Klimaaktivisten ziehen durch Regensburger Altstadt – Letzte Generation kritisiert Repressionen

Demo am Tag der Liebe: Am Freitag haben die Klimaaktivisten von „Fridays for Future“ einen Protestzug angekündigt. Beginn ist um 15 Uhr in Stadtamhof. Die Demonstration richtet sich auch gegen lokale Großprojekte. Die Aktivisten wollen von Stadtamhof über die Steinerne Brücke zum Bismarckplatz ziehen.
Von dort geht es weiter in Richtung Neupfarrplatz, auf dem eine Zwischenkundgebung stattfindet. Über den Domplatz ziehen die Demonstranten anschließend nach Stadtamhof zurück, wo eine Abschlusskundgebung stattfindet. Auf der Demo gibt es ein buntes, vielfältiges Programm mit Reden, Musik und Poetry Slam, heißt es von Seiten der Aktivisten. Der RVV warnt für die Zeit zwischen 14.30 Uhr und 17.30 Uhr vor Beeinträchtigung im Bereich Keplerstraße, Arnulfsplatz, Bismarckplatz, Fischmarkt und Stadtamhof. Der Protest richtet sich dabei unter anderem gegen die Sallerner Regenbrücke. Zudem kritisieren die Aktivisten: „Die Stadt plant immer wieder neue Projekte, die den motorisierten Individualverkehr fördern – unter anderem ein mehrstöckiges Parkhaus am Unteren Wöhrd.“
Fridays for Future: Klimaschutz muss für alle bezahlbar sein
Eine sozial gerechte Mobilitätswende sehe anders aus. Klimaschutzmaßnahmen müssten für alle bezahlbar sein, fordert die Gruppe. „Wir fordern bezahlbaren und gut genutzten Wohnraum, statt leerstehenden Immobilien, neuer Flächenversiegelung und Mietpreisanhebungen durch große Immobilienkonzerne.“ Zudem äußert sich die Gruppe zur Debatte um acht geplante Windräder bei Regenstauf. „Wie soll uns der Umstieg auf erneuerbare Energien gelingen, wenn in Bayern pro Jahr weiterhin nur acht neue Windräder ans Netz gehen?“ Darüber hinaus nehmen die Aktivisten auch die Bundestagswahl ins Visier. „Weltweit eskalieren fossile Faschisten in ihrer Verachtung für Menschen, Demokratie, Lebensgrundlagen.“
Für die Gruppe sei klar: „Wir können uns jetzt keine Regierung leisten, die Rückschritte im Klimaschutz oder der Demokratie macht, stattdessen braucht es einen klaren Kurs nach vorne: Klimaneutralität bis 2035.“ Die Gruppe ruft dazu auf, gegen Rechts zu wählen. Schon am Mittwochabend demonstrierte die Letzte Generation, die diesen Namen inzwischen abgelegt hat, gegen Repressionen für Klimaaktivisten. Diese beträfen unteranderem den Regensburger Simon Lachner, ehemals ein führender Kopf der Letzten Generation in Regensburg. Dieser wurde Anfang 2024 zu drei Monaten Haft verurteilt, nachdem er mehrfach Straßen blockiert hat.
Letzte Generation kritisiert Repressionen
Die Letzte Generation kritisiert darüber hinaus die Entscheidung des Freistaates Bayern, wonach die Klimaaktivistin Lisa Poettinger nicht Lehrerin werden darf. Sprecher Sebastian Mederer dazu: „Wir fordern die Landesregierung auf, endlich Verantwortung zu übernehmen und Klimaschutz konsequent umzusetzen, anstatt kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen."