Im Center in Abensberg gehen die Lichter doch nicht aus: Das ist geplant

Tanzschuppen, Disko oder später dann die Clubs. Derartige Locations sind rar geworden in der Region. Und im Mai geht auch in Abensberg (Landkreis Kelheim), wo es einst sogar drei Diskos gegeben hat, eine Ära zu Ende. Petra und Hans Geltl sperren nach 40 Jahren das Center zu. Die Frage ist, wie es dort weitergeht.
Jacob Horsch, Geschäftsführer der Brauerei Kuchlbauer, äußerte sich nun unserer Zeitung gegenüber dazu, wie es in den dann leer werdenden Räumen im Brauereigasthof weitergehen könnte. Er will ein weiteres „Center“-Kapitel aufschlagen. Ob dann unter einem anderen Namen und mit welchem Konzept - dafür ist es jetzt noch zu früh um darüber zu reden.
Nur einige Monate Pause
Auch in Zukunft soll es dort einen Club geben. „Das ist eine Herzensangelegenheit von mir“, betont er, obwohl er selbst in seinen jüngeren Jahren ein eher seltener Gast im Center war. Aber es sei eine Idee seines Vaters Leonhard Salleck gewesen, eine Disko ins Leben zu rufen. 1974 war das. Er fühle sich schlichtweg verpflichtet, diese Geschichte weiterzuführen. Die Genehmigung für den Diskobetrieb gilt jedenfalls weiter. Das habe ihm vor ein paar Wochen das Landratsamt bestätigt.
Die Geschichte soll nun nur einige Monate für notwendige Sanierungsarbeiten unterbrochen werden. Horsch hofft, dass diese noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. So müsse die komplette Elektronik erneuert werden. Die Böden seien in keinem guten Zustand mehr – hätten zum Teil Löcher.
Ambiente bleibt erhalten
Letztendlich gehe es um einen Rundumschlag, um das Lokal zu modernisieren. Klar sei aber, dass das grundsätzliche Ambiente des Abensberger Centers erhalten bleiben soll.
Einst befanden sich in diesen Räumen die Brauerei. Schon lange bevor das Ende der Ära Geltl offiziell wurde, hatte sich Horsch eigenen Angaben um eine Nachfolge umgeschaut. „Gerüchte, dass er aufhört, gibt es seit zehn Jahren“, so Horsch.
Auch das klingt doch interessante: Ein Bürgerbus für Abensberg
Und so seien immer wieder Gastronomen, die Interesse hatten, aufgeschlagen. Für einen von denen hat er sich jetzt entschieden. Es sei zwar noch nichts unterschrieben, die Gespräche seien aber auf einem guten Weg. Einen Namen nennt er nicht. nur so viel: „Er ist bekannt und kompetent und führt derzeit ein ähnliches Lokal im Landkreis.“
Konzept im Center soll gleichbleiben
Am Konzept des Lokals soll sich nichts ändern. Es soll, so Horsch, eine Kulturstätte bleiben. Das werde so im Vertrag mit dem neuen Pächter stehen. Deshalb kann sich Horsch durchaus vorstellen, dass nach der Sanierung der Jazzclub wieder in seine angestammten Räumlichkeiten zurückkehrt.
Beim Vorsitzenden des Jazzclubs, Anton Supritz, kommt diese Aussage gut an. „Wir würden uns sehr freuen, wenn der Jazzclub dort weitermachen könnte“, sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Das entspreche auch dem Feedback, das man von Publikumsseite bekommen habe. Jetzt will Supritz auf die ersten Gespräche mit dem neuen Pächter und dem Bräu warten. Horsch kann sich auch vorstellen das Kulturprogramm auszuweiten, beispielsweise mit Theateraufführungen oder Kabarett. Eines macht Horsch aber klar: „Ich will den bestehenden Kultureinrichtungen wie dem Theater am Bahnhof keineswegs Konkurrenz machen.“ Bisheriger Betreiber Hans Geltl freut es, dass es im Center weitergeht: „Mir liegt sehr daran.“ Er könne sich gut vorstellen, dorthin künftig als Gast zu kommen.
Die Geschichte des Gebäudes, in dem das Center residiert
Das Gebäude, in dem sich das Abensberger Center befindet, wurde nach den Worten von Brauerei-Chef Jacob Horsch im Jahr 1904 errichtet. Bis in die 20er-Jahre hinein war in der jetzigen Diskothek die Brauerei untergebracht. Dann siedelte der Betrieb um in die heutige Römerstraße. Seitdem standen laut Horsch diese Räume Jahrzehnte lang leer.
Das änderte sich 1974. Der damalige Brauereichef Leonhard Salleck installierte dort eine Disco. Nach zehn Jahren wollte der damalige Pächter nicht mehr weitermachen, wie der jetzige Betreiber vor geraumer Zeit dieser Zeitung berichtete. Hans Geltl, der damals nach eigenen Worten zu den Stammgästen zählte, wollte verhindern, dass das Lokal schließt, und übernahm es kurzerhand selbst.
