Kelheim-Kandidat Oßner (CSU) zu Autos, Atomkraft und seiner Amazon-Vision für Rohr und Abensberg

Von Martina Hutzler · 11. Februar 2025 um 05:00

An neuen Technologien müsse man dranbleiben, fordert Florian Oßner. Der CSU-Direktkandidat für Kelheim-Landshut sieht aber auch bei der Bahn Erneuerungsbedarf.

• Amazon: Das geplante Logistiklager auf Rohrer Gemeindegebiet ist im Kreis Kelheim umstritten. Wenn die Investition des Online-Handelsriesen verlässlich Arbeitsplätze und Gewerbesteuer-Einnahmen bringe, „würde ich mich dem eher nicht verschließen“, sagt Florian Oßner – zumal man den Trend zum Online-Shopping eh nicht stoppen werde. Wichtig sei eine gute Verkehrsanbindung. Vielleicht diene das Logistiklager ja sogar als Argument, um die Ortsumgehung von Offenstetten beschleunigt zu realisieren.

• Atomkraft: Das AKW Isar II bei Essenbach sei nicht mehr reaktivierbar – diese Einschätzung des Betreibers teilt der Veldener Politiker. Aber beim derzeitig weltweiten Entwicklungs-Hype, den „Mini-AKWs“ (Small Modular Reactors, SMR), „sollten wir unbedingt dranbleiben“, findet er. Denn es brauche eine Grundlast-Abdeckung bei Wind- und Sonnenflaute, und da seien fossile Gaskraftwerke auch keine überzeugende Option. Den jetzigen Standort Isar I/II hält er für „prädestiniert als Standort für einen SMR“, wenn denn die Technologie mal verfügbar ist.

• Bahn: Dass die Bahn schon unter CDU-/CSU-geführten Bundesregierungen auf falsche Gleise kam, räumt Florian Oßner ein und führt die Privatisierung 1994 an, samt ihrer Folgen wie Strecken- und Bahnhofs-Stilllegungen. Aktuell sei eine Bahnreform unabdingbar, mit der das Streckennetz ausgegliedert und zum Staat rücküberführt werde; hingegen müsse man den Fahrbetrieb komplett für den Wettbewerb freigeben.

• Polit-Skepsis: „Die Erwartungshaltung gegenüber Politikern ist massiv gestiegen“, findet Florian Oßner. Frühere Abgeordnete, wie seine Vorgänger Zimmermann und Götzer, hätten längst nicht die Fülle an Terminen wahrgenommen wie er selbst – und dennoch werde das nicht von allen honoriert: Der Trend nehme zu, von „denen da droben in Berlin“ und „uns kleinen Leuten“zu sprechen. Schwierig findet der Abgeordnete auch die Erwartungshaltung, dass Politiker immer sofort eine Lösung parat haben und diese zu 100 Prozent umsetzen müssten. „Ein Kompromiss gilt da fast schon als negativ.“

• Verbrenner- und E-Autos: Eine fixe Vorgabe hierzu lehnt der CSU-Politiker ab: Generell sei es nicht gut, wenn die Politik sage, welche Technologie sich durchzusetzen habe und welche abzuschaffen sei. Oßner erwartet, dass bis 2035 die Entwicklung und Erzeugung von nicht-fossilen Kraftstoffen (E-Fuels) so weit gediehen ist, dass Verbrenner-Motoren auch nach diesem von der EU gesetzten Datum weiter betrieben werden können. Den nötigen Strom dafür könne man idealerweise gewinnen, indem überschüssige Wind- und Sonnenenergie per Elektrolyse als Wasserstoff gespeichert und zur Erzeugung von E-Fuels verwendet werden.