei, dass Einzelinteresse nicht höher als das allgemeine Wohl bewertet werden sollte.
Gerhard Meyer unterstrich, dass der von der Gemeinde angelegte Fuß- und Radweg von vielen Seligenportener Bürgern sehr positiv gesehen werde. Richard Forster merkte an, dass es dennoch ein „offenes Rennen“ bleiben werde, da sicher noch mit dem Einlegen von Rechtsmitteln zu rechnen sei.
Marktrats-Splitter:
Glasfaserausbau: In interkommunaler Zusammenarbeit soll der Ausbau in Teilen der Marktgemeinde Pyrbaum ausgeführt werden – Kosten für Pyrbaum rund 608 000 Euro. Hierfür muss ein Bonitätsnachweis abgegeben werden. Dem wurde zugestimmt. Bis 2029 sollen die Anschlüsse verlegt sein.
Energie und Gas: Einstimmig wurde im Ratsgremium beschlossen, dass der Markt Pyrbaum an der Bündelausschreibung über die Energieplattform von enPORTAL teilnimmt. Demnach soll für die Marktgemeinde hundert Prozent Ökostrom ohne Neuanlagenquote beschafft werden.