Pfarrer will Gutes für die Menschen leisten: Klaus Stolz ist neuer Geistlicher der evangelischen Kirche

Für einige Zeit war die erste Pfarrstelle der evangelisch-lutherischen Erlöserkirche in Schwandorf unbesetzt. Nun übernahm Pfarrer Klaus Stolz zum 1. Januar diese Aufgabe – er wechselt von Bad Griesbach nach Schwandorf. Bei einem Festgottesdienst wurde er am Sonntag durch Dekan Karlhermann Schötz in sein neues Amt eingeführt.
Zu der feierlichen Veranstaltung in der gut gefüllten Erlöserkirche begrüßte Hans Winderl, Vertreter des Kirchenvorstandes, zahlreiche Gemeindemitglieder und Amtsträger. Er zeigte sich erfreut, dass es so schnell gelungen war, auch die erste Pfarrstelle zu besetzen. Erst vor zwei Monaten war die zweite Pfarrstelle mit Stefan Drechsler besetzt worden.
Dekan Schötz erklärte, dass Pfarrer Stolz mit der Übernahme der Pfarrstelle in Schwandorf eine große Aufgabe übertragen bekomme. Oft gebe es in anders geplanten Lebenswegen Begegnungen, die einem zufielen und das Leben veränderten. So sei es am 16. September des vergangenen Jahres in Sulzbach-Rosenberg geschehen.
Pfarrer Stolz braucht eine „dicke Haut“
Dort hätten Pfarrer Stolz und er sich bei einem Symposium getroffen, wobei Stolz von eventuellen Wechselplänen erzählt habe. Deshalb habe er ihm geraten, sich die Ausschreibung von Schwandorf anzuschauen.
Das Ergebnis dieses Gespräches sei die heutige Amtseinführung. Als Pfarrer oder kirchlicher Mitarbeiter frage man sich manchmal, so der Dekan, ob sich die Arbeit auch lohne, wenn nur 15 Personen in den Gottesdienst kämen, wenn an Stammtischen über die Kirche nur hergezogen werde. Doch die Antwort war für ihn klar: „Ja“, sagte Schötz, „es lohnt sich.“ Manchmal werde Stolz aber eine „dicke Haut brauchen, unter anderem in den Auseinandersetzungen mit Kräften, die unser Land wieder in eine unrühmliche Vergangenheit zurückführen möchten“. Es freue ihn, dass er mit Stolz einen langjährigen Freund und Kollegen in das Amt einführen könne.
Pfarrer Stefan Drechsler verlas die Urkunde der Amtseinführung. Und dann, nachdem der Dekan und drei Assistenten Stolz die Hand aufgelegt hatten, bekam dieser die Urkunde überreicht.
In der Predigt lud Pfarrer Stolz die Anwesenden ein, in eine der schönsten, wenn auch nicht sehr bekannten biblischen Geschichten einzutauchen, wie er sagte. Ein erfolgreicher Offizier des Königs von Damaskus sei geheilt worden. Diese Hilfe belege, dass Gott die Menschen nicht ohne seine Hilfe lasse – auch dort, wo sie ihn oft noch gar nicht im Blick hätten.
Viele überbrachten Glückwünsche an den neuen Pfarrer
Stolz versprach, dass er an seiner neuen Pfarrstelle in Schwandorf versuchen werde, Gutes für die Menschen zu leisten, so wie auch dem Offizier aus der Bibelgeschichte Gutes widerfahren sei. Dann zitierte er zur Erheiterung aller eine alte Prediger-Regel: „Ein Pfarrer darf über alles predigen, nur nicht über 15 Minuten.“ Der Segen von Pfarrer Stolz und ein weiteres Lied des Chores beendeten den feierlichen Gottesdienst.
Bei den Grußworten machte eine dreiköpfige Abordnung der katholischen Kirche aus Bad Griesbach den Anfang. In dem Ort hatte Stolz zuletzt gewirkt. Als Geschenk hatten sie eine rote Stola mitgebracht. Wackersdorfs Bürgermeister Thomas Falter sagte, dass Wackersdorf zwar kein Heilwasser wie in Bad Griesbach bieten könne, aber dafür eine wunderbare Seenlandschaft. Auch der katholische Pfarrer Christian Kalis von der Pfarrkirche St. Jakob überbrachte seine Wünsche. Und Oberbürgermeister Andreas Feller hatte für Stolz eine Flasche Wein sowie einen Gutschein für eine Stadtführung mitgebracht.
Playmobil als Hobby
Für die Neuapostolische Kirche sagte Priester Alexander Klette, dass er sich auf die ökumenische Zusammenarbeit freue. Paul Warkentin von der Schwandorfer Mennonitengemeinde hatte eine Flasche Doppelherz dabei, um symbolisch auszudrücken, dass er Pfarrer Stolz viel Kraft für seine Aufgabe wünsche.
Ein Hobby von Pfarrer Stolz ist das Sammeln von Playmobil. Aus diesem Grunde machte Jürgen Weich von der Region Ost der evangelisch-lutherischen Kirche dem Geistlichen ein solches Geschenk. Den Schlusspunkt setzte Vertrauensfrau Brigitte Lang, die sich besonders bei den Ehrenamtlichen für deren Arbeit während der Vakanz der Pfarrstelle bedankte.
Die Amtseinführung wurde auch musikalisch umrahmt. So sang der Chor unter Leitung von Willi Stöhr, während Margarita Wiegleb die Orgel spielte. Viel Applaus bei den Anwesenden erhielt außerdem ein Musikstück, das auf Geige, Klarinette und Klavier von Dagmar Merkl-Ploss und ihren Kindern Susanne und Edwin gespielt wurde.