Schwandorfs neuer evangelischer Pfarrer Klaus Stolz freut sich auf seine Aufgabe

Von Friedrich Gluth · 27. Dezember 2023 um 12:00

Eine Wohnung in Schwandorf hat der neue evangelische Pfarrer Klaus Stolz schon bezogen. Am 1. Januar tritt er nach Jahren in Bad Griesbach offiziell seine Arbeit an.

„Wenn ihr bleiben werdet an meiner Rede, so seid ihr in Wahrheit meine Jünger und ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen.“ Dieses Zitat aus dem Johannes-Evangelium war der Konfirmationsspruch und ist auch heute noch der Lieblingsbibelspruch des evangelischen Pfarrers Klaus Stolz, der ab dem 1. Januar an die evangelisch-lutherische Erlöserkirche Schwandorf wechseln wird. Künftig liegt sein Wirkungsbereich damit zwischen Klardorf und Lindenlohe, Pittersberg, Wackersdorf und Steinberg am See.

Im Gespräch mit unserer Zeitung zeigt sich der mit einem kleinen Ring im linken Ohr gepiercte Seelsorger offen, freundlich und zugänglich. Seine unkomplizierte Art deutet an, dass hier ein Mensch ist, der bereit ist, auf seine Mitmenschen einzugehen.

Entschluss reifte nach der Konfirmation

Im September 1961 wurde er in Fürth als Kind evangelischer Eltern geboren. Seine Mutter lebt noch dort, sein Vater ist vor drei Jahren verstorben. In seiner Geburtsstadt hat er die Grundschule und auch das Gymnasium besucht. Der Wunsch, Pfarrer zu werden, erzählt er, sei bei ihm nach der Konfirmation gereift. Nach dem Abitur habe er kurz überlegt, Lehrer zu werden, doch durch den Einfluss des Pfarrers in seiner Gemeinde habe er sich für das Theologie-Studium entschieden. Seine Eltern seien vom ersten Moment an mit dieser Entscheidung einverstanden gewesen und hätten ihn entsprechend unterstützt.

Der Studienort war Erlangen. Für das Studium war es notwendig, Altgriechisch und Hebräisch zu lernen. Auf die Frage, ob ihm das Lernen dieser Sprachen schwergefallen sei, sagt Stolz, dass ihm Sprachen schon immer etwas näher gestanden seien als die naturwissenschaftlichen Fächer.

Oberpfalz zuerst in Floß kennengelernt

Nach dem Studienabschluss folgte das Vikariat, welches dem Referendariat im öffentlichen Dienst entspricht. Den ersten Teil verbrachte er in Floß und kam somit damals schon mit der Oberpfalz in Kontakt. Im zweiten Abschnitt des Vikariats war er dann in dem zur Verwaltungsgemeinschaft Iphofen gehörenden Einersheim in Unterfranken eingesetzt. Für den vor der lebenslangen Anstellung erforderlichen Probedienst kam er wieder nach Floß, zurück, wo er auch seine erste eigene Pfarrstelle antrat. Insgesamt sei er dort 20 Jahre tätig gewesen, berichtet Stolz.

Seine nächste Station war ab dem Jahr 2008 Bad Griesbach. Dort galt es in der Johannesgemeinde rund 1300 evangelische Christen seelsorgerisch zu betreuen. Zugleich war er zuständig für die ökumenische Kirche im Kurbereich der Ortschaft. Die Ökumene sei ein Schwerpunkt seiner Arbeit gewesen, diese habe er in seinen eineinhalb Jahrzehnten in Bad Griesbach intensiv gepflegt.

