Einbruch im evangelischen Gemeindezentrum Schwandorf: Versteckte sich der Täter auf dem Klo?

Von Hubert Heinzl · 19. Februar 2025 um 15:00

Eine böse Überraschung erlebte am Wochenende die evangelische Kirchengemeinde in Schwandorf: In der Nacht zum Sonntag brach ein unbekannter Täter im Gemeindezentrum an der Bahnhofstraße einen Wandsafe auf und erbeutete daraus etwa 400 Euro in bar. Nun gibt es eine erste Theorie über den Tathergang.

Den Schaden entdeckten Vertrauensfrau Brigitte Lang und einer der Mesner am Sonntag gegen 8.45 Uhr, als sie den Vormittagsgottesdienst vorbereiten wollten. Als Pfarrer Klaus Stolz etwas später am Ort des Geschehens eintraf, „herrschte schon helle Aufregung“, wie er erzählt. Stolz hielt den Gottesdienst, doch das geplante Kirchencafé mit Verkauf von Eine-Welt-Waren am Nachmittag wurde abgesagt.

Die Veranstaltung findet einmal im Monat im Gemeindezentrum statt. Aus dem Erlös stammte nach den Worten des Pfarrers auch der Betrag von „400 Euro, vielleicht auch etwas mehr“, der in dem Wandsafe in einem Nebenraum aufbewahrt worden war.

Schuhabdrücke, DNA-Spuren und Fingerabdrücke

Die Polizei rückte laut Stolz nach dem Gottesdienst an der Bahnhofstraße an und konnte im Gemeindezentrum einige Spuren sichern. „Festgestellt wurden Schuhabdrücke, DNA-Spuren und Fingerabdrücke“, erläuterte auf Anfrage Florian Meier, der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Schwandorf. Die Spuren müssten nun ausgewertet werden, was einige Zeit in Anspruch nehmen könnte, sagte er.

Tatort wohl ganz normal über den Eingang betreten

Die Ermittler gehen nach den Worten Meiers davon aus, dass der Täter das Evangelische Gemeindezentrum im Laufe des Samstags ganz normal über den Eingang betreten hat und sich anschließend in einer der drei Toiletten im Ostflügel des weitläufigen Gebäudes einsperren ließ. Hier liegt auch der Lagerraum mit alten Möbeln und Gerätschaften, in dem in einer Schrankwand der Safe angeschraubt war. Der Unbekannte riss ihn aus der Verankerung, brach ihn auf und entwendete das Bargeld.

Offenbar wollte der Einbrecher seinen Streifzug noch ausdehnen, scheiterte aber an den abgesperrten Verbindungstüren in dem Gebäudetrakt. Der Schaden, den er bei seinen vergeblichen Versuchen anrichtete, ist mit rund 5000 Euro allerdings beträchtlich. „Wir werden wohl insgesamt drei Türen ersetzen müssen“, sagt Pfarrer Stolz. Ins Freie gelangte der unbekannte Täter wohl über eine weitere Pforte, die zwar von außen verschlossen war, sich aber von innen aufdrücken ließ – ein Erfordernis aus Gründen des Brandschutzes.

Pfarrer Klaus Stolz ärgert sich über den Einbruch

Pfarrer Klaus Stolz kann sich an einen vergleichbaren Vorfall nicht erinnern, seit er am 1. Januar 2024 sein neues Amt in Schwandorf übernommen hat. In früheren Jahren sei einmal während eines Gottesdienstes „ein Portemonnaie gestohlen worden“, habe man ihm erzählt. Natürlich ärgert er sich über den Einbruch, sieht die Tat aber zugleich auch mit einer Portion Gelassenheit.

„In der Regel liegen im Gemeindezentrum keine höheren Geldbeträge herum. Das war schon eine große Ausnahme“, sagt der Pfarrer. Als Konsequenz aus dem Vorfall will Stolz dafür sorgen, dass Bargeld künftig „ganz schnell eingezahlt wird“. Weitergehende Maßnahmen hält er nach eigenen Worten nicht für angebracht: „Grundsätzlich sind unsere Kirchentüren offen. Und daran wollen wir auch in Zukunft festhalten.“