Kriminalitäts-Explosion in Regensburg: Behörden ziehen erste positive Bilanz – Weiter Ärger mit Tunesiern

Die Sicherheitslage in Deutschland dominiert den Wahlkampf – und seit geraumer Zeit die Debatte in Regensburg. Nachdem die Deliktzahlen in der Domstadt 2023 sprunghaft angestiegen waren, gründeten zahlreiche Behörden die Arbeitsgruppe „Gemeinsam stark für Regensburg“. Nun zog das Bündnis eine Art Zwischenbilanz – und kündigte neue Maßnahmen an.
2023 kletterte die Zahl der Straftaten in Regensburg auf einen neuen Höchststand. Man sei von der Kriminalität überrollt worden, hieß es von Seiten der Polizei. Die Arbeitsgruppe „Gemeinsam stark für Regensburg“ sollte dieser Entwicklung entgegenwirken und brachte eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg. Die wirken: Das zeigt ein Treffen der Arbeitsgruppe, über das die Polizei in einer Pressemitteilung berichtet.
Kriminalität in Regensburg: Polizei setzte zahlreiche Maßnahmen um
Polizeipräsident Thomas Schöniger betont: „Unsere Anstrengungen sind vergleichbar mit einem Marathon.“ Nur durch Anstrengung, klugen Ressourcen-Einsatz und eine enge Zusammenarbeit könne man die Situation verbessern. Die Polizei habe im vergangenen Jahr 80 Einzelmaßnahmen geprüft und umgesetzt. Dazu zählen beispielsweise die massive Erhöhung der Polizeipräsenz am Bahnhof und Installation von Kameras ebendort. Hier arbeitet die Polizei eng mit der Stadt zusammen, die für mehr Beleuchtung gesorgt hat.
Darüber hinaus will die Verwaltung die Brunnen sanieren und für eine kulturelle Belebung sorgen – zum Beispiel mit der Fortführung des Jugendkulturteppichs. Zudem werden die Einführung von Frauentaxis oder einem sogenannten Heimweg-Telefon geprüft. Auch die Bundespolizei, die für den Bahnhof zuständig ist, verstärkt ihre Maßnahmen laut Pressemitteilung.
Sicherheit am Bahnhof in Regensburg: Bundespolizei hat deutlich mehr Personal
Seit dem Jahr 2017 sind am Bundespolizeirevier Regensburg die Dienstposten um fast 50 Prozent gestiegen. Besondere Beachtung in der Debatte fand stets die Einrichtung eines Spezialreferats bei der Staatsanwaltschaft für Mehrfach- und Intensivtäter. Bislang wurden 120 Haftbefehle vollstreckt – zumeist gegen Täter aus Tunesien.
Der Leiter der Staatsanwaltschaft Theo Ziegler betonte: „Gemeinsam stark für Regensburg ist eine Erfolgsgeschichte. Auch wenn der Rückgang der Delikte nicht ganz so deutlich ausfällt, wie ich mir das gewünscht hatte, hat sich meiner Wahrnehmung nach das Sicherheitsgefühl stark verbessert.“ Straftäter aus Nordafrika sorgen selbst in Haft noch für Ärger, berichtete die Leiterin der Justizvollzugsanstalt, Veronika Retzbach. „Wir beobachten eine zunehmende Respektlosigkeit der Inhaftierten, insbesondere aus Tunesien.“ 2024 wurden einige Straftäter dorthin Land abgeschoben.
Die Maßnahmen werden von der Uni begleitet. Erste Studienergebnisse werden Ende März erwartet. Der geringe Rückgang der Fallzahlen von 2023 auf 2024 sei damit erklärbar, dass Straftaten durch zahlreiche Polizeikontrollen vom Dunkelfeld ins Hellfeld gerückt sind, sagt Prof. Dr. Henning Ernst Müller. Offiziell bekannt werden die Kriminalitätszahlen in wenigen Wochen. Ende März wollen die Behörden die Maßnahmen evaluieren, Anpassungen vornehmen und Handlungsschwerpunkte definieren.