Ivena startet in der ILS Oberpfalz-Nord: Alle Kliniken liefern in Echtzeit aktuelle Daten zu freien Betten

Von Mittelbayerische Zeitung · 10. Februar 2025 um 05:00

Ein schwerer Unfall. Mehrere Verletzte. Jede Minute zählt. Doch welches Krankenhaus hat gerade ein freies Bett in der passenden Fachabteilung? Genau hier setzt das digitale interdisziplinäre Versorgungsnachweis-System Ivena an, das jetzt in der Integrierten Leitstelle (ILS) Oberpfalz-Nord in Betrieb genommen wurde.

Wie es in einer Mitteilung des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Oberpfalz-Nord weiter heißt, ermöglicht Ivena eine Echtzeit-Übersicht über freie Krankenhauskapazitäten in der Region. „Die Integrierte Leitstelle kann dadurch sofort erkennen, welche Klinik im Versorgungsbereich für den jeweiligen Patienten die beste Wahl ist – und diesen gezielt dorthin bringen. Das spart nicht nur wertvolle Zeit, sondern verbessert auch die Qualität der Versorgung“, so der Zweckverband.

Kliniken liefern nun aktuelle Daten

Seit einem halben Jahr liefen die Vorbereitungen für den Start von Ivena. Alle Kliniken im Versorgungsbereich der ILS Oberpfalz-Nord haben sich laut Mitteilung intensiv vorbereitet und liefern nun aktuelle Daten aus ihren Häusern.

Dazu gehören das Krankenhaus Tirschenreuth und Kemnath, das Bezirksklinikum Wöllershof, das Klinikum Weiden, das Klinikum St. Marien Amberg, das St. Anna Krankenhaus Sulzbach-Rosenberg, die St. Johannes Klinik Auerbach, die Asklepios Kliniken Burglengenfeld, Oberviechtach und Lindenlohe sowie das Krankenhaus St. Barbara in Schwandorf.

„Mit Ivena machen wir einen riesigen Schritt in die digitale Zukunft der Notfallversorgung“, betont Jürgen Meyer, Pressesprecher der ILS Oberpfalz-Nord. „Durch die Echtzeit-Daten wissen unsere Disponenten sofort, wo sie den Patienten optimal versorgen lassen können. Die Zeit, die wir dadurch sparen, kann im Ernstfall effizienter Leben retten.“

Patienten können optimal auf Kliniken verteilt werden

So funktioniert Ivena in der Praxis; Sobald ein Notruf eingeht, kann die Leitstelle in Ivena in Sekundenschnelle sehen, welche Klinik im gesamten Versorgungsnetz freie Kapazitäten hat – und zwar nicht nur in der Oberpfalz, sondern auch in angrenzenden Regionen wie Bayreuth, Nürnberg oder Hof. Das bedeutet: Patienten können nicht nur innerhalb des eigenen Leitstellenbereichs optimal verteilt, sondern auch gezielt in umliegende Krankenhäuser vermittelt werden. Dadurch werden Engpässe vermieden und die ILS verliert keine wertvolle Zeit mit telefonischen Abfragen.

„Mit der Einführung von Ivena schaffen wir eine moderne, digitale Lösung für eine noch effizientere Notfallversorgung in unserer Region“, sagt Katja Sonnauer, Geschäftsleiterin des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Oberpfalz-Nord. „Unser Ziel ist es, die Abläufe zwischen Leitstelle, Rettungsdienst und Kliniken weiter zu optimieren, damit Patienten so schnell und gezielt wie möglich versorgt werden können.“

Der Zweckverband finanziert die Einführung vor

Der ZRF Oberpfalz-Nord hat dafür die finanzielle Grundlage geschaffen: Die Implementierungskosten in Höhe von 53.000 Euro wurden zunächst vom Zweckverband vorfinanziert. Die Gesamtkosten für Ivena werden jedoch zu 100 Prozent durch den Freistaat Bayern getragen. Die jährlichen Wartungskosten von 15.000 Euro übernimmt der ZRF gemeinsam mit seinen Verbandsmitgliedern. „Diese Investition ist gut angelegt, denn sie verbessert nicht nur die Patientenversorgung, sondern erleichtert auch die Arbeit der Rettungskräfte und Kliniken erheblich“, so Sonnauer.