Auto fährt in Demo in München: Tatverdächtiger konnte nicht abgeschoben werden

Von Passauer Neue Presse · 13. Februar 2025 um 14:28

Ein Pkw fährt von hinten gezielt in eine Versammlung Streikender. Der festgenommene Fahrer ist ein junger Asylbewerber aus Afghanistan. „Es reicht einfach“, sagt Ministerpräsident Söder. Was zum mutmaßlichen Täter bislang bekannt ist.

Lesen Sie hier ein Update zu diesem Artikel: „Rechtmäßig im Land“: Herrmann korrigiert Angaben zum Tatverdächtigen und nennt Details

Der junge Mann (24) war nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann polizeibekannt – und offenbar abgelehnter Asylbewerber. Der Mann sei als Asylbewerber ins Land gekommen, sein Asylantrag sei aber „wohl“ abgelehnt worden. Gleichzeitig sei festgestellt worden, „dass er eben im Moment nicht abgeschoben werden kann und er deshalb sich weiter in unserem Land aufhalten durfte“.

„Bislang haben wir die Erkenntnis, dass er mit Betäubungsmitteln und Ladendiebstählen aufgefallen ist, nach gegenwärtigem Ermittlungsstand aber bislang keinerlei Gewalttätigkeit erkennbar war“, sagte Herrmann weiter. All dies werde derzeit ständig weiter überprüft.

Nach Polizeiangaben war der Mann mit seinem Auto an einem Polizeiwagen vorbei in einen Demonstrationszug der Gewerkschaft Verdi gefahren und hatte so mindestens 28 Menschen verletzt, einige davon schwer bis lebensgefährlich. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sprach von einem mutmaßlichen Anschlag.

Scholz fordert Abschiebung

Der 24-jährige Afghane hat sich nach Worten von Herrmann wohl nicht gezielt diese Demonstration ausgesucht. „Im Moment gehen wir in der Tat davon aus, dass die Zielgruppe hier, dass die Opfer aus den Reihen dieser Verdi-Demonstration eher zufällig waren“, sagte Herrmann. „Aber auch dem muss natürlich nachgegangen werden.“

Bundeskanzler Olaf Scholz hat die Aburteilung und Abschiebung des Tatverdächtigen gefordert. Dieser könne nicht auf „irgendeine Nachsicht“ hoffen, sagte Scholz am Donnerstag am Rande eines Termins in Fürth. „Er muss bestraft werden, und er muss das Land verlassen.“ Scholz nannte die Tat „furchtbar“ und wünschte den Verletzten vollständige Genesung.