„Schule überstrahlt bei uns alles“ – Bürgermeister verrät, warum Lupburg nur kurz schuldenfrei ist

Von Markus Rath · 14. Februar 2025 um 11:00

„Wir werden heuer unsere zwei letzten Darlehen tilgen. Dann ist Lupburg schuldenfrei“, sagt Bürgermeister Manfred Hauser. Dass dieser Umstand aber nur eine kurze Momentaufnahme ist, hängt mit dem wichtigsten Projekt des Jahres 2025 zusammen, das Lupburg „vor der Brust hat“.

Schulhaus: Die Rede ist von der Erweiterung und Generalsanierung der Grundschule, die laut Hauser wegen steigender Schülerzahlen, dem Rechtsanspruch auf die Ganztagsbetreuung ab 2026 und der Sanierungsbedürftigkeit des Gebäudes notwendig ist. Vorgesehen sei ein Anbau mit einem Mehrzweckraum im Erdgeschoss und fünf neuen Klassenzimmern im Obergeschoss. Kosten wird das Ganze rund 9,9 Millionen Euro.

„Die Planung ist in der Endphase. Wir sind dabei abzuprüfen, wie hoch die Zuschüsse sind. Dann wollen wir bis Mitte März ausschreiben, damit wir sehen, wie sich die Gewerke in unserem Plan einstufen lassen, ob wir es uns wie geplant leisten können.“ Momentan spreche alles dafür, aber natürlich sei diese Prognose nichts anderes als ein Blick in die Glaskugel. Loslegen will Lupburg dann im Spätsommer. „Wir beginnen mit dem Anbau“, sagt Hauser. Wenn dieser fertig sei, könnten die Schüler dorthin umziehen und die Sanierung des Altbaus kann folgen.

Windrad: Ein leidiges Thema ist für Hauser die Windkraft. „Ich glaube nicht, dass es überhaupt einen Regierungspolitiker gibt, der Interesse daran hat, dass wir ein Windrad bauen“, beklagt der Bürgermeister. Denn Unterstützung würde er bei diesem Vorhaben von niemanden bekommen. Stand jetzt habe der Investor Max Bögl eine Bauvoranfrage für ein Windrad gestellt (wir berichteten). Hauser sei vorsichtig optimistisch, dass der Plan verwirklicht werden könne.

Burggarten: In Zusammenarbeit mit dem OGV erschließt der Markt Lupburg seit 2023 den Burggarten. „Im letzten Bauabschnitt wollen wir den Pavillon und den Bienenlehrpfad ertüchtigen“, sagt Hauser. Zusätzlich sollen Ruhebänke und eine Liege einen Anreiz für alle Altersgruppen bieten, damit sie einen Ausflug oder Spaziergang zum Burgberg unternehmen.

Seibertsdorfer Straße: Nachdem der erste Bauabschnitt zwischen Hohenfelser Straße und Bloßenbergstraße abgeschlossen ist, steht 2025 der zweite Bauabschnitt auf der Agenda. Dieser soll laut Hauser ab März in Angriff genommen werden. Insgesamt koste die Sanierung dieser „verkehrswichtigen örtlichen Straße“ rund 700 000 Euro. Das Projekt werde vom Bauministerium mit 300 000 Euro gefördert.

Blitzschutz auf der Burg: „Der Blitzeinschlag in den Kamin der Burg im vergangenen Jahr war für mich der Anlass, die ganze Anlage auf den Prüfstand zu stellen“, erzählt Hauser. Dabei habe sich gezeigt, dass nachgebessert werden muss. Gewitter würden für so eine exponierte Stelle immer heftiger und gefährlicher. Davor wolle sich die Gemeinde schützen. Deshalb werde der Blitzschutz – zusammen mit dem Landkreis Neumarkt – für rund 80 000 Euro auf den neuesten Stand gebracht.

Bauland: Im Baugebiet „Ullabreite Erweiterung II“ stehen laut Hauser noch rund 6000 Quadratmeter für neun neue Bauplätze zur Verfügung. Diese sollen 2025 erschlossen werden. Hauser: „Dafür müssen wir auch noch eine Erschließungsstraße bauen.“

Kita in See: Da es weder Lagermöglichkeiten im Gebäude noch im Garten gibt, wird ein Nebengebäude gebaut. Die Bodenplatte für den Holzbau ist bereits fertig, 2025 soll das Gebäude folgen. Damit wird laut Hauser der Wunsch nach einem „grünen, wettergeschützten Gruppenraum“ erfüllt.

Dorferneuerung See: „Wir werden mit der Hofstelle anfangen“, sagt Hauser. Hier würden sich nun der Architekt und die Dorfgemeinschaft absprechen, damit möglichst viele Nutzungsmöglichkeiten für das Gebäude verwirklicht werden können. Insgesamt würden bei der Dorferneuerung in See Ausgaben bis knapp zwei Millionen Euro mit 64 Prozent Zuschuss gefördert.

Finanzsituation: Lupburg wird 2025 schuldenfrei. „Aber dieser Zustand wird leider nur ein kurzer sein, weil wir eine Schule mit 9,9 Millionen Euro vor der Brust haben“, sagt Hauser. Auch die Erhöhung der Kreisumlage treffe die kleine Marktgemeinde. Statt 1,5 Millionen muss Lupburg 2,75 Millionen Euro an den Landkreis abführen. „Das sind Grundvoraussetzungen, die keiner gewollt hat“, sagt der Bürgermeister. Überall werde abgebaut, gespart und gekürzt. „Und so ist es natürlich auch bei uns.“

Lupburgs Bürgermeister Manfred Hauser Foto: Markus Rath