Die Spielbank in Bad Kötzting wird 25 Jahre alt – und blickt auf eine wechselvolle Geschichte

Am 22. Februar gibt es eine Party in der Spielbank für alle Gäste, drei Tage später, am Tag der offiziellen Eröffnung im Jahr 2000, kommt dann die Prominenz. Heute ist der 25. Februar ein Grund zur Freude, wie er wohl annähernd nur zur Eröffnung selbst einer gewesen ist. Verstummt sind die Stimmen, die in der Vergangenheit sogar laut über die Schließung gesprochen hatten.
Begonnen hat die Geschichte der Bayerischen Spielbank weit vor dem für die Stadt historischen Tag im Jahr 2000. Den Zuschlag unter mehreren Bewerbern für das neu zu bauende einzige staatliche Casino in der Oberpfalz hatte die Stadt Kötzting bereits 1995 erhalten.
Viel Geld für die Stadt
Eine Entscheidung, die für die kommenden Jahrzehnte weitreichende Folgen haben sollte. Den Anfang machte der voll durch Kredite finanzierte Bau des Gebäudes, der alleine 27 Millionen Mark (gut 13 Millionen Euro) gekostet hatte. Das verdoppelte nicht nur die Pro-Kopf-Verschuldung der Stadt auf einen Schlag, sondern macht noch heute den größten Teil der Schulden in Höhe von 6,4 Millionen Euro aus, nämlich rund fünf Millionen Euro.
Dabei waren die Schulen an sich nicht das Problem – und auch, dass die im Verhältnis zu den meisten der acht weiteren Häuser im Freistaat „kleine“ Spielbank in Bad Kötzting nicht die größten Spielerträge an Tischen und Automaten aufweisen würde, war klar. Zum Problem wurde allerdings, als die Brutto-Spielerträge (BSE) immer weiter zurückgingen und schon bald hinter den Erwartungen zurückfielen. Denn die Rechnung geht bei jeder Spielbank so: 30 Prozent des Brutto-Spielertrages in einem Jahr werden gleich einmal abgeführt. Die eine Hälfte bekommt der Freistaat, die andere die jeweilige Gemeinde. Dieses Jahr gingen also rund 870 000 Euro an die Stadt, zusätzlich zur Miete.
Das ist eine Zahl, mit der Kämmerer Florian Heigl mehr als zufrieden sein kann. Doch das war eben nicht immer so. Im Jahr 2013 war die Spielbank in Bad Kötzting erstmals das „Schlusslicht“ beim BSE, der noch hinter der gleichaltrigen Spielbank in Bad Steben lag. In diesem Jahr hatte sich der Brutto-Spielertrag um 22 Prozent auf 1,6 Millionen Euro reduziert.
Seit 2008 in Diskussion
Ein Ergebnis, das zur Unzeit kam. Seit 2008 hatte der Oberste Rechnungshof bereits bemängelt, dass die Erträge an Spieltischen und Automaten rückläufig waren. Auf dem Höhepunkt der jahrelangen Diskussionen war sogar der damalige FDP-Landespolitiker Jörg Rhode nach Bad Kötzting gekommen und hatte gefordert, das Gebäude zu verkaufen – eine an sich alleine schon darum nicht durchführbare Forderung, weil das Gebäude ja nicht dem Freistaat, sondern der Stadt gehört.
Doch auch für die stand trotz eines Schuldenberges, der in der Spitze zwischenzeitlich bei rund 28 Millionen Euro gelegen hatte, der Verkauf des Gebäudes nie zur Debatte. Diesen Schritt war die Stadt Bad Steben nämlich gegangen, und das mit Verlust – und eben keinen weiteren Mieteinnahmen mehr.
Ob nun das in Bayern im Jahr 2008 umfassend eingeführte Rauchverbot, die Nähe zu Tschechien mit mehreren Casinos jenseits der Grenze, die Zunahme von Glücksspiel im Internet oder alle Faktoren zusammengenommen der Grund für sinkende Erträge waren, das blieb bis zur Trendwende vor knapp zehn Jahren ebenso ungeklärt wie das seit Jahren anhaltende Hoch. Vom Verkauf des Gebäudes redet heute niemand mehr, und durch ein immer umfassenderes Kulturprogramm hat es die Spielbank geschafft, nicht nur in, sondern auch bei der Bevölkerung „anzukommen“.
Der 25. „Geburtstag“ ist übrigens auch darum ein wichtiges Datum für das Haus, weil der ursprünglich mit dem Freistaat geschlossene Mietvertrag zu diesem Datum ausgelaufen wäre. Doch auch davon war schon lange keine Rede mehr, und so ist es im 26. Jahr des Bestehens der Spielbank gar keine Frage mehr, dass der Freistaat mit seinem Glücksspiel-Monopol zur Miete an der Unteren Au bleiben wird.
Die Spielbanken
Häuser: Der Freistaat unterhält in allen Regierungsbezirken eine Spielbank, wobei es in Oberbayern drei Casinos gibt.
Betreiber: Der Freistaat wird durch die Staatliche Lotterie- und Spielbankverwaltung in München als Betreiber vertreten.
Beschäftigte: Insgesamt arbeiten 680 Mitarbeiter in allen neun Häusern.
Abgaben: Seit 2000 wurde rund eine Milliarde Euro durch die Spielbanken in Bayern an den Freistaat abgeführt. (Quelle: spielbanken-bayern.de)