„Da nehme ich viele gute Erfahrungen mit, in Bad Griesbach habe ich zahlreiche Highlights erlebt. Die Ökumene dort war schon eine Besonderheit“, so Pfarrer Stolz. So habe man sich mit den katholischen Kollegen bei Gottesdiensten, bei Kirchenführungen oder auch bei der Organisation von Aktivitäten hervorragend abgestimmt. Wichtig sei ihm klarzustellen, dass er Bad Griesbach nicht im Groll verlasse, sondern dass es nach 15 Jahren an einem Ort Zeit sei für etwas Neues. Auf die Frage, ob er Bad Griesbach nicht vermissen werde, sagt er, dass er dort viele nette Menschen getroffen und Freunde gewonnen habe. Diese müsse er nun leider verlassen, aber es sei ja keine Weltreise, sie von Schwandorf aus zu besuchen.

Guten Eindruck von Schwandorf bekommen

Hinsichtlich seiner Pläne für die Arbeit in Schwandorf betont er, dass es zuerst wichtig sei, sich einen Überblick zu verschaffen und dann gemeinsam mit allen Beteiligten – Pfarrer, Mitarbeiter, Kirchenvorstand – festzulegen, welche Konzepte in Angriff genommen werden sollten.

Der Pfarrer zeigt sich erfreut, dass er in Fronberg eine schöne Wohnung gefunden habe, die im Bedarfsfall auch fußläufig zu erreichen sei. Schwandorf kenne er nur wenig aus seiner Zeit in Floß, er habe aber in den paar Tagen, seit er hier wohne, einen guten Eindruck von der Stadt bekommen.

Auch auf das Thema Kirchenaustritte geht Stolz ein. In seiner bisherigen Pfarrei in Bad Griesbach lag die Zahl der Austritte innerhalb des üblichen Rahmens. Seiner Ansicht nach treten viele Menschen aus der Kirche aus, weil sie sich gedanklich schon lange verabschiedet haben. Um die Austrittslawine zu stoppen, hält er es für erforderlich, die Kirche entsprechend dem Motto der Schwandorfer Erlöserkirche zu gestalten: einladend, lebendig, fröhlich. So werde Kirche interessant.

Zur Thematik, ob er ein „politischer Pfarrer“ sei, erklärt Stolz, dass die Kirche grundsätzlich für alle Menschen da sei. Wenn besondere Umstände es erfordern würden, beziehe er aber durchaus in seinen Predigten Stellung. Es gebe Fälle, da müsse die Kirche aktiv sein, zum Beispiel beim Kirchenasyl.

Seine Hobbys: Reisen, Lesen, Playmobil

Befragt nach seinen Hobbys, sagt der ledige Pfarrer, dass er mit Begeisterung Playmobil sammle. Im Fenster im Pfarramt von Bad Griesbach habe er das Leben von Martin Luther mit Playmobil-Figuren nachgestellt. Durchaus auch eine Leidenschaft sei das Reisen, gerne auch mit der Bahn. Sein Lieblingsreiseziel sei Griechenland, bevorzugt die griechischen Inseln, wobei hier Rhodos, das er schon mehrfach besucht habe, einen besonderen Platz einnehme.

Außerdem lese er leidenschaftlich gern. Er bevorzuge historische Romane, die auch einen gewissen Krimi-Anteil enthalten dürften. Sportlich sei er nicht aktiv, so der Pfarrer. Ab und zu ein wenig Rad fahren, das sei schon alles.

Bei der Musik ist er für alle Richtungen offen, er mag klassische Musik genauso wie Musicals oder Schlager. Einmal habe er sogar eine christliche Schlagerparade zusammengestellt mit Hits wie „Aber bitte mit Sahne“ von Udo Jürgens. Er selbst spiele kein Instrument.

Bezüglich der Aufteilung der Aufgaben im Bereich der evangelischen Gemeinde zwischen ihm und Pfarrer Drechsler sagt der Seelsorger, dass diese erfolgen werde, wenn er seinen Dienst angetreten habe.

An Weihnachten besuchte er seine Mutter, da er seit mehr als 30 Jahren heuer zum ersten Mal an den Festtagen keinen Dienst hatte. Silvester werde er zu Hause verbringen, so Pfarrer Stolz abschließend.

Im Gespräch: Pfarrer Klaus Stolz und die Pfarramtssekretärin Steffi Huber Foto: Friedrich Gluth