Bücherei bietet Lesestoff aus Berching: Diese Werke stammen von heimischen Autoren

Ein Roman aus Brasilien, ein Erlebnisbericht einer Weltreise oder Sagen aus Berching: Unter den knapp 10.000 Medien in der Stadtbücherei sind auch Bücher aus Berchinger Feder, wie die Leiterin der Einrichtung vorstellt. Ein Buch vermisst sie allerdings.
Kochbücher, Kriminalromane, Tonie-Figuren: Die Bandbreite der Medien, die Leser in der Berchinger Stadtbücherei ausleihen können, ist groß. Für unsere Zeitung stellt Leiterin Barbara Großmann eine Auswahl an vorhandenen Büchern vor, die aus der Feder von Berchinger Autoren stammen. Einen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt folgende Auflistung nicht.
Heinrich Edinger: Der frühere Lehrer aus Berching hat mehrere Werke verfasst, in denen er Sagen aus seiner Heimatstadt weitererzählt oder Informationen zu Hausnamen und Berchinger Berühmtheiten niedergeschrieben hat. „Von Hechten, Hexen, Herren und Halunken“ lautet etwa der Titel seines Buchs über Sagen aus der Gemeinde Berching. „Darin sind auch Sagen aufgelistet, die ich als Kind von meiner Oma erzählt bekommen habe“, sagt Großmann. In dem Werk „Berchinger Söhne und Tochter“ widmet sich Edinger berühmten Persönlichkeiten und geht dabei nicht nur auf die Familie Pettenkofer und Christoph Willibald Gluck ein.
Rebecca Novak: Über den berühmtesten Komponisten aus der Gemeinde Berching gibt es zahlreiche Werke, die im Bestand der Bücherei sind. Neben dem Freundeskreis Gluck mit dem Werk „Gluck und ich“ hat auch eine Sollngriesbacherin Gluck in ein Buch einfließen lassen. Unter dem Pseudonym Rebecca Novak hat die Autorin einen historischen Roman („Maria Christina – Tagebuch einer Tochter“) verfasst, der in der Zeit spielt, als Gluck in Österreich war.
Susanne Bemsel und Daniel Snaider: 2005 kamen die beiden Altmühltaler von ihrer vierjährigen Weltreise zurück. Was sie auf ihrer Reise mit dem Fahrrad erlebt haben, steht in dem Buch „Die große Reise: Abenteuer Weltumrundung“. Manchen Berchingern dürfte Bemsel durch ihre Eventagentur Erdanziehung bekannt sein.
Josef Fechner: Der Mundartdichter aus Berching hat als Mitglied der Autorengruppe mit dem Sindlbacher Kreis bereits mehrere Werke veröffentlicht, das letzte 2022 („D’Zeit vagäiht“). In dem Büchlein finden sich Gedichte und Geschichten aus der Oberpfalz.
Pankraz Lang: Der Autor ist in Berching aufgewachsen und hat unter dem Titel „Meine Geschichte“ Erinnerungen an seine Jugendzeit von 1935 bis 1956 aufgeschrieben.
Carmen Stephan: Die gebürtige Berchingerin schrieb ihren ersten Roman in Brasilien. „Mal Aria“ ist eine Geschichte über Leben und Tod – erzählt von einem Moskito und aufgeschrieben von Stephan, die mittlerweile in Genf lebt.
Literatürmerinnen: Eine Gruppe von Damen, die sich im Frauenturm trifft, veröffentlicht ihre Texte in Büchern. Der aktuellste Band von 2024 behandelt „Literatierisches: Von schrägen Vögeln und tollen Hechten“.
Hans Dengler: Der Rudertshofener steht stellvertretend für die Autoren, die eine Festschrift zu Vereinsjubiläen oder eine Ortschronik verfasst haben. Ob den Bildband „Berching im Wandel der Zeit“ von Petra Schmitt und Franz Guttenberger, die Broschüre „Bei uns dahoam“ von Hermann Muschaweck oder Denglers Dorfchronik „Rudertshofen 1305 bis 2005“: Alle können Interessierte in der Bücherei entleihen. Ein Werk gibt es in den Bücherei-Räumen oberhalb der Sparkasse dagegen nicht: eine Chronik des Hauptortes Berching. Denn diese existiert bis heute nicht – obwohl sie jahrelang im Gespräch war.
Das ist die Stadtbücherei Berching
Anfänge: Im Jahr 1972 wurde die Berchinger Bücherei offiziell zur Stadtbücherei umbenannt, weil seitdem auch die Stadt (neben der Kirche) als Träger der Einrichtung auftritt. In den Jahrzehnten zuvor hatte es – wie in anderen Gemeinden auch – bereits eine kirchliche Bücherei in Berching gegeben.
Wechsel: Seit 1998 arbeitet Barbara Großmann in der Bücherei. 2002 hat sie die Leitung übernommen. Gemeinsam mit 20 bis 30 Helfern kümmert sie sich ehrenamtlich um den Bestand der Bücherei. Jedes Jahr tauschen sie 1000 Medien gegen neue aus. 2024 registrierte die Bücherei 44.000 Entleihungen.
Kosten: Einen Mitgliedsbeitrag verlangt die Berchinger Stadtbücherei zwar nicht, dafür aber eine Verwaltungsgebühr, die jeweils für 365 Tage gilt. Wer Medien ausleihen will, zahlt einmalig im Jahr sechs Euro (Kind), zehn Euro (Erwachsener) oder zwölf Euro (Familie), wie Großmann mitteilt.