„Einfach Kult“: Besucher bestaunen 101 Pferde auf dem Rossmarkt in Berching

Als Markus Söder spricht, drängen sich die Menschen vor der großen Rossmarkt-Bühne. Dass danach zwei kleine Jungen ganz groß rauskommen, bekommen dagegen nur die wenigsten der Besucher in Berching mit.
Der große Moment für Lukas und Tobias Günther schlägt, als die schönsten Pferde prämiert werden. Die beiden Buben aus Landershofen sind mit ihren Eltern angereist und erhalten den Ehrenpreis unter den Ponyhaltern. „Ihr habt das heute super gemacht“, lobt Moderator Peter Lerch die Jungen, während sie auf ihren Ponys sitzen.
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„Wir hatten heuer sehr viele Neulinge dabei“, sagt Rossmarkt-Organisator Reinhard Buchberger über die insgesamt 44 Pferdehalter. Über die Debütanten freue er sich genauso wie über die „alten Hasen“, die dem Rossmarkt seit Jahren oder Jahrzehnten die Treue halten.
101 Pferde hatten sie heuer dabei. „Wichtig ist dabei für uns auch immer, dass nichts passiert“, sagt Buchberger, der bis Mittag von keinen Vorfällen gehört hat. Auch die Polizei berichtet von einem Rossmarkt-Vormittag „ohne nennenswerte Störungen“. Der Markt sei friedlich und störungsfrei verlaufen. „Ein sehr guter Rossmarkt“, bilanziert Buchberger. Mit großem Zulauf.
Polizei: 8000 Besucher auf dem Rossmarkt in Berching
Wie viele Besucher tatsächlich in Berching waren, können Polizei und die Stadt Berching nur schätzen. „Auf jeden Fall über 10.000 “, war sich die Polizei gestern Mittag vor Ort noch sicher. Am Nachmittag korrigierte die Neumarkter Polizei die Zahl dann aber nach unten. „Nach polizeilichen Schätzungen waren in der Spitze rund 8000 Besucher im Innenstadtbereich anwesend.“
Im Vorfeld hatte Bürgermeister Ludwig Eisenreich mit circa 18.000 Gästen gerechnet. Die Polizei hatte sich laut Einsatzleiter Gerhard Huf vom Polizeipräsidium Regensburg auf bis zu 20.000 Gäste eingestellt.
Zum Nachlesen: Newsblog vom Rossmarkt: Tausende Besucher beim Pferdeauftrieb in Berching
Wegen der bevorstehenden Bundestagswahl rechneten die Beamten mit großem Interesse, weshalb die Polizei nach eigenen Angaben „stark im gesamten Stadtgebiet“ präsent war. Neben Ministerpräsident Markus Söder war auch Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger wieder in Berching.
„Für mich ist das ein Pflichttermin“, sagt Aiwanger unserer Zeitung. Der Berchinger Rossmarkt sei eine Sensation. Die Pferde seien schön, die Stimmung super. „Da gehe ich gerne durch die Menge und sage Grüß Gott zu den Leuten.“ Eine große Kundgebung Aiwangers war allerdings nicht gestattet, weshalb er nach zahlreichen Fotos im neuen Festzelt mit Besuchern gesprochen hat.
Nette Menschen zu treffen, ist auch der Grund einer Gruppe von Männern, die gegen acht Uhr am Vormittag ihr erstes Bier trinkt. „Für uns ist es eine Tradition, dass wir auf den Rossmarkt gehen“, sagt der Sprecher der Gruppe.
Auch für Manu, Micha, Mane und Sigi ist das Wintervolksfest Kult. Seit 6.30 Uhr haben sie sich einen der heiß begehrten Plätze in den Wirtshäusern gesichert. „Eigentlich wollte ich erst um 7 Uhr aufsperren“, sagt Winkler-Wirt Markus Plank. „Aber die ersten Durstigen standen schon ab 6.30 Uhr vor der Tür, deshalb habe ich schon früher aufgemacht.“
Rossmarkt in Berching: Bier und Rosswurst
Frisches Bier gehört für viele Rossmarkt-Besucher ebenso dazu wie eine gute Brotzeit. Kult ist bei der Großveranstaltung für manche eine Rosswurst-Semmel – zum Beispiel von Tobias Karl. Seine Familie bietet bereits seit 37 Jahren Wurst auf dem Rossmarkt an. Ähnlich lange ist Gregor Staubert aus Abensberg schon auf dem Rossmarkt vertreten. Dort bietet der Händler über 1000 verschiedene Bürsten und Besen an. Der Rossmarkt sei ein Muss für ihn. „Da geht es nicht um die Einnahmen, sondern um den Kult.“
Ob Schnee, Hagel oder Eiseskälte: Die Händler und Pferdebesitzer halten dem Rossmarkt die Treue. Dafür nehmen einige früh morgens eine lange Fahrt auf sich: Simone Zankl etwa ist um 6 Uhr in Deggendorf losgefahren. Für ihre weite Anreise hat die Pferdehalterin einen Sonderpreis der Stadt Berching erhalten.
Andere, wie Jenny Götzfried vom Pferdehof von Albert Graf in Richthofen (Velburg), hatten dagegen eine vergleichsweise kurze Anreise nach Berching. „Albert ist seit circa 25 Jahren dabei“, erzählt Götzfried.
Er hält dem Rossmarkt wie Bürsten-Verkäufer Staubert die Stange. „Solange ich kann und der Herrgott es zulässt, komme ich gerne nach Berching“, sagt der 55-Jährige.







