Fliegerbomben-Fund im Feld: So lief die Entschärfung im Osten Regensburgs

Von Marion Neumann · 18. Februar 2025 um 19:47

Letztendlich handelte es sich doch um ein Leichtgewicht – zumindest für die Größen, mit denen es Florian Süß sonst zu tun hat. Der Sprengmeister war am späten Dienstagnachmittag mit seinem Kollegen Michael Weiß im Regensburger Osten angerückt, um eine Weltkriegsbombe zu entschärfen.

Zunächst war man davon ausgegangen, dass es sich bei der Bombe, die am Vormittag bei Sondierungsarbeiten auf einem Feld zwischen Irl und dem Industriegebiet an der Siemensstraße gefunden wurde, um eine 125 Kilogramm schwere Fliegerbombe handelte. Christoph Tresch, Einsatzleiter der Feuerwehr, korrigierte schließlich auf 45 Kilogramm. „Dadurch, dass die Bombe weit draußen liegt, muss nur ein kleiner Sperrradius von rund 300 Meter um den Fundort eingerichtet werden“, sagte er.

Anwohner und Arbeiter evakuiert

Rund 30 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr der Löschzüge Schwabelweis und Weichs kamen zum Einsatzort, um betroffene Anwohner und Arbeiter der Firmen im Gewerbegebiet des Sperrradius zu evakuieren. Unterstützt wurden sie dabei von der Drohnenstaffel Keilberg, die das Gebiet aus der Luft begutachtete. Ausgelöst hatten dazu auch die Katastrophen-Warnapps Katwarn und NINA. „Vitesco ist bereits nicht mehr betroffen“, so der Einsatzleiter vor Ort. Auch das nahe gelegene Umspannwerk musste für die Dauer der Entschärfung nicht, wie zwischenzeitlich befürchtet, stillgelegt werden.

Laut einer Mitteilung der Polizei, die die Maßnahmen begleitete, waren knapp 60 Personen betroffen. Gegen 17.15 Uhr war die Evakuierung bereits abgeschlossen. Gesperrt werden musste lediglich die Landauer Straße, die als Bereitstellungsraum für die Rettungsfahrzeuge diente. „In Regensburg sind wir geübt, was Bombenfunde angeht“, sagte Tresch.

Weg zur Bombe durch den Matsch

Etwas ungemütlich wurde es dennoch für die Sprengmeister und die Einsatzkräfte, die sich über das aufgeweichte Feld auf den Weg in Richtung Bombe machten. „Es ist sehr matschig“, erklärte Tresch. Ziel war es außerdem, die Entschärfung vor Sonnenuntergang abzuschließen. „Sonst müssen wir noch eine Beleuchtung auf das Feld bringen.“

Tatsächlich war die Sonne gerade erst untergegangen, als die Einsatzkräfte nach erfolgreicher Entschärfung zum Sammelpunkt an der Landauerstraße zurückkehrten. „Es war letztendlich doch etwas umständlicher als gedacht“, lautete das Fazit von Sprengmeister Süß. „Der Zünder ließ sich nicht so entfernen, wie er eigentlich sollte.“ Der Gang durch den Matsch dagegen sei weniger dramatisch als erwartet gewesen . „So schlimm war das nicht“, sagte er.