Valentinstag steht an: Rodinger Gärtnermeister verrät, warum rote Rosen teuer sind

Von Oliver Hausladen · 12. Februar 2025 um 19:00

Am Freitag ist Valentinstag – und die Preise für rote Rosen als beliebtes Geschenk schnellen in der Höhe. Warum das so ist und weshalb die Floristen nichts dagegen tun können, erläuterte Gärtnermeister Alfred Stuiber FDP-Landesvorsitzendem Martin Hagen, Wahlkreis-Direktkandidatin Ileana-Valeria Pößl und weiteren FPD-Lokalvertretern bei einem Besuch am Mittwoch.

Dazu gab es viele weitere Infos von Stuiber, der auch 3. Bürgermeister ist, zur Lage von kleinen Gärtnereien und auch in der Kommunalpolitik.

Tag weltweit am gleichen Datum

Das Problem am Valentinstag sei leicht erklärt, sagte Stuiber. Die Produktion sei weltweit auf eine gewisse Menge beschränkt, der Tag der Liebenden aber in allen Ländern am gleichen Datum. „Das heißt, alle wollen zur gleichen Zeit etwas vom begrenzten Kontingent, was die Preise natürlich nach oben treibt“, so der 44-Jährige. Bei anderen besonderen Anlässen wie dem Muttertag sei dies weniger gravierend, da dieser beispielsweise in Frankreich später sei als in Deutschland.

Die gestiegenen Anschaffungskosten müssten Händler dann auch an ihre Kunden weitergeben, „ansonsten zahlen wir drauf“. Stuibers Tipp deshalb: entweder an einem anderen Tag rote Rosen verschenken – oder auf andere Blumen oder Pflanzen ausweichen.

Allgemein laufe das Geschäft „so dahin“, wie Stuiber auf die Frage von Hagen antwortete, er wolle aber nicht klagen. Den Verkauf komplett ins Internet zu verlagern, wie es etwa ein Florist in Schwandorf vor Kurzem gemacht hat, komme für ihn nicht in Frage. Er wolle für seine Kunden da sein, für diese sei es auch wichtig, die Blumen und Pflanzen zu sehen und auch anzufassen, erläuterte er.

Energiepreis macht Sorgen

Ein großer Vorteil sei für das Traditionsgeschäft die zentrale Lage fast direkt neben dem Friedhof, so dass wenig Transportkosten anfallen, erläuterte Stuiber bei einem Rundgang durch seine Gewächshäuser („Wir produzieren vor Ort für den Bedarf hier“).

Sorgen mache ihm dagegen, dass die Energiepreise deutlich ansteigen könnten. Geheizt werde mit Öl und Gas, im Moment sei ein Anschluss an ein Wärmenetz noch nicht möglich, so Stuiber. Gebraucht werde aber viel Energie, um die Pflanzen mit Licht und Wärme zu versorgen, machte er deutlich. Die Zukunft für Energie in der Rodinger Region sieht er in Biomasse: „Alleine vom Schadholz in den Wäldern könnten wir uns versorgen.“

Ein weiteres Problem für kleine Betriebe sei der Preisdruck ausgelöst von Großbetrieben, die riesige Mengen voll automatisiert herstellten. „Bei uns ist noch viel Handarbeit, deshalb können wir mit den Preisen, im Lebensmittel-Einzelhandel, der mittlerweile der Haupt-Konkurrent ist, nicht mithalten“, machte der Gärtnermeister deutlich.

Optimismus vor Wahl

Hagen und Pößl lobten das Engagement des Gärtnermeisters, der derzeit zwei Auszubildende beschäftigt. „Es ist wirklich sehr schön hier“, sagte die Direktkandidatin. Im Bezug auf den Wiedereinzug in den Bundestag zeigten sie und der Landesvorsitzende sich trotz vieler Umfragen, welche die Partei derzeit unter der Fünf-Prozent-Hürde sehen, optimistisch.

„Wir werden das schaffen, die Stimmung ist auch viel besser als es die Umfragen glauben machen“, sagte Hagen, dies sei unter anderem an den Wahlkampf-Ständen zu spüren. Die Bürger würden die FPD weit besser beurteilen und seien offener als etwa 2013, meint er. „Wir brauchen nur eine Umfrage, die uns über den fünf Prozent sieht, damit die Menschen nicht die Sorge haben, ihre Stimme zu verschenken“, sagt Hagen, der es für wichtig hält, dass seine Partei wieder den Sprung in den Bundestag schafft. Ansonsten „droht eine Kenia-Koalition mit Union, SPD und Grüne – das kann nicht gutgehen“, so der FDP-Politiker.

Das weitere Programm

Weitere Termine: Nach ihrem Besuch in der Gärtnerei Stuiber absolvierten FDP-Landesvorsitzender Martin Hagen und Wahlkreis-Direktkandidatin Ileana-Valeria Pößl noch weitere Termine in Roding und Cham.

Snack im Café Weiß: Zunächst ging es zu einem Snack und lockerem Plausch mit örtlichen FPD-Vertretern in das Café Weiß in Roding.

Freibad besichtigt: Im Anschluss stand ein Besuch im Freibad an, das derzeit generalsaniert und 1. Mai wieder eröffnet wird.

Besuch in Cham: Weiter ging es für die FPD-Politiker nach Cham, wo es bei der Max Schierer Baustoffe GmbH um „Herausforderungen und Perspektiven in der Wirtschaft“ ging.

Stammtisch-Gespräche in der Stadthalle: Zum Abschluss warteten in der Rodinger Stadthalle noch „Stammtisch-Gespräche“.

Bei einem Rundgang durch die Gewächshäuser entwickelte sich ein intensiver Austausch.