Mehr Sonnenstrom für die Stadtwerke in Waldmünchen

Die Stadt, oder besser gesagt, die zu ihr gehörenden Stadtwerke werden immer mehr zum Stromproduzenten. Allerdings eher nicht, um den Strom ins Netz einzuspeisen, sondern meist um den Strom selbst zu nutzen.
Dabei gehen die Stadtwerke sehr pragmatisch vor. Immer wenn entsprechende Finanzierungsmöglichkeiten da sind oder aber bei einem städtischen Gebäude gerade aus einem anderen Grund Umbaumaßnahmen laufen, werden, soweit dies sinnvoll ist, PV-Anlagen aufs Dach gesetzt.
Erst kürzlich hatten sich die Stadträte mit einer Erweiterung der PV-Anlagen auf dem AquaFit und dem Blockheizkraftwerk bei den Schulen beschäftigt. Dort sollen, so Stadtwerkechef Stefan Höcherl, zwei kleinere Anlagen mit 60 kWp-Leistung auf dem AquaFit und 10 kWp-Leistung auf dem Blockheizkraft errichtet werden. Der Auftrag dafür war in nicht öffentlicher Sitzung vor einer Woche an die Firma hmpv vergeben worden. Auf beiden Gebäuden befinden sich PV-Anlagen, die jetzt erweitert werden.
Meist zum Eigenverbrauch
Der Grund jetzt hier weitere kleinere Dach-PV-Anlagen zu errichten, seien die finanziellen Möglichkeiten dazu. Insgesamt werde man um die 50 000 Euro investieren, sagte Höcherl. Zudem habe das Splitten von Anlagen einen weiteren Vorteil. Anders als große PV-Flächen würde ihre Stromeinspeisung nicht abgeregelt, wenn gerade viel Sonnenstrom zur Verfügung stünde.
Allerdings werde beim AquaFit die meiste Energie auch gleich wieder selbst verbraucht. So sei der Eigenverbrauch bei der Wasserumwälzung und bei Lüftungsanlage so hoch, dass selten Strom ins Netz eingespeist würde. Das wiederum spart den Stadtwerken aber beim Betrieb Stromkosten. Ähnlich ist das auch bei anderen PV-Anlagen der Stadtwerke.
Neben Blockheizkraftwerk und AquaFit wurden in den letzten Jahren auch das Biomasseheizwerk der Böhmerwaldwärme sowie die Hochbehälter der Stadtwerke in Herzogau und an den Rieselhängen mit PV-Anlagen bestückt. Bisher hatte die Stadt PV-Anlagen mit rund 185 kwP-Leistung auf ihren Dächern. Jetzt kommen noch einmal 70 kWp Leistung hinzu. Die dann zur Verfügung stehenden 255 kWp entsprechen in einer groben Überschlagsrechnung in etwa 255 000 Kilowattstunden im Jahr.
Auch Wasserkraft nutzen
Grünen Strom erzeugen die Stadtwerke auch auf andere Weise. So gehört mittlerweile das kleine Wasserkraftwerk am Perlsee ganz zum Besitz der Stadtwerke. Allerdings sei die Energieerzeugung dort sehr schwankend, berichtet Höcherl. Pro Jahr erzeuge das Kraftwerk 200 000 bis 400 000 Kilowattstunden Strom. Das ist in etwa der Strom, den 20 bis 40 Einfamilienhäuser pro Jahr verbrauchen.
Dabei solle man nicht meinen, so Höcherl mit einem Schmunzeln in der Stimme, dass viel Regen auch gleich viel Strom bedeute. Wenn nämlich bei Hochwassergefahr auch viel Wasser den Stausee verlasse, „dann geht viel den Bach runter, und geht nicht über die Turbine“. Und damit erzeuge dieses Wasser auch keinen Strom.
