Zusteller fordern Inflationsausgleich und mehr Urlaub: Geraten durch den Streik Wahlsendungen in Verzug?

Erneut streikten bundesweit Zusteller der Gewerkschaft Verdi. Diesmal sind Brief- und Paketzustellungen im Landkreis Neumarkt betroffen. Kommen Wahlsendungen nun nicht mehr pünktlich an?
Etwa 22 Zusteller streikten am Donnerstag in Neumarkt, erklärte Betriebsrat Wilhelm Hirschmann auf Nachfrage. Das seien etwa 50 Prozent der fest angestellten Mitarbeiter. „Einige dürfen aber auch nicht streiken, weil sie Beamte sind.“
Hirschmann arbeitet seit 40 Jahren beim Konzern. Seines Wissens nach sei das erste Mal in Neumarkt gestreikt worden. Ziel des Protests sei eine Lohnerhöhung. Dabei gehe es um einen Inflationsausgleich von sieben Prozent und drei zusätzliche Urlaubstage pro Jahr. Die letzte Angleichung sei inzwischen zwei Jahre her.
Zwei Tage Verzögerung durch Post-Streik
Für Kunden gab Hirschmann Entwarnung: „Da brauchen die Leute keine Angst haben. Das war nur ein Warnstreik. Am Freitag wird wieder zugestellt.“ Briefe und Pakete würden sich voraussichtlich um zwei Tage verzögern. Hirschmann stellte aber klar: „Die Briefwahl und die Wahl selber werden in keinster Weise behindert. Das wäre auch strafbar.“
Wahlsendungen würden in allen Regionen priorisiert behandelt, bestätigte Dieter Nawrath von der Pressestelle der Deutschen Post AG. Für Kunden sollten die Verzögerungen möglichst gering ausfallen.
Von den Briefsendungen seien etwa zehn Prozent betroffen. Geringer seien die Auswirkungen laut Nawrath auf Paketzustellungen. Lediglich eine „niedrige einstellige Prozentzahl“ werde verzögert eintreffen.
Insgesamt seien etwa 6500 Beschäftigte dem Streikaufruf gefolgt. Die allgemeine Beteiligung an den Streiks sei bundesweit unterschiedlich hoch gewesen.