Hausens Bürgermeister reicht es: Wilder Müll sorgt für Ärger

Kaputte Staubsauger, alte Räder, ausrangierte Gartendeko: Immer häufiger entsorgen Unbekannte ihren Müll in den Wäldern und Fluren der Gemeinde Hausen (Landkreis Kelheim). Doch das will Bürgermeister Johannes Brunner nicht hinnehmen.
„Zur Zeit ist es besonders schlimm, als hätten die Leute Neujahrsputz gemacht“, sagt Brunner und schüttelt den Kopf. Auch Bauhof-Chef Tom Donauer zeigt keinerlei Verständnis. In sämtlichen Straßengräben liege Müll. Schon ganze abgebrochene Häuser, haufenweise tiefgefrorene Schweinshaxen und Bratwürstel, volle Farbeimer und Heizkörper seien im Wald illegal abgeladen worden. „Das geht gar nicht“, sagt Donauer.
Brunner berichtet von einem Fall, bei dem Unbekannte auf dem Autobahnparkplatz bei Großmuß anhielten und Eternitplatten über den Zaun auf Gemeindegrund warfen – oder von Autoreifen, die einfach vor dem Tor des Wertstoffhofs in Herrnwahlthann abgelegt wurden.
Die Allgemeinheit zahlt
„Das ist doch Wahnsinn“, ist der Bürgermeister fassungslos. Würden die Altreifen ordnungsgemäß im Wertstoffhof abgegeben, müsste der Anlieferer dafür bezahlen. So jedoch trage die Allgemeinheit die Kosten – wie auch für die Entsorgung des restlichen Mülls.
Darum kümmern sich die Bauhofmitarbeiter zeitnah, zusätzlich zu ihrer eigentlichen Arbeit. „Sonst werden die Haufen noch größer“, sagt Brunner. Derzeit sind die Männer eigentlich mit dem Rückschnitt der Bäume und Sträucher beschäftigt, der bis Ende Februar erledigt sein muss.
Doch immer wieder machen sie sich auf die Suche nach dem oder den Tätern, fragen Leute, ob sie etwas gesehen haben, und prüfen, wo Häuser abgebrochen oder Gärten neu gestaltet wurden, doch bislang ohne Erfolg.
Alle Funde werden fotografiert und bei der Polizei gemeldet. Die kann jedoch nicht bestätigen, dass illegale Müllentsorgung zunimmt. Die Fallzahlen im Zuständigkeitsbereich der PI Kelheim bewegten sich Jahr für Jahr mit kleineren Schwankungen im mittleren zweistelligen Bereich, teilt ein Sprecher der Polizei auf Nachfrage der Mittelbayerischen mit.
Geringe Aufklärungsquote
Dabei gehe es nicht nur um Müll in der Natur, sondern auch um andere Arten der unsachgemäßen Abfallentsorgung. Die Fälle rund um Hausen sind bei der Polizei bekannt, bestätigt der Sprecher. Jedoch steche Hausen nicht besonders heraus, was die illegale Ablagerung von Müll betreffe.
Die Aufklärungsquote ist gering. „Zur Ermittlung von Tatverdächtigen ist die Polizei hier in den allermeisten Fällen auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen“, heißt es vonseiten der Polizei.
Auch Bürgermeister Brunner bittet um Zeugenhinweise. „Müllentsorgung ist kein Kavaliersdelikt.“ Wer illegal Bauschutt entsorgt, muss mit einer Geldbuße von bis zu 2500 Euro rechnen, bei Altreifen sind es bis zu 1600 Euro.
Dass Reisende auf der Autobahn die Gelegenheit für einen kurzen Stopp in Hausen nutzen, um ihren Müll zu entsorgen glaubt Brunner nicht. Vielmehr seien es Leute aus der Region. Aber er ist sicher: „Irgendwann werden wir einen Umweltsünder erwischen.“
Hier kann Müll entsorgt werden
Wertstoffhof Herrnwahlthann: Freitags von 14 bis 17 Uhr geöffnet; Hier können unter anderem auch geringe Mengen Bauschutt, Gartenabfälle und Styropor abgegeben werden.
Wertstoffzentrum Langquaid: Geöffnet montags und samstags 9 bis 12 Uhr; mittwochs und freitags 14 bis 17 Uhr; Hier wird unter anderem auch Problemmüll und Elektroschrott angenommen.
Bauschuttdeponie: Die Deponie in Haunsbach ist wochentags von 8 bis 12 Uhr und 12.30 bis 16.30 Uhr, samstags von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Donnerstags ist zu.

